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STUDIUM & FREIZEIT

Digitale O-Woche: Wir ziehen Bilanz

O-Woche: Diesmal nur auf Smartphone und Laptop [Symbolfoto: Jacqueline Brinkwirth]
​​​​​​​08.11.2020 12:52 - Julia Segantini

Wie schon im Sommer musste die kürzlich beendete O-Woche online stattfinden. Kennenlernen ohne Präsenzveranstaltungen und Campusrundgänge per Video – Wie gut das neue Konzept funktioniert hat, haben wir eine Erstsemester-Studentin und Constanze Becker aus dem Fachschaftsrat Informatik gefragt. 

Normalerweise tummeln sich während der O-Woche zahllose Ersti-Gruppen auf dem Campus, schlendern zu den Ständen studentischer Initiativen, knüpfen Kontakte untereinander und lernen die Bibliothek kennen. Auch die verschiedenen Fachschaften helfen den Neulingen jedes Jahr dabei, sich im Uni-Leben zurecht zu finden. Wie schon früh abzusehen war, musste dieses Jahr weitgehend auf Präsenzveranstaltungen verzichtet werden. Ein breit gefächertes Onlineangebot sollte auf die Gesundheit der Teilnehmenden Rücksicht nehmen und die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. 

„Die Präsenz-O-Woche habe ich vermisst. Es ist ein ganz anderes Feeling, die Gespräche und das Kennenlernen fehlen“, bedauert Constanze Becker. Sie ist nicht nur im Fachschaftsrat Informatik, sondern auch eine der Vorsitzenden im Fachschaftenreferat. Ihr fehlte im digitalen Format einiges: „Der Spaß die ganze Woche, wir haben diesmal ja nur an zwei Tagen was gemacht. Zudem gab es unglaublich wenig Beteiligung vonseiten des FSR, da viele arbeiten mussten.“ Ihre Fachschaft organisierte unter anderem eine WhatsApp Gruppe mit Mentorenteams, einen Moodlekurs und eine Infoveranstaltung über Big Blue Button. „Die Beteiligung war sehr hoch: Von zirka 180 Personen haben 120 an den Infoveranstaltungen teilgenommen“, freut sich Becker. 

Auch die Erstis aus der Erziehungswissenschaft hätten das Angebot gut angenommen, meint Laura. Sie beginnt ihr Studium jetzt und lobt ihre Fachschaft: „Der Online-Aufbau ist sehr übersichtlich und verständlich dargestellt. Die Beteiligten sind wirklich sehr daran interessiert, das Beste aus der Situation zu machen.“ Ihre Fachschaft bereitete einen virtuellen Sprechstundenraum und eine Videoanleitung zur Moodle-Nutzung vor. Auch Erklärungen zum HISinOne und zur Stundenplanerstellung führte die Fachschaft digital durch. Ein bisschen Präsenz gab es aber doch: Zumindest ein Rundgang durch das EW-Gebäude konnte stattfinden. Das Kennenlernen musste die Fachschaft aber online stattfinden lassen und organisierte eine lockere Gesprächsrunde am Ende der Woche. Auch hier war die Beteiligung hoch, „allerdings war die Gesprächsatmosphäre eher steif“, meint Laura. 

Digital vs. Präsenz

Ganz zufrieden ist auch Becker nicht. Dieses Mal sei nur eine abgespeckte Version mit dem Nötigsten möglich gewesen. „Die Fachschaftsarbeit hat dieses Jahr einfach unglaublich gelitten und da ist es schwer, auf einmal eine attraktive O-Woche mit einer Handvoll Menschen zu organisieren“, bemängelt sie. Trotzdem sieht sie auch einige positive Punkte. Zum Beispiel habe sich die Fachschaft im Vergleich zur kleineren O-Woche im Sommer gesteigert. Das digitale Angebot habe gut funktioniert. Einige Dinge aus der digitalen O-Woche könnten sogar in zukünftige Planung einbezogen werden. Ein besonderer Erfolg sei das Quiz gewesen „und wir haben überlegt, sowas häufiger zu machen“, so Becker. 

„Für mich persönlich gestaltet sich der Semesterbeginn eventuell etwas schwieriger als für andere, weil ich mich nach 13 Jahren Berufsleben anders umstellen muss“, vermutet Laura. Sich auf dem Campus zu orientieren und sich an die wissenschaftlichen Theorie und die Bildungssprache zu gewöhnen würden ihr mehr abverlangen. Sie hat Verständnis dafür, dass auf ein digitales Angebot umgeschwenkt wurde. Schade findet sie es trotzdem, denn im universitären Alltag zurecht zu kommen sei in der Realität wesentlich schwieriger, als es virtuell scheint. Besonders eine Sache bedauert sie: „Der Kontakt untereinander und das Vernetzen findet nicht statt, nur über WhatsApp, was mir ehrlich gesagt nicht so viel bedeutet wie das persönliche Kennenlernen. Abgesehen von der ein  oder anderen Studentenparty, die ich gern miterlebt hätte.“ Auch Becker bleibt nur zu hoffen, dass die nächste O-Woche wieder unter normalen Umständen stattfinden kann. 
 

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