Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Die Weihnachtszeit bringt mich zum Weinen

Weihnachtsbeleuchtung ist (k)ein Muss.

[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

11.12.2019 14:17 - Jacqueline Brinkwirth

Im September liegen schon Spekulatius und Lebkuchen im Supermarktregal, im Oktober läuft das erste Mal Last Christmas im Radio und im November blinken tausende grelle Weihnachtslichter in den Fenstern meiner Nachbarn. Eine Tragödie in vier Akten.

Ein Kommentar von Jacqueline Brinkwirth

Ein guter Grund, die Vorweihnachtszeit zu mögen, ist Glühwein. Wenn man nämlich fünf Tassen mit Schuss trinkt, ohne vorher Langos oder Bratwurst gegessen zu haben, vergisst man vielleicht wieder, wie nervig die Zeit vor dem frohen Fest ist. Es ist nicht so, dass ich Weihnachten per se scheiße finde, aber es gibt bestimmte Momente kurz davor, die mir den Spaß an der Sache verderben. Laute Gruppen aus Gittis und Juttas und Gelis, die mit blinkenden Rentier-Haarreifen Eierpunsch kippen als sei es Wasser und Glühweinstände zu einem Ort machen, den ich unbedingt meiden möchte. 

Versteht mich nicht falsch, Jede*r hat ein Recht auf einen warmen Eierpunsch-Rausch, aber muss das wirklich immer mit lautem Geschnatter und Gekicher verbunden sein? Andere Menschen wollen vielleicht einfach mal in Ruhe über den Weihnachtsmarkt schlendern. Weihnachtsmärkte übrigens: Wer hat sich denn ausgedacht, dass die Gassen auf den Märkten so verflixt eng sein müssen? Und warum müssen immer alle in verschiedene Richtungen drängeln und schubsen? Es ist fast so, als würden viele Menschen, benebelt vom Duft gebrannter Mandeln, plötzlich ihre Erziehung vergessen und sich einen Spaß daraus machen, nervig zu sein. 

Nervig sind übrigens auch die horrenden Preise für Backkartoffel, Backfisch und Currywurst. Kein Vergnügen für den Geldbeutel. Wenn ich für ein leichtes Sättigungsgefühl die Seele meines Erstgeborenen verkaufen muss, hole ich mir lieber beim Dönermann meines Vertrauens eine Salattasche für nen Heiermann. 

Aber es gibt eine Sache, die mich an der Weihnachtszeit noch mehr stört: Weihnachtsbeleuchtung. Es ist nicht nur die Tatsache, dass Menschen ihre Fassade, alle Wohnungsfenster oder ihren Gartenzwerg (kein Scherz, alles schon gesehen) über und über mit Lichterketten in allen Farben und Leuchtstärken behängen. Es ist vor allem auch so, dass die schönste Beleuchtung offenbar keinen Zweck erfüllt, solange sie nicht Tag und Nacht eingeschaltet ist. Wenn dann noch alle Häuser im Umkreis von fünf Kilometern unkoordiniert blinken, glitzern und ihre Farbe wechseln, läuft es mir kalt den Rücken herunter. Mehr ist eben nicht immer besser. Mein Wunsch für 2020: vielleicht einfach mal die Leuchte im Gehirn anschalten und dafür den Lichterketten den Stecker ziehen. Die Umwelt wird es euch danken!

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