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STUDIUM & FREIZEIT

Corona lässt viele am Studium zweifeln

Die Onlinelehre bringt viele Studierende zum Verzweifeln.

[Foto: pixabay]

 

05.05.2021 13:27 - Sophie Schädel

Die Distanzlehre bringt viele Studierende zum Verzweifeln. Wie viele das an der Universität Duisburg-Essen (UDE) genau sind, kann niemand sagen. Klar ist: Die Zahl derer, die sich bei der Anlaufstelle für Studienzweifler:innen beraten lassen, hat sich seit Beginn der Pandemie verdreifacht.

Heike Alberts hat viel zu tun. Sie und ihre Kolleg:innen bieten eine offene Studienberatung für alle an, die an ihrem Studium an der UDE zweifeln. Seit das Studium im Homeoffice stattfinden muss, hat sie viel mehr Beratungsfälle als zuvor. Was den Studierenden besonders zu schaffen macht, weiß sie aus ihrer Arbeit genau: die Einsamkeit zuhause, eine höhere Taktung von Aufgaben und Erreichbarkeit, aber auch finanzielle Schwierigkeiten. „Schwer zu integrieren ist auch die mit der Pandemie verbundene Unsicherheit, was die Zukunftsperspektive betrifft“, berichtet Alberts. Wann geht es wieder in die Präsenzlehre, welche wirtschaftlichen Folgen hat die Pandemie für mich, und welche Perspektive habe ich auf dem Arbeitsmarkt? Viele Studierende quälen solche Fragen, die aktuell niemand beantworten kann.

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Wie viele wegen der Pandemie ihr Studium abbrechen, weiß Alberts nicht. Auch die Pressestelle der UDE gibt bekannt, dass die Universität nicht erhebt, aus welchen Gründen jemand ein Studium abbricht. Klar ist: Das Studium unter Corona-Bedingungen hat Vor- und Nachteile. Die einen freuen sich über die freie Zeit, die sie ansonsten mit Bahnfahrten zur Uni verbracht hätten, und vermissen es nicht, sich in überfüllte Hörsäle zu setzen. Auch den eigenen Tagesablauf flexibler gestalten zu können, genießen viele.

Andererseits fehlt die Bindung zum Campus, der persönliche Kontakt zu Kommiliton:innen und Lehrenden. Eine repräsentative Forsaumfrage zeigte Ende April, dass die digitale Kommunikation mehr als die Hälfte der Studierenden anstrengt. 47 Prozent der Befragten hatten Probleme, sich zu motivieren. 80 Prozent von ihnen sagten, dass die persönlichen Gespräche mit anderen im Studium unersetzlich seien.

Studienzweifel sind individuell

Wie sehr die Pandemiebedingungen jemandem zusetzen, ist individuell. Beispielsweise zeigen Zahlen, die die UDE im Sommersemester 2020 erhob, dass sich über 40 Prozent der Studierenden mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung in hohem Maße im Studium beeinträchtigt sehen. So unterschiedlich Studierende mit der Distanzlehre klarkommen, so individuell läuft auch die Beratung in Alberts‘ Anlaufstelle für Studienzweifler:innen ab. „Die Entscheidung für oder gegen das Studium ist immer von einer Vielzahl individueller Faktoren abhängig“, betont sie. „Genau das wird in der Beratung betrachtet und die Studierenden bei ihrer Entscheidung individuell begleitet.“

Wer während der Pandemie am Studium zweifelt, steht vor einer schwierigen Frage: Liegt mir mein Studium eigentlich und ich komme nur nicht so gut mit der Distanzlehre klar? Sollte ich durchhalten und hoffen, dass bald wieder alles wie früher wird - und dabei das Risiko eingehen, dass sich die Onlinelehre noch mehrere Semester hinziehen könnte? Auf diese Fragen gibt es für Alberts keine Standardantwort. „Das hängt ganz davon ab, welche Ressourcen im persönlichen Umfeld verfügbar sind. Auch das sollte individuell im Rahmen einer Studienberatung besprochen werden.“

Die Beratung für Studienzweifler:innen ist ein kostenloses Angebot der UDE und für alle Studierenden da, die unsicher sind, ob sie in ihrem Studienfach oder generell im Studium richtig sind. Wer eine Beratung will, kann donnerstags bei der telefonischen Sprechstunde unter 0203/379-3712 anrufen; eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer will, kann aber per Mail an heike.alberts@uni-due.de einen Termin vereinbaren. Nähere Informationen findet ihr hier. Außerdem berät der Carreer Service zu Jobperspektiven, die Inklusionsstelle rund um Behinderung und chronischen Erkrankungen, und die psychologische Beratung, wenn es euch mental nicht gut geht.

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