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STUDIUM & FREIZEIT

„Die Brücke“: Wohnen auf dem Campus

Der Innenhof des Wohnheims ist auch Schauplatz für Partys. [Foto: David Peters]

06.02.2020 09:16 - David Peters

Auf dem Essener Campus liegt das Wohnheim „die Brücke“ mit seinen 25 Wohngruppen und insgesamt 175 Zimmern. Wohnheimsprecher Yannick do Carmo Oliveira erzählt uns die Vorzüge „seines“ Wohnheims, das er als einen ganz eigenen kleinen Kosmos sieht.

Bundesweit leben rund 10 Prozent aller Studierenden in Wohnheimen. Gerade für Studienanfänger*innen ist es problematisch, in einer neuen Stadt schnell eine passende Wohnung zu finden. Da bieten sich Wohnheime mit ihren vergleichsweise günstigen Mieten an. Außerdem müssen sich Studierende hier nicht um Dinge wie zum Beispiel einen Internetanschluss kümmern. Manche Wohnheime stellen auch bereits möblierte Zimmer zur Verfügung.

Bevor Yannick in die „Brücke“ auf dem Essener Campus gezogen ist, wohnte er ebenfalls in einem herkömmlichen Wohnheim. Als negativ empfand er aber die Anonymität und den fehlenden Kontakt zwischen den Mietparteien. In der „Brücke“ ist das ganz anders, findet er. Man habe nicht nur viel mit seinen Mitbewohner*innen zu tun, sondern auch mit den Nachbar*innen und unternimmt oder plant gemeinsame Aktivitäten.

„Das familiäre Zusammenleben gibt mir echt viel. Ich wohne jetzt ein Jahr und drei Monate hier und bin sehr schnell in die Gesellschaft reingekommen.“ Yannick ist Wohnheimtutor und übernimmt dort als Nebenjob Hausmeisterarbeiten. Außerdem engagiert er sich als „Brückensprecher“. Auf einer Vollversammlung aller Bewohner*innen wählen diese jeweils einen Sprecher und eine Sprecherin für das gesamte Wohnheim.

Die Wohngruppen des Wohnheims sind rund um den Innenhof angeordnet und die meisten sind für sieben Bewohner*innen ausgelegt. In der Brücke finden sich aber auch ein Café und ein Gemeinschaftsraum. Es gibt auch Gästezimmer, in denen Besucher*innen wie zum Beispiel die Eltern von Bewohner*innen unterkommen können. Aber auch Studierende, die zu Beginn des Semesters keine Wohnung gefunden haben, bekommen hier ein vorübergehendes Dach über dem Kopf. „Bei uns läuft das meist sehr unbürokratisch ab“, erzählt Yannick. So ist es auch bei seinem Hausmeisterjob: „Wenn mal was kaputt geht, dann wird einem hier geholfen und man wird für den entstandenen Schaden nicht gleich zur Kasse gebeten.“

Freie Zimmer sind schnell wieder weg

Im Innenhof organisieren die Bewohner*innen regelmäßig kleinere Veranstaltungen. „Wir haben zum Beispiel mal Sofas rausgestellt und dann eine kleine Jamsession veranstaltet.“ Aber es gibt auch eine Art kleines Festival im Innenhof. „Die Brücken-Innenhofparty ist unser Prunkstück. Da bauen wir eine Bühne auf, auf der dann auch Livebands spielen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich anzuschließen. Wir haben da natürlich auch eine Cocktail- und Bierbar und verbringen einfach einen tollen Tag miteinander.“

„Hier ist eine eigene kleine Welt entstanden.“

Zu den weiteren Aktivitäten gehört auch eine Art Running Dinner innerhalb des Wohnheims. Dabei treffen sich drei WGs und kochen jeweils einen von drei Gängen. Der folgende Gang wird dann in der nächsten WG serviert. „Da lernt man die verschiedenen Leute natürlich auch sehr schnell gut kennen, das ist echt cool“, so Yannick. „Hier ist eine eigene kleine Welt entstanden.

Neben solchen speziellen Veranstaltungen gibt es aber auch im Alltag viel Kontakt zwischen den einzelnen WGs. „In meiner WG wird zum Beispiel viel Magic oder FIFA gezockt, in einer anderen wird häufig Fußball geguckt. Es ist nicht unüblich, dass man sich in anderen WGs trifft. Das ist auch genau das, was unsere Gemeinschaft ausmacht.“ Dazu werde aber keiner gezwungen, erklärt Yannick.

Schade fände er es aber, wenn jemand einziehen würde, der oder die eine reine Zweck-WG sucht. Freie Zimmer sind ohnehin schnell wieder vergeben. „Meistens sprechen wir uns dann ab und veranstalten eine Art ‚WG-Casting‘.“ Dabei können sich die Bewerber*innen dann alle freien WG-Zimmer anschauen. Im Unterschied zu herkömmlichen Wohnheimen entscheiden hier die Bewohner*innen der jeweiligen WGs, wer das freie Zimmer künftig besetzt.

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