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STUDIUM & FREIZEIT

Bib, ich vermisse dich!

Bibliotheken bieten die nötige Ruhe zum Lernen. [Symbolfoto: pixabay]

03.06.2021 09:43 - Özgün Ozan Karabulut

Bibliotheken versprühen ihren eigenen Charme. Hier kann man in Ruhe lernen und alltägliche Sorgen kurz vergessen. Unser Redakteur hat über die vielen Jahre seines Studiums eine spezielle Bindung zur Universitätsbibliothek aufgebaut, die in der Corona-Pandemie auf eine harte Probe gestellt wird.

Eine Kolumne von Özgün Ozan Karabulut

Die Pandemie hat vieles im Studium verändert: Lehrveranstaltungen finden digital statt, lockere Gespräche mit Kommiliton:innen in der Mensa sind nicht möglich. Auch die Umstände des Lernens haben sich gewandelt. Statt in der Universität pauke ich nun mehr schlecht als recht von Zuhause. Für mich ist das ein Zustand, an den ich mich nur schwer gewöhnt habe. Liebe Bib, auf dich konnte ich mich immer verlassen, besonders in schwierigen Zeiten.

Freier Zugang zu Wissen: Die Bibliothek der UDE forscht

 

Du hast mir ermöglicht, kurz vor der Präsentation für das Seminar die Vortragsfolien zusammenschustern oder das wichtige Exemplar auszuleihen, das ich für die Seminararbeit benötigte. Die Möglichkeit, Vorlesungsunterlagen oder Dokumente auszudrucken und kostenlos einzuscannen, haben mich vor einigen Unannehmlichkeiten bewahrt. Zumal ich erst seit kurzem ein eigenes Gerät besitze. In deinen Gruppenarbeitsräumen ist die Luft oftmals verbraucht, aber dafür verzweifelt man gemeinsam mit den Kommiliton:innen und nicht alleine an der Prüfungsvorbereitung.

Wann sehen wir uns wieder?

Im Lesesaal kann ich mich in verschiedenen Zeitungen über das Tagesgeschehen informieren. Ohne dich hätte ich mich nie für fachfremde Bereiche interessiert. Du hast mir geholfen, meinen Horizont zu erweitern. Du bietest mir einen Rückzugsort, an dem ich mich wohl fühle und für einen Moment meine Sorgen und Ängste vergesse. Ich erinnere mich, als wäre es erst gestern gewesen : Nur du und ich, und die nervenaufreibende Bachelorarbeit. Ohne dich und deine großzügigen Öffnungszeiten bis spät in die Nacht, hätte ich die Abschlussarbeit niemals pünktlich fertig bekommen. Das rechne ich dir hoch an. Manchmal kam es sogar vor, dass ich die Zeit vergaß und fast die letzte Bahn verpasste.

Seit meinem letzten Besuch hat sich einiges verändert. Auch wenn ich nun an einer anderen Uni eingeschrieben bin, bist und bleibst du meine Nummer eins zum Lernen. Als Nicht-Angehöriger der UDE warte ich darauf, dass die Arbeitsplatzbuchung nicht mehr notwendig ist und ich dann lernen kann, wann ich möchte. Im Moment ist es unangenehm ohne dich. Zuhause zu hocken und zu lernen, ist nicht  meins. Wenn ich mich auf den Weg zu dir gemacht habe war klar, dass ich produktiv sein werde. Die bloße Anwesenheit von Studis, die mit einem im selben Raum lernen, kann Wunder bewirken.

Ich sehne mich sogar nach der elendigen Platzsuche während der vorlesungsfreien Zeit, in der gefühlt alle Studis ungeduldig die Räume nach einem freien Platz durchkämmen. Auf dich war stets Verlass. Wer hätte gedacht, dass wir uns für so einen langen Zeitraum nicht mehr sehen können? Ich fiebere dem Tag entgegen, an dem ich endlich wieder bei dir sein kann. Bib, ich vermisse dich!

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