Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Auslandslots*innen helfen UDE-Studis in die große weite Welt

Der Blick über den Tellerrand
[Foto: Richard Heckel/
UDE Auslandslots*innen]

19.12.2019 08:36 - Jacqueline Brinkwirth

Das International Office der Uni Duisburg-Essen (UDE) möchte Studierende auf dem Weg ins Ausland gezielter unterstützen und hat deswegen das Projekt Auslandslots*innen ins Leben gerufen. Long Do Hoang koordiniert die Projektarbeit und hat uns erzählt, was genau die Lots*innen eigentlich machen.

Im Ausland mehr als nur Urlaub machen? Für viele Studierende wird das bereits während des Bachelors zur Realität: Fakultäten wie die Anglistik oder Romanistik haben Auslandsaufenthalte fest in den Studienverlauf integriert.

Wer also französische Philologie studieren möchte, kann ,oder besser muss, mindestens ein Semester im Ausland verbringen. Für angehende Sprachwissenschaftler*innen oder Lehrende ergibt sich das von selbst: Wer eine Sprache auf hohem Niveau erlernen möchte, muss die Anwendung in der Praxis üben. Und das funktioniert am besten, wenn man in einer Umgebung ist, wo die meisten oder gar alle Menschen ausschließlich diese Sprache sprechen. Doch auch abseits der Fremdsprachen kann es sinnvoll sein, die eigenen Fachkenntnisse im Ausland zu vertiefen. Dafür fehlt vielen Studierenden allerdings der Mut.

Studis unterstützen Studis

„Zu wenig Studierende an der UDE wagen den Schritt, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren“, erzählt Long Do Hoang. Das International Office hat deswegen das Projekt Auslandslots*innen ins Leben gerufen.

/Beyond Borders/

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Die Idee: „Studierende überzeugen andere Studierende, auch den Schritt ins Ausland zu wagen.“ Long ist selber Studi und kümmert sich um die Koordination, den Social Media Auftritt und den Blog #heimatdiezweite. 12 Auslandslots*innen arbeiten mittlerweile ehrenamtlich mit und haben alle bereits einen Auslandsaufenthalt gewagt. „Dazu gab es ein Bewerbungsverfahren, bei dem sie ausgesucht wurden. Voraussetzung war auch, dass sie interessante Projektideen mitbringen, die man umsetzen kann“, führt Long aus. 

Wieso sich gerade Studierende für Beratung, Tipps und Unterstützung rund um das Thema Ausland eignen, ist für ihn selbstverständlich: „Wir wissen, was Studierenden durch den Kopf geht, wenn sie ans Ausland denken.“ Die Finanzierung, die Trennung von Familie und Freunden, in einem anderen Land auf sich gestellt zu sein oder im Studium daheim den Anschluss zu verlieren – das sind Sorgen, mit denen sich viele Studis im Vorfeld auseinandersetzen. Die Auslandslots*innen wollen hier auf verschiedenen Wegen zur Seite stehen: durch Erfahrungsberichte, Infos zu einzelnen Universitäten oder Fotos von ihren Auslandsaufenthalten. „Wir wollen in direkten Kontakt mit den Studierenden treten und ihnen die Angst nehmen, von peer to peer“, meint Long. 

Als Physiker*in ins Ausland?

In einigen Fachrichtungen ist es selten, dass Studis den Schritt ins Ausland wagen.

Das liegt häufig daran, dass die Informationen nicht sichtbar genug sind: Vielen ist gar nicht bewusst, dass Förderprogramme wie PROMOS und DUE-Mobil oder Erasmus-Kooperationen ein Auslandsstudium auch in ihrem Studiengang möglich machen. Auch hier setzen die Auslandslots*innen an. „Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass man Studierende findet, die aus verschiedenen Fachrichtungen kommen. Von Medizin bis Lehramt und Physik bis BWL haben wir alle vertreten“, berichtet Long. Lotsin Umayro studiert beispielsweise medizinische Biologie und war mit Erasmus+ ein Semester in Wales. Oder Victoria, die Energy Science studiert und ganze zwei Semester in Ungarn verbracht hat. „Ein Auslandssemester schenkt einem neue Lieblingsorte und safe havens“, schreibt sie zu ihrer Erfahrung auf der Homepage des Lots*innen-Projekts. 

Mit Veranstaltungen, einem Fotowettbewerb und einem bald online gehenden Blog wollen die Auslandslots*innen zukünftig mehr Studierende erreichen und ihnen so die Entscheidung für ein Studium oder Praktikum im Ausland etwas leichter machen. Dass es sich lohnen kann, einen Blick über den Tellerrand zu wagen, sind sich die 12 Studierenden nämlich sicher. 

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