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STUDIUM & FREIZEIT

ABZ und BCKS fordern Inklusion bei digitaler Lehre

Inklusion ist auch während der digitalen Lehre ein wichtiger Aspekt. [Foto: Lena Janßen]
18.05.2020 22:08 - Lena Janßen

Das Akademische Beratungs-Zentrum für Studium und Beruf (ABZ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat in Kooperation mit dem autonomen Referat für Studierende mit chronischer Erkrankung und Behinderung (BCKS) ein Dokument zur inklusiven Lehre veröffentlicht. Warum inklusive Lehre auch Zeiten von digitaler Lehre wichtig ist:

„Inklusive Lehre halte ich immer für wichtig, sei es digital oder in Präsenz“, sagt Daniela de Wall-Kaplan von der Beratungsstelle für Inklusion bei Behinderung und chronischer Erkrankung der UDE. Ihrer Meinung nach ist für chronisch Erkrankte zur Zeit schwierig, was auch für gesunde Student*innen aktuell im Studium schwierig ist. Dennoch hält sie es für wichtig, auch während der digitalen Lehre an die Unterschiede zwischen gesunden und chronisch erkrankten Studierenden zu erinnern. „Da ist die Angst vor einer Gefahr der Ansteckung als Risikogruppe, der fehlende Austausch mit anderen Studierenden in Arbeitsgruppen und das Wagnis durch die Erkrankung gerade keine Teilnahme an einem Seminar oder das Nacharbeiten realisieren zu können“, nennt de Wall-Kaplan einige repräsentative Beispiele. 

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Aus diesen und weiteren Gründen ist ein Papier entstanden, in dem Dozierende der UDE aufgefordert werden, ihre Studierenden in Seminaren und Vorlesungen auch digital weiterhin auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. „Bieten Sie Strukturen an: Ein genauer Plan über die Veranstaltung und die Anforderungen ist besonders hilfreich für Studierende, die in der jetzigen Situation ein Problem mit der Selbststrukturierung haben“ oder „Verwenden Sie bitte Formatvorlagen für alle Dokumente, damit Vorleseprogramme diese Dokumente auch vorlesen können“ heißt es unter anderem in dem pdf-Dokument, dass der akduell vorliegt. Zusätzlich wird auf eine erstellte Beispielfolie auf der Webseite des ABZ verwiesen. 

„Der Unterschied ist, dass es für die einen kleine und für andere große Probleme aus der Welt schafft.“

Auch das BCKS veröffentlichte in einer E-Mail ein Plädoyer für Inklusion. Darin macht das autonome Referat darauf aufmerksam, dass Inklusion nicht als etwas gesehen werden dürfe, dass erst stattfindet, wenn es eingefordert wird oder das nur einen kleinen Teil der Studierenden betrifft. Die Dunkelziffer ist weiterhin sehr hoch, denn weder Behinderungen noch chronische Erkrankungen – sowohl physisch, als auch psychisch – sind meldepflichtig. „Wir sprechen also eigentlich von einer sehr viel höheren Zahl die von inklusiver Lehre profitieren würde. Es gibt einen einfachen Grund, warum man Inklusion mitdenken sollte: Sie schadet niemandem“, schreibt das BCKS. Inklusion bedeute nicht mehr, als jeden Menschen von Anfang an mit einzubeziehen. „Der einzige Unterschied ist, dass es für die einen kleine und für die anderen große Probleme aus der Welt schafft.“ 

Das entstandene Papier zur Inklusion bei digitaler Lehre ist in engem Austausch zwischen de Wall-Kaplan und dem BCKS entstanden. „Wir unterstützen uns gegenseitig“, berichtet de Wall-Kaplan. Auch beim Prorektorat für Gesellschaftliche Verantwortung, Diversität und Internationalität (GDI) und in anderen Kommissionen setzt sie sich für die Bedürfnisse von chronisch Erkrankten ein. Außerdem bemerkt sie, dass Betroffene auch in der Coronakrise alle Angebote der UDE wahrnehmen können: „Es finden weiterhin alle Beratungen des ABZ, inklusive der Inklusionsberatung und der psychologischen Beratung per Telefon oder Videokonferenzen statt.“ Auch beim BCKS können betroffene Studierende sich jederzeit melden: „Wir werden gemeinsam nach Lösungen suchen.“

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