Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Digitales Semester: Hauptsache, ihr habt Stress

29.06.2020 20:20 - Sophie Schädel

Digitales Semester heißt für mich: Ich sitze nur noch am Computer. Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, mit weniger Arbeitszeit mehr Credit Points zu sammeln. Ich muss nicht mehr für jeden Unitag zwei Stunden in der Bahn sitzen, erspare mir die Teile von Veranstaltungen, in denen ich gelangweilt meine Zeit abgesessen habe. Aber so entspannt wie gedacht, ist es jetzt doch nicht.

Viele meiner Dozierenden scheinen sich beim Umstieg auf die digitale Lehre Sorgen gemacht zu haben, dass wir Studis nur faulenzen. Mal ab davon, was daran schlimm gewesen wäre: Ich hatte noch nie so viel für die Uni zu tun wie jetzt. Ich muss für jede Woche über hundert Seiten Fachtexte lesen und meinen Dozierenden dazu pünktlich Zusammenfassungen schicken. Wenn man das zu oft nicht schafft, fliegt man aus dem Kurs – der Ersatz für die eigentlich abgeschaffte Anwesenheitspflicht. Allein schon aufzuschreiben, welche Abgabe wann wo sein muss, hat mich einen ganzen Sonntag gekostet.

Es gibt zwei Sorten von Profs: Die einen lassen uns alles selbst erarbeiten. Na besten Dank auch bei langen, komplizierten Texten, gespickt mit Fachbegriffen, die sich über die philosophischen Epochen so oft ändern, dass der Google Translator nicht groß weiterhilft. 

Wo ich normalerweise im Seminar kurz nachfragen kann, quäle ich mich jetzt allein durch solche Passagen – für jede Kleinigkeit dem Prof zu schreiben, würde auch zu lange dauern. Dann gibt es noch die Dozierenden, die ihre Sitzungen auf Zoom verlagern. Online scheint Überziehen in Mode; kaum eine Sitzung endet pünktlich, ein Dozent überzieht sogar jede Woche mindestens eine halbe Stunde. So lange sitze ich auf heißen Kohlen, denn anschließend muss ich mich an mein Essay setzen.

So, jetzt muss der Artikel hier fertig werden, denn gleich bleiben mir nur noch zwei Stunden bis zur nächsten Abgabe für ein Seminar. Und für den Text hätte ich eigentlich gerne einen ganzen Vormittag Zeit.

Videospiele: Zu lang, zu knochenbrechend

Videospiele sind zu lang und werden zu teuer. Doch die Gesundheit der Entwickler*innen ist wichtiger als die Preisfrage.
 

Unterrichten im Lockdown

Eine Cambridge-Dozentin erzählt, wie gut Online-Lehre funktioniert - und wo es dabei hapert.
 

Warum Podcasts manchmal die besseren Zeitungen sind

Unsere Redakteurin möchte eine Lanze für Podcasts brechen. Denn die wahren Alleskönner bereichern ihren Alltag in vielen Situationen.
 
Konversation wird geladen