Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

–>Mein Campuserlebnis<–

Alte Leute und die Steckdosen, die zweite

17.06.2019 12:10 - Sophie Schädel

Unsere Redakteurin Sophie wurde neulich von einer hart umkämpften Steckdose verjagt und hat ihre Wut im letzten Campuserlebnis verarbeitet. Nun hat sie es dem Missetäter heimgezahlt.

Erinnert ihr euch an den alten Mann, der mir im Hörsaal meine reservierte Steckdose geklaut hat? An die traurigen sieben Prozent Akku-Ladung meines Laptops? An die beiden alten Männer, die sich trotz Reservierungs-Rucksacks auf „meinen“ Platz gesetzt hatten? An mein Erstaunen, als sie trotz höflicher Bitten nicht weiter rückten, sondern ihre eigenen Tablets anschlossen und sich über mich amüsierten? Ich erinnere mich. Denn ich war verdammt überrascht und verdammt wütend. Ich werde nicht schnell wütend, aber wenn ich es einmal geworden bin, bleibe ich fast schon diszipliniert am Ball.

–>Mein Campuserlebnis<–

Auch ältere Leute können überaus unhöflich sein, wie unsere Redakteurin Sophie während einer Vorlesung feststellen musste.
 

In meinem Kopf sind die beiden alten Studis jetzt meine direkte Konkurrenz um die Steckdose vorn rechts, an der ich am liebsten sitze. Ich bin immer schon eine halbe Stunde vor der Vorlesung da, es geht um mehr als nur geladene Akkus, das Ganze hat sich zur persönlichen Fehde entwickelt. Auch wenn meine Kontrahenten davon ja nichts ahnen können.

Es kam, wie es kommen musste, der – zumindest von mir – lang ersehnte Showdown. Einer von beiden alten Studis tippte mir von hinten auf die Schulter als ich genüsslich meinen schon voll geladenen Laptop per Kabel mit der Steckdose verbunden hatte. „Entschuldigung, kann ich mich hier bitte anschließen?“, fragte er mich. Mein inneres Honigkuchenpferd machte einen Freudentanz. „Nö“, war meine Antwort. „Nein?“, fragte er ganz perplex. Er schien sich nicht an mich erinnern zu können. „Ich würde hier gerne meinen Akku laden.“ „Nö“, wiederholte ich ganz im Glück. Dass eine Silbe solchen Spaß machen kann! „Ich sitze ja jetzt hier“, rieb ich ihm unter die Nase – und hoffte zugleich, dass niemand zuhörte, wie ich einen alten Mann mit schnippischem Ton von der Steckdose verbannte.

„Vielleicht können Sie mir ja sagen, wenn Ihr Akku geladen ist, und ich kann mich dann einstecken“, fragte er sichtlich irritiert. „Ja klar“, antwortete ich mit Blick auf meine volle Akku-Anzeige und mit diebischer Freude. So verbrachte ich die komplette Vorlesung. Aber unter die diebische Freude mischte sich auch ein blödes Bauchgefühl, denn schließlich saß da jetzt jemand, der immer weiter die Bildschirmhelligkeit seines Tablets reduzierte, weil er auf die Steckdose wartete, auf die ich nicht einmal angewiesen war. Aber die Genugtuung überwog, und ich blieb still und ziemlich glücklich sitzen. 

Um meine Bahn zu bekommen, habe ich die Vorlesung ein paar Minuten vor Schluss verlassen. Jetzt kann er die Steckdose haben, dachte ich gütig, und sprach ihn dreimal an, dass der Ladeplatz jetzt frei sei. Er reagierte nicht. Ob er eingeschnappt war oder mich mit seinen alten Ohren nicht hören konnte, weiß ich nicht. Ich habe das trotz schlechten Gewissens jedenfalls als Sieg verbucht.

Mein Learning beim letzten Aufeinandertreffen war: Nicht alle alten Leute schreiben noch auf Papier. Und nicht alle alten Leute sind nett. Diesmal habe ich gelernt: Gemeinheit macht ein verdammt schlechtes Gewissen. Und verdammt viel Spaß.

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