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STUDIUM & FREIZEIT

Corona: UDE verschiebt Vorlesungsstart

So wird es hier Anfang April immer noch aussehen. [Foto: Sophie Schädel]

14.03.2020 09:30 - Sophie Schädel

An der Universität Duisburg-Essen (UDE) und allen weiteren Universitäten in NRW ist der Vorlesungsbeginn erst für den 20. April vorgesehen – also zwei Wochen später, als unter anderem UDE und die Ruhr-Uni Bochum geplant hatten. Das entspricht einer Entscheidung des Landesministeriums für Wissenschaft und Kultur, die sich mit der Landesrektoren- und Kanzlerkonferenzen der Hochschulen abgesprochen hatte. Das Ziel: Der Schutz von Studierenden, Mitarbeitenden und der Bevölkerung vor dem Virus.

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Obwohl das Risiko für Europa von Expert*innen als gering eingeschätzt wird, folgen dem Corona-Virus Misstrauen und rassistische Anfeindungen.
 

An der UDE wird bis zum 20. April keine klassische Lehre stattfinden. „Dies betrifft Lehrveranstaltungen, Übungen, Tutorien, Seminare, Laborpraktika und gegebenenfalls weitere Veranstaltungsformen”, gibt Uni-Rektor Ulrich Radtke bekannt. „E-Learning-Formate ohne Präsenz können grundsätzlich stattfinden; hierüber sollten Sie durch die Lehrenden entsprechend informiert werden. Der Einbezug praktischer Arbeiten in Bachelor- und Masterarbeiten soll in den einzelnen Bereichen abgestimmt werden.” Die Uni Duisburg-Essen geht mit ihren Einschränkungen sogar etwas weiter, als das Ministerium vorschreibt. Sie dürfte Präsenzveranstaltungen mit wenigen Teilnehmenden abhalten, möchte davon aber absehen.

Auch alle geplanten Prüfungen ab Montag, 16. März, sind vorerst abgesagt.„Wir werden uns bemühen, sichere Rahmenbedingungen für die Prüfungen zu schaffen, um diese ohne rechtliche Nachteile für Sie bis zum 20. April 2020 nachholen zu können”, versichert Radtke in einer Rundmail an alle Studierenden. „Wir hoffen, durch diese Maßnahmen einen möglichst guten Schutz für alle Angehörigen der UDE sicherzustellen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.”

Was passiert im Sommersemester?

Doch auch die Termine, die nun bekanntgegeben wurden, sind nicht in Stein gemeißelt: Spätestens Anfang April werden Ministerium und Universitäten die Lage erneut einschätzen. Dann könnten sie eventuell zu neuen Schlüssen kommen. „Aufgrund der – wie Sie wissen – sich sehr dynamisch entwickelnden Lage ist es jedoch möglich, dass wir Regelungen kurzfristig ändern oder weitere Maßnahmen treffen müssen”, erklärt der UDE-Rektor in seiner Mail an alle Studierenden. „Wir stehen im engen Kontakt mit den zuständigen Behörden des Landes und der Kommunen. Daher bitten wir Sie, sich regelmäßig über die UDE-Homepage zu informieren, wo Sie die jeweils aktuellen Hinweise finden.”

Generell dürften im Sommersemester einige Seminare und Vorlesungen etwas anders aussehen als gewohnt. Die Uni kündigt an, mehr auf E-Learning und Selbststudium zu setzen. Wie für alle anderen auch gilt für Studierende und Mitarbeitende der UDE: Den besten Schutz für sich selbst und alle anderen bietet Hygiene.

Studierendenwerk passt Service an

Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen geht in einer Pressemitteilung auch auf die erhofften Effekte für das Gesundheitssystem ein: „Mit der Verschiebung des Semesterstarts wollen wir Verbreitungswege minimieren und dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So können wir auch einer Überlastung des Gesundheitssystems entgegenwirken. Denn es geht nun vor allem darum, Zeit zu gewinnen.“ Zeit kann nun auch das Uniklinikum in Essen sicherlich gut gebrauchen. „Die Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen behandeln die Patientinnen und Patienten, die besonders schwer erkrankt sind und für die in anderen Krankenhäusern keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen”, so Pfeiffer-Poensgen.

Die Bibliothek der UDE gibt auf Twitter bekannt, vorerst die üblichen Öffnungszeiten einzuhalten. Man solle sich aber online auf dem Laufenden halten.

Auch für die Angebote des Studierendenwerks gelten Einschränkungen wegen des Virus. Die telefonische Beratung kann wie gewohnt stattfinden, aber bis auf weiteres keine persönliche Beratung vor Ort. Wer bereits einen Termin ausgemacht hat, kann ihn weiterhin wahrnehmen, allerdings ebenfalls nur telefonisch. Die Kinderbetreuung des Studierendenwerks ist aufgrund eines Beschlusses der Landesregierung NRW ebenfalls vorerst ausgesetzt. Davon sind Kitas und Tagespflegen betroffen. Laut Studierendenwerk wurden darüber alle Eltern persönlich informiert. Wer im Wohnheim des Studierendenwerks ein Zimmer reserviert hat, aber aus einem vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Corona-Risikogebiet kommt und daher Probleme bei der Ein- oder Ausreise hat, kann seinen Mietvertrag stornieren.

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