Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Die erste Klausurenphase – ausgerechnet im Onlinesemester

Jeden Tag eine andere Nachricht zu der bald anstehenden Klausur. Das kann entmutigen. [Symbolfoto: Julia Segantini]
​​​​​​​24.04.2021 16:04 - Helena Wagner

Man träumt von einem Audimax voller rauchender Köpfe, Aufsichtspersonal, das durch die Reihen geht, und dem befreienden Gefühl, wenn man nach zwei Stunden diesen Saal verlässt. Die erste Klausurenphase sah für Erstis dieses Jahr aber ganz anders aus.

Ein Campuserlebnis von Helena Wagner

Ich sitze fünf Minuten vor Beginn der Klausur bereits am Schreibtisch, drücke alle paar Sekunden auf die Refresh-Taste des Laptops. Mein Puls geht schnell und die Hände sind feucht. Um Punkt 12 Uhr lade ich die Seite zum letzten Mal neu, bevor im Moodle-Kursraum die Klausur hochgeladen wird und ich in eine Schockstarre verfalle. „Okay, schnell die PDF-Datei herunterladen und die Aufgaben durchlesen! Ich habe doch nur eine Stunde! Die Selbstständigkeitserklärung darf ich auch nicht vergessen. Oh Gott, so habe ich mir die Aufgabenstellung aber nicht vorgestellt…“ Nach einer Stunde und mit einem rauchendem Kopf habe ich meine erste Klausur in meiner Studienzeit hochgeladen und sie damit hinter mich gebracht. Ich lasse mich zurück in meinen Stuhl fallen und atme laut hörbar aus.

Und schon leuchtet der Bildschirm meines Smartphones auf: „Was habt ihr bei Aufgabe zwei hingeschrieben?!“, „Die Zeit war viel zu knapp!“, „Ich habe mich ganz falsch auf die Klausur vorbereitet.“ Chaos bricht aus. Alle Erstsemester diskutieren auf einmal wild darüber, wie sehr sie sich überfordert fühlen und was die Professor:innen ihrer Meinung nach unbedingt hätten ankündigen müssen. Manche schreiben, dass sie tatsächlich darüber nachdenken, nach dieser Katastrophe von Klausurenphase das Studium abzubrechen. Es ist schwer vorstellbar, wie es in der Zukunft besser werden soll, wenn die Zeit vor der eigentlichen Klausur schon einem solchen Schlachtfeld ähnelt.

Manchen Studierenden wurde erst wenige Tage vor der Klausur mitgeteilt, ob sie nun in Präsenz oder Online stattfinden wird. Die Professor:innen und Dozierenden schienen genauso überfordert wie die Studierenden, was in einer Pandemie zwar verständlich ist, gerade für die Erstsemester aber fatal sein kann. Hilfreich wäre, von den Professor:innen wenigstens eine grobe Richtung zu bekommen. Gerade Erstis, die frisch aus der Schule kommen, sind es gewohnt, den Lehrenden als jemanden wahrzunehmen, der Sicherheit ausstrahlt. Wenn man unter solchen Umständen auch noch Leistungen erbringen muss, kann das ganz schön überfordernd und entmutigend sein.

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