Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Campusleben mit 3G (statt LTE)

Der Duisburger Campus: Die Ruhe vor dem Semesterstart. [Foto: Magdalena Kensy]

14.09.2021 13:19 - Magdalena Kensy

Viele Studierende können es kaum erwarten, wieder oder zum ersten Mal einen Fuß in den Vorlesungssaal zu setzen. Dieser Traum vom Campusleben könnte zum Wintersemester 2021/22, trotz gewisser Einschränkungen, in Erfüllung gehen. 

Das Studium in Distanzlehre im eigenen Wohnzimmer könnte bald ein Ende haben. Die Hochschulleitung der Universität Duisburg-Essen (UDE) plant für das kommende Wintersemester 2021/22, die Veranstaltungen mit der 3G-Regel in Präsenz stattfinden zu lassen. Die Voraussetzungen dafür kommen bekannt vor: Zutritt zu Veranstaltungen werden nur Personen haben, die entweder geimpft, genesen oder getestet sind.

Corona-Schnelltests

Corona-Schnelltests werden nach einem Beschluss von Bund und Ländern ab den 11. Oktober kostenpflichtig sein. Die Kosten werden voraussichtlich zwischen 11 und 13 Euro liegen. Auch die Universität Duisburg-Essen wird keine kostenlosen Tests mehr zur Verfügung stellen. 

Seit dem 20. August 2021 gilt in Nordrhein-Westfalen (NRW) eine neue Coronaschutzverordnung, die jedoch keine speziellen Vorgaben für Hochschulen festlegt. Die bisherige Allgemeinverfügung entfällt ebenfalls. Die neuen Regeln sollen gewährleisten, dass alle Einrichtungen und Angebote geimpften und vollständig genesenen Personen offenstehen. Ein negativer Antigen-Schnelltest oder PCR-Test muss ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 bei Veranstaltungen in Innenräumen von allen anderen verpflichtend vorgelegt werden. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein. 

Impfen ist das A und O 

„Die vergangenen drei Semester haben gezeigt, wie wichtig der persönliche Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden ist“, betont Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke. „Präsenz für einen normalen Betrieb der Universität ist unverzichtbar. Damit wir dahin zurückkommen, ist die Impfung der beste Weg. Wir fordern deshalb alle Studierenden und Beschäftigten, die noch keine Impfung hatten, auf, jetzt eines der zahlreichen Impfangebote wahrzunehmen“, appelliert Radke. 

Wer bisher noch keine Impfung erhalten hat, kann dies mittlerweile ohne Termin in zahlreichen mobilen Impfmöglichkeiten in Essen oder Duisburg tun. Impfzentren werden voraussichtlich nach den Plänen der Landesregierung ab Ende September geschlossen. Die Impfungen werden dann nur noch über Arztpraxen erfolgen.

Um am Campusleben im Wintersemester teilnehmen zu können, wird die Einhaltung der 3G-Regel vorausgesetzt. Die Coronaschutzverordnung des Landes NRW verpflichtet die Universität dazu, die Einhaltung der 3G-Regeln zu überprüfen. Wie das geschehen soll, ist laut Thomas Wittek, Ressortleiter Presse & Stabsstelle des Rektorats, noch nicht ganz klar. „Wir arbeiten gerade an Lösungen, wie entsprechende Kontrollen durchgeführt werden können“ (Stand: 07. September 21). Aus einer Pressemitteilung der UDE vom 26. August 2021 ist zu entnehmen, dass „die Fakultäten oder die jeweiligen Aufsichtsführenden in der Pflicht sind, bei jeder Person vor dem Betreten von Lehr- oder Prüfungsräumen die Zugangsvoraussetzungen zu überwachen.“ Des Weiteren soll bei Präsenzprüfungen, die für mehr als 80 Prüfungsteilnehmer:innen zugelassen sind, der Wachdienst der UDE bei den Kontrollen unterstützen. 

Prüfungen, Masken und die digitale Lehre 

Aktuell liegen die 7-Tage-Inzidenzwerte in Essen bei 123,1 (Stand: 10. September) und in Duisburg bei 133,7 (Stand: 09. September). Auswirkungen auf die Präsenzveranstaltungen werden diese in Zukunft nicht mehr haben. „Ausschlaggebend dafür, ob Veranstaltungen in Präsenz stattfinden können oder nicht, ist nicht mehr die Inzidenz, sondern die 3G-Regel. Wir gehen davon aus, dass diese auch bei weiter steigenden Inzidenzen gelten wird und das Wintersemester überwiegend in Präsenz stattfinden kann“, erklärt Wittek. 

Die Präsenzveranstaltungen der UDE werden voraussichtlich stattfinden: „Einige Fragen lassen sich noch nicht endgültig beantworten, da wir uns nach den Vorgaben der Landesregierung richten müssen, die aber zu einigen Details noch ausstehen“, so Wittek. Sicher ist jedoch, dass Student:innen die keinen gültigen Impfnachweis, Genesungsnachweis oder negativen Test vorlegen, die Gebäude der UDE weder zu Lehrveranstaltungen noch zu Prüfungen betreten dürfen. „Nach derzeitiger Einschätzung liegt außerdem ein unentschuldigtes Fehlen vor, wenn Studierende zu Prüfungen erscheinen, ohne die 3G-Vorgaben zu erfüllen. Als Konsequenz kann in solchen Fällen die aktuelle Freiversuchsregel nicht angewandt werden“, so steht es im Presseschreiben der UDE

Trotz der 3G-Regel bleibt in den Gebäuden der Uni und auf allen Verkehrsflächen weiterhin die Maskenpflicht bestehen. Doch Wittek gibt Entwarnung: „An festen Plätzen in Seminaren, Übungen, Vorlesungen und Prüfungen kann die Maske abgenommen werden.“ Die Entscheidung, die Maske dennoch im Unterrichtsgeschehen zu tragen, ist Eigenverantwortung. Denn bei einem infektiösen Student oder einer infektiösen Studentin in der Veranstaltung werden keine Kontaktnachverfolgungen mehr durchgeführt. Grund dafür ist, dass die aktuell geltende Coronaschutzverordnung dies nicht mehr vorsieht. 

Wittek berichtet, dass die UDE in der Lage wäre, auch kurzfristig wieder auf distante Lehre umzustellen. „Ernsthaft kann das aber niemand wollen. Wenn wir in der Pandemie eins gelernt haben, dann wie wichtig die Präsenz für den Austausch von Lehrenden und Studierenden ist.“
 

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