Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

STUDIUM & FREIZEIT

5 Zitate zum Kopfschütteln: Aus der Bildungspolitik

Zum Stift zerbeißen. (Symbolbild: Pixabay)

18.02.2019 12:31 - Dennis Pesch

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Kariczek (CDU) gab dem Spiegel kürzlich ein Interview zu unter Anderem der Reform des BAföG. Aus diesem Anlass hat sich unser Redakteur Dennis 5 Aussagen von Politiker*innen angeschaut, bei denen er nur den Kopf schütteln kann.

Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU)

„Man muss ja nicht in die teuersten Städte gehen […] wir haben auch hervorragende Standorte in Gegenden, in denen Wohnen nicht so teuer ist."

Wohnen ist nirgendwo mehr günstig, außer vielleicht in Plauen. Aber niemand will nach Plauen und einen Hochschulstandort gibt es dort auch nicht. Selbst im Ruhrgebiet, wo „nur“ 200.000 bezahlbare Wohnungen fehlen, kostet die Miete, wenn man Glück hat, vielleicht das, was sie als Wohnpauschale in Ihrer BAföG-Reform vorschlagen: 325 Euro. Und stellen Sie sich vor: Es gibt Hochschulen mit unterschiedlichen Studiengängen und die Universität kann man sich nicht immer einfach so aussuchen.

Anja Karliczek, die zweite

„Gleichzeitig dürfen wir die Betriebe nicht überfordern, um die Ausbildungsplätze zu erhalten“ - zur Mindestvergütung bei Ausbildungen.

504 Euro schlagen Sie im ersten Lehrjahr als Mindestvergütung für Azubis vor. Im Moment sind viele Handwerksbetriebe damit überfordert ihren Aufträgen nachzukommen. Wenn es mindestens den BaföG-Höchstsatz für eine Vollzeitausbildung geben würde, dann gäbe es auch mehr Auszubildende, die dabei helfen können, die Aufträge zu erledigen. Denken Sie also noch einmal darüber nach, was genau die Betriebe nun überfordert: Eine ansatzweise faire Bezahlung von der man sich überhaupt eine Wohnung in einer Großstadt leisten kann oder unbesetzte Ausbildungsplätze.

NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos)

„Im Ausland werden Studiengebühren vielfach erwartet, nach dem Motto: »Was nichts kostet, ist nichts wert.« In Asien ist es undenkbar, dass etwas nichts kostet, was gut ist.“

Was ist das für eine Logik von Studierenden aus Nicht-EU-Ländern Geld zu verlangen, nur weil staatliche und private Hochschulen Geld für ein Menschenrecht verlangen? Was können Menschen zum Beispiel aus Pakistan dafür, die sich selbst oft nicht mal ein Studium dort leisten können? „Bei weitem nicht alle Eltern können sich ein Studium ihrer Kinder leisten, obwohl sich die Einkommensquellen der Mittelklasse diversifiziert haben“, schreibt zum Beispiel der deutsche akademische Auslandsdienst.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU)

„Finden sie das nicht glaubwürdiger, wenn sich die Schüler zu Tausenden nach dem die Schule zu Ende ist versammeln würden? Dann würde jeder sagen: ‚mein Gott, die bringen ein persönliches Opfer in der Freizeit für eine gute Sache anzutreten.‘ Einfach den Unterricht zu schwänzen ist da der leichtere Weg" - zur Protestaktion Fridays for Future.

Lieber Landesdaddy, du magst zwar Landesvater genannt werden, aber bist sicherlich nicht der politische Vormund tausender Schüler*innen. Zu behaupten, dass sie kein Opfer bringen würden, wenn sie nicht in die Schule gehen, ist Quatsch. Sie riskieren schlechtere Noten, stellen also ihre persönlichen Ziele hinter einem politischen Ziel an. Außerdem schwänzt niemand den Unterricht. Sie bestreiken deine Politik. Das ist alles, aber mit Sicherheit nicht leicht, weil es genug Schüler*innen gibt, die so sein wollen wie du heute: Petzen, die nur ihren persönlichen Vorteil sehen und vorm Rektor gut da stehen wollen.

Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, Theresia Bauer (Grüne)

„Eine allgemeinpolitische Betätigung hat das Bundesverwaltungsgericht bereits 1979 für unzulässig erachtet“ zur Abschaffung des politischen Mandates der verfassten Studierendenschaft in Baden-Württemberg.

Die Abschaffung von politischer Mündigkeit von Studierenden mit einem Urteil aus 1979 zu begründen, ist schon ein starkes Stück. Man fragt sich, was sie so sehr daran stört, dass die Studierendenvertretungen, wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen auch, ihre Meinung zum politischen Geschehen äußern? Wenn die Hochschulen schon kein Ort für die politischen Auseinandersetzungen in der Gesellschaft sind, was ist denn dann ein Ort an dem gesellschaftliche Debatten ausgetragen werden können?

Vonovia: Mieterhöhungen bis zur Verdrängung?

Mietende werfen der Vonovia vor, Modernisierungen bis zu 50 Prozent auf die Mieten umzulegen.
 

Wer soll das bezahlen?

Tag der Studienfinanzierung am Campus Essen. Alles, was ihr zum Thema wissen müsst:
 

KSK feiert gelungene Premiere in Essen

Seit 50 Jahren existiert der Kunsthistorische Studierendenkongress. Nun war Essen erstmals Gastgeberstadt – mit Erfolg.
 
Konversation wird geladen