Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Digitales Semester: It’s coming home!

Big Blue Button statt am Bahnhof zu warten.

[Symbolfoto: pixabay]

19.10.2020 14:01 - Canberk Köktürk

Viele meiner Kommiliton:innen und Dozierenden haben sich in den Sitzungen über das digitale Semester geärgert: der Chatverlauf als einziger Resonanzkörper für die Einen und fehlende Motivation für die Anderen. Es ist alles nicht so wie bei einer Präsenzveranstaltung. Aus meiner Sicht hätte das Semester jedoch nicht besser laufen können!

Eine Kolumne von Canberk Köktürk

Vor der Pandemie war ich täglich, von Montag bis Sonntag, 12 Stunden unterwegs.

Ich leiste neben meinem Studium und Nebenjob Care-Arbeit in meiner Familie. Damit ich in einem Semester zwei Kurse abschließen konnte, mussten sie am selben Tag stattfinden. Wenn nicht, dann hatte ich Pech. Aufgrund meiner Jobs arbeitete ich auch am Wochenende. Ausruhen und Lernen konnte ich nur, wenn ich mir Urlaub nahm. Aus Neugier hatte ich die Zeit berechnet, die ich im Laufe der Woche an Bahnhöfen und in Zügen verlor: 10 verdammte Stunden!

Während des digitalen Semesters konnte ich von jedem beliebigen Ort an den Seminaren teilnehmen, die mich interessierten. Da ich Mitte März meinen Job verlor und somit auch mein ganzes Einkommen, hatte ich währenddessen die Möglichkeit, Bewerbungen zu schreiben und Anträge auszufüllen. Neben dem Studium konnte ich problemlos Care-Arbeit leisten. Kein Pendeln, kein Zeitverlust in Zügen und endlich Zeit für mich selbst. Kleiner Tipp für das nächste digitale Semester: Vorlesungen eignen sich hervorragend als Podcast während ihr spült, staubwischt und die Wäsche aufhängt.

Natürlich fehlt auch mir der Kontakt zu meinen Kommiliton:innen und der Campus an schönen Frühlingstagen. Ich wünschte die Pandemie wäre bereits gestern vorbei gewesen. Doch wir können auch positive Schlüsse aus dieser Zeit ziehen: Für Menschen, die pendeln, Care-Arbeit leisten und unflexible Arbeitszeiten haben, ist die digitale Option eine immense Erleichterung. „Wir sind doch keine Fern-Uni!“ ist kein Argument mehr. Die Dozierenden und ihre Mitarbeitenden haben das digitale Semester, trotz geringer Erfahrung, in kurzer Zeit erfolgreich gestaltet.

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