Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

Als Geisteswissenschaftler*in Karriere machen

Dr. Claudia Drawe (links) und Ruth Girmes (rechts) vom Career Service des ABZ [Foto: KarriereTag]

04.06.2019 12:26 - Erik Körner

Am 5. Juni findet der KarriereTag für Geisteswissenschaftler*innen der Universität Duisburg-Essen statt. akduell-Redakteur Erik Körner hat sich mit Dr. Claudia Drawe, der Leiterin des Zentralen Praktikumsbüros der UDE und Verantwortliche für den KarriereTag, über die Hintergründe der Veranstaltung, bisherige Erfolge und Wünsche für die Zukunft unterhalten.

ak[due]ll: Was ist der KarriereTag eigentlich?

Drawe: Der KarriereTag wird dieses Jahr zum elften Mal veranstaltet und ist extra für Geisteswissenschaftler und Geisteswissenschaftlerinnen ausgerichtet. Und er ist einfach eine Möglichkeit, dass sich Studierende der Geisteswissenschaften darüber informieren können, welche beruflichen Perspektiven es gibt. Es gibt eine Messe mit Ausstellern, die präsentieren sich, die wissen auch schon um die Qualitäten der Geisteswissenschaftler und sind natürlich auch daran interessiert, Informationen weiterzugeben. Zusätzlich gibt es noch Vorträge und Workshops. Dieses Mal haben wir zwei Workshops und mehrere Vorträge. Da berichten Leute zum Beispiel von ihrem Berufsleben, wie der Übergang vom Studium zum Beruf war.

ak[due]ll: Ist der KarriereTag denn dann auch für Studierende außerhalb der Geisteswissenschaft interessant?

Drawe: Ja. Zum Beispiel die Bildungs- und Gesellschaftswissenschaften haben ja ähnliche Phänomene. Dass Studierende Fachwissen ansammeln, aber dieses nicht in einem klaren beruflichen Weg endet. Also, dass es kein einziges, klares Berufsbild gibt, das am Ende steht, sondern, dass man sehr viele Möglichkeiten hat. Und je nachdem, was man nebenbei im Studium gemacht hat, kann das in ganz unterschiedlichen Bereichen münden.

ak[due]ll: Was für Unternehmen sind beim KarriereTag vor Ort?

Drawe: Es sind auf jeden Fall Unternehmen aus der Wirtschaft da, wie zum Beispiel ASI, eine Wirtschaftsberatung. Wir haben aber auch beispielsweise das erste Mal den Ruhrverband dabei. Und wir haben häufig was im journalistischen Bereich, also auch viel, das mit Medien zu tun hat.

ak[due]ll: Wird die Veranstaltung von außenstehenden Unternehmen oder Personen gefördert?

Drawe: So etwas gibt es nicht. Das wird finanziell vom Dekanat für Geisteswissenschaften getragen. Zum ersten Mal ist die Verantwortung dafür bei mir, vorher war die immer beim Akademischen Beratungszentrum (ABZ). Aber wir arbeiten nach wie vor eng zusammen. Aber von außen sind sonst nur die Aussteller, Vortragenden und Workshopleitenden. Es gibt allerdings keine Unterstützung von beispielsweise Großunternehmen aus dem Ruhrgebiet.

ak[due]ll: Wie war denn bisher das Feedback der Aussteller*innen?

Drawe: Die Aussteller haben von sich aus berichtet, dass in den letzten zwei bis drei Jahren die Gespräche mit den Studierenden sehr hochwertig waren. Das heißt, Studierende sind vorbereitet hinkommen, haben sich entsprechend informiert und wussten teilweise, mit welchen Unternehmen sie da überhaupt reden. Das fanden die Aussteller und Vortragenden sehr angenehm.

ak[due]ll: Und das der Studierenden? Sind Ihnen irgendwelche „Erfolgsgeschichten“ bekannt?

Drawe: Immer wieder haben Studierende in meinen Sprechstunden gesagt, dass sie die Angebote gut nutzen konnten, dass sie ein bisschen mehr Mut hatten, sich zu melden. Egal, welches Unternehmen das am Ende war. Außerdem haben wir relativ viele Alumni bei Unternehmen unterbringen können. Wir hatten beispielsweise eine Studierende, die auf dem KarriereTag war und die dadurch an ein Volontariat bei der WAZ erhalten hat.

ak[due]ll: Haben Sie denn irgendwelche Wünsche für die Zukunft, um den KarriereTag noch besser zu machen?

Drawe: Potenzial in der Richtung gibt es ja eigentlich immer, aber soweit bin ich relativ glücklich. Ich finde es gut, dass wir so eine große Mischung aus Unternehmen haben. Wir hatten beispielsweise eine ganze Zeit lange die Kindernothilfe dabei, und damit auch NGOs, die Wirtschaftsunternehmen, die städtischen Schnittstellen, wie der Journalismus etc. Ich hoffe, dass es so weitergeht und dass es Studierenden eine Perspektive gibt. Oder einfach einen Anlass, sich einfach mal über das Studium hinaus zu bewerben und umzuschauen.

ak[due]ll: Welche Branchen finden Sie, sollten in der Zukunft noch mit in den KarriereTag einsteigen?

Drawe: Was ich sehr gerne hätte, vor allem, weil es eine Branche ist, in der sehr viel passiert und noch passieren wird, und in der Studierende jederzeit einen Quereinstieg machen könnten, wären Start Ups. Es ist natürlich schwer, da dran zu kommen, schließlich stellen die sich gerade erst auf die Beine. Da ist es schwierig, nebenbei auf einer Messe zu erscheinen. Das andere, was ich auch prima fände, wäre der Bereich Social Media. Wir hatten zu dem Thema letztes Jahr schon mal eine kleine Diskussionsrunde und hatten Experten dazu eingeladen, aber ich fände es schön, könnte man das noch weiter ausbauen.
 

Mehr Informationen zum KarriereTag könnt ihr hier finden: https://www.uni-due.de/karrieretag/

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