Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Die Utopie des werbefreien Campus

An diesem idyllischen Ort könnte Ihre Werbung stehen. (Foto: rat)

11.01.2018 09:03 - Mirjam Ratmann



Egal ob an schwarzen Brettern, Litfaßsäulen oder Mülleimern: Kommerzielle Werbung ist an vielen Hochschulen üblich. An der Technischen Universität (TU) Dortmund hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) nun entschieden, dass Litfaßsäulen bald nur noch von Uni-Internen plakatiert werden dürfen. Ein Modell, das die AStA-Vorsitzende der Universität Duisburg-Essen (UDE) Carlotta Kühnemann begrüßt.

Pünktlich zum Jahresbeginn setzt der AStA der TU Dortmund sich für einen werbefreien Campus ein. „Plakatieren nur noch für Fachschaften! Die Litfaßsäulen sind seit Januar für Interne reserviert. Ihr werdet nie wieder überplakatiert!“ – lautete ein Post auf Facebook. Damit reagierte der Studierendenausschuss auf einen Wunsch der Fachschaftsrätekonferenz. „Den Ärger mit dem dauerhaften Überplakatieren von gewerblichen Anbietern gibt es seit Jahren“, bestätigt AStA-Vorsitzender Markus Jüttermann.

Um dem entgegenzuwirken, übertrug die TU die Verwaltung der acht Litfaßsäulen am Campus zum 1. Januar dem AStA, wodurch künftig die Nutzung der Säulen für studentische Zwecke gewährleistet werden. „Werbung für kommerzielle Partys oder den neusten Kinofilm sind aus unserer Sicht keine studentischen Belange“, so Jüttermann. Vor allem zu Semesterbeginn hätten lokale Clubs oder andere Anbieter*innen Veranstaltungen ohne Uni-Bezug in der Vergangenheit „drastisch plakatiert“. „Es wurde teilweise zwei- bis dreimal täglich ein neues Plakat über die gesamte Litfaßsäule geklebt. Die Fachschafts-Plakate gingen dabei unter,“ beklagt Jüttermann. Religiöse oder (partei-)politische Inhalte sowie gewerbliche Plakatierungen „ohne den Hintergrund studentischer Belange“ seien künftig , so der Wortlaut im Vertrag zwischen AStA und TU, auszuschließen.

„Wir fühlen uns keineswegs genügend repräsentiert”, die kommissarische AStA-Vorsitzende der UDE, Carlotta Kühnemann (Lili), sieht in der Vereinbarung an der TU „einen sehr guten Weg in Richtung eines werbefreien Campus“. An den Campussen in Essen und Duisburg gelten unterschiedliche Regelungen, wodurch es dem AStA erschwert werde, die kommerzielle Nutzung der vorhandenen Flächen entsprechend einzuschränken. Während in Essen die Plakatierflächen bereits der Verwaltungshoheit des AStA unterstellt sind, gibt es in Duisburg wenig Raum, überhaupt Werbung für Uni-Veranstaltungen zu machen. „Dort gibt es nur eine Litfaßsäule. Dementsprechend müsste eine solche Vereinbarung dahingehend angepasst werden, weil überhaupt erst neue Flächen errichtet werden müssten“, sagt sie. Auch die Anzahl der Plakatierwände und Schaukästen sei dort gering. „In Duisburg wird uns somit kaum Platz eingeräumt. Dadurch wird es uns enorm erschwert, auf unsere Veranstaltungen und Angebote aufmerksam zu machen“, beklagt die AStA-Vorsitzende und fügt hinzu: „Wir fühlen uns keineswegs genügend repräsentiert auf dem Campus“.

Gewerblicher Kommerz, der an der UDE negativ auffällt, gibt es immer wieder. Erst im November vergangenen Jahres beanstandete der AStA eine riesige Werbetafel von Vodafone vor dem Audimax in Duisburg (akduell berichtete). „Nachdem wir das im Senat kritisch angebracht hatten, verschwand sie nach kurzer Zeit“, ergänzt Kühnemann, „seitdem steht jedoch die Frage im Raum, wieso es Vodafone so leicht gemacht wurde einfach einen vier Meter hohen Werbeturm mitten vor die Universität zu stellen und uns so extrem viele Steine in den Weg gelegt werden“.

Der Grund: Das Studierendenwerk Essen- Duisburg unterhält eine Kooperation mit der Campus Service GmbH in Köln, die für kommerzielle Werbung, zumindest im Gastro-Bereich, verantwortlich ist. „Drucksachen von studentischen Initiativen, Hochschuleinrichtungen und -gruppen, Fachschaftsräten und dem AStA dürfen nur in den Mensafoyers und mit vorheriger Genehmigung durch die Campus Service GmbH kostenlos verteilt werden“, heißt es dazu auf der Website des Studierendenwerkes. Rund um die Cafeterien am Campus Essen stehen regelmäßig Vertreter*innen, die Studierende direkt ansprechen oder Werbetüten verteilen. AStA-Vorsitzende Kühnemann ist gegen diesen Werberausch: „In einer Gesellschaft in der wir pausenlos mit Werbung zugespammt werden, ist es schön, wenn wenigstens am Campus den Augen mal eine Pause gegönnt wird. Vor allem weil der Fokus hier definitiv woanders liegen sollte“.

 

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