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Die erste Woche im digitalen Semester

05.05.2020 12:54 - Erik Körner

Lange Zeit war der Traum meines introvertierten wie faulen Herzens, von zu Hause aus an Seminaren und Vorlesungen teilnehmen zu können. Ein Bericht aus der ersten Wochen im Neuland des digitalen Sommersemesters.

Ich habe mich aus zwei Gründen auf das digitale Semester gefreut: Ich kann mindestens 30 Minuten länger schlafen. Ich muss mich nicht auf die Pünktlichkeit der S-Bahn verlassen. Die Linie 109 ist ohnehin nie pünktlich. Am Sonntag hatte ich probehalber in alle Moodle-Kurse geschaut. Ich wollte sehen, mit welchem Arbeitsaufwand ich rechnen muss.

Die meisten Dozent*innen hatten keine PowerPoint-Präsentationen in ihre Moodle-Kurse hochgeladen. „Cool‟, dachte ich. Wenigstens keine Folien abschreiben. So musste ich für ein Seminar lediglich einen Text lesen und eine kleine Hausaufgabe dazu einreichen. In einem anderen gab es einen Text ohne Hausaufgabe; im letzten gab es gleich gar nichts zu lesen. Auch schön. Nur eine Dozentin hatte eine Präsentation bereitgestellt. Dazu einige Sprachaufnahmen in den Folien, um bestimmte Dinge genauer zu erklären. Als Bonus durfte ich mich durch einen 13-seitigen Fachtext quälen. 

Dafür waren mir die Videoveranstaltungen via Big Blue Button und Zoom ein inneres Blumenpflücken. Als ich den Raum der ersten Vorlesung der Woche betrat, tauschten einige Kommiliton*innen bereits Netflix-Empfehlungen aus. 90 Minuten verstrichen, wir blieben von technischen Problemen verschont. Bis auf ein wenig Geplänkel im Chat – wovon ich mich nicht ausnehme – zeigten alle digitale Etikette. Die zwei anderen Seminare in Zoom liefen ebenfalls nahtlos ab.

Einzige Kritik: Schon am Dienstag wurden „unplanmäßige Wartungsarbeiten“ an Moodle durchgeführt. Die dauerten die ganze Woche. Bis auf den 13-seitigen Text, den ich schon heruntergeladen hatte, konnte ich auf keinen anderen zugreifen. Warum musste der einzige Text, der mir zur Verfügung stand, ausgerechnet dieser trockene Behemoth einer wissenschaftlichen Arbeit sein?

Ungeachtet dessen fand ich die erste Woche überraschend angenehm. Keine verspätete 109. Kein störendes Gequatsche von Kommiliton*innen. Keine steißbeinzermürbenden Holzstühle. Keine Klapptische, deren Fläche maximal für einen Schreibblock und drei Stifte reicht. Kann gerne so weitergehen – nach Möglichkeit aber bitte ohne Moodle-Turbulenzen.

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