Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

SCHWERPUNKT

Wo bekommst du Tipps für dein Start-Up?

(Foto: Daniel Veutgen)

18.12.2018 14:01 - Gastautor*in

Von Daniel Veutgen

Für angehende Gründer*innen gibt es zahlreiche unterstützende Angebote wie Stipendien, Beratungsstellen oder Netzwerktreffen. Gründungsinteressierten Studierenden der Uni Duisburg-Essen (UDE) bietet das IDE – Kompetenzzentrum für Innovation und Unternehmensgründung - mit seinen verschiedenen Leistungen eine erste Anlaufstelle.

Innovationswerkstätten, Lehrveranstaltungen, das Projekt small business management (sbm) und inzwischen sogar einen eigenen Masterstudiengang – das Portfolio des IDE Kompetenzzentrums liest sich umfangreich. Welche Angebote für die eigene Gründung sinnvoll sind, kommt darauf an, wie weit die eigene Unternehmensplanung bereits fortgeschritten ist.

Für Studierende, die sich für das Thema Gründung interessieren, sich jedoch noch Anregungen zur Umsetzung oder Nutzen ihrer Idee wünschen, bieten sich vor allem organisierte Austauschtreffen an. „Zur Vernetzung bieten wir verschiedene Foren an. Einmal im Semester zum Beispiel das Currywurst & Bier Format, wo wir Studierende, Professoren, Unternehmen und Unternehmer mit Leuten, die Co-Working Spaces betreiben, zusammenbringen, um sich auszutauschen“, erklärt Thomas Nußbruch. Er ist Mitglied in der Leitung des IDE und beschäftigt sich seit etwa 10 Jahren mit der Frage: „Wie kriege ich Ideen aus der Uni sichtbar und wie kann ich daraus Geschäftsmodelle entwickeln?“

Neben Currywurst & Bier, bei dem auch eine vegetarische Alternative angeboten wird, bietet sich für Studierende in der Ideenfindungsphase das Social Innovation Barcamp an. Der Fokus der Veranstaltung liegt dabei, wie der Name es schon andeutet, auf innovativen Ideen mit gesellschaftlichem und sozialem Bezug.

„Wie kriege ich Ideen aus der Uni sichtbar und wie kann ich daraus Geschäftsmodelle entwickeln?“

Die Idee steht, was nun?

Mit einem festen Plan, was das zukünftige eigene Unternehmen einmal bieten soll, stellt sich meist die Frage: Wie bringe ich mein Unternehmen überhaupt an den Start? Für angehende Gründer*innen gibt es dabei eine Menge zu bedenken, beispielsweise die Patentsituation, der Businessplan oder die Gesellschafter*innenstruktur.

„Wer überhaupt keine Ahnung von einer Unternehmensstruktur hat, dem bieten wir verschiedene Möglichkeiten an: die Teilnahme am sbm-Programm oder am Business Design Camp, wo auch nochmal die Idee vertieft werden kann. Beim Design Camp bekommt man in zwei bis drei Tagen eine Druckbetankung durch externe Experten“, erklärt Thomas Nußbruch. Das sbm-Programm umfasst vier Kurse, die sich verschiedenen Schwerpunkten widmen: der Orientierungskurs Unternehmertum, der Intensivkurs Betriebliches Rechnungswesen, die Lehrveranstaltung sbm goes hightech und das Blockseminar Unternehmensnachfolge.

„Beim Orientierungskurs Unternehmertum ist die Zielsetzung, am Ende einen Businessplan zu schreiben, den wir auch bewerten und begutachten“, stellt Jennifer Raab einen der vier Kurse vor. Sie ist sbm-Projektkoordinatorin und für die Organisation der Kurse zuständig. Für Thomas Nußbruch stellt das Schreiben des Businessplans einen elementaren Teil der Kurse dar: „Die Teilnehmenden haben danach wirklich Ahnung. Das ist auch unser Ziel. Wir wollen befähigen, zu verstehen, wie so ein Businessplan aufgebaut ist. Wir versuchen den Studierenden ein Rüstzeug mitzugeben, womit sie ihr Unternehmen langfristig entwickeln können.“ Einen Exkurs zum Orientierungskurs Unternehmertum bietet sbm goes higtech mit dem Fokus auf wissens- und technologiebasierte Vorhaben. Allerdings wird in den etwa 25 Stunden des Kurses kein Businessplan geschrieben.

Neuer Masterstudiengang Innopreneurship

Mit Stolz blickt Thomas Nußbruch auch auf den neuen Innopreneurship-Masterstudiengang an der UDE: „Das ist echt ein besonderer Studiengang, da haben wir lange dran gebastelt. Viele dieser Entrepreneur-Studiengänge orientieren sich an den Wirtschaftswissenschaften und lassen im Wesentlichen auch nur Wirtschaftswissenschaftler zu.“ Beim Innopreneurship-Master ist das anders. Neben den ökonomischen werden auch soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt. Wer den Studiengang beginnen möchte, braucht eine überzeugende Bewerbung. Was davor studiert wurde, ist irrelevant.

Wenn die Gründung nach vielen Behördengängen und einer Menge Papierkram endlich abgeschlossen ist, heißt es Aufträge an Land ziehen, Kund*innen gewinnen und Investor*innen überzeugen – kurzerhand: Geld reinholen. Auch hier könne, so Nußbruch, das IDE mit Kontakten weiterhelfen. „Wir haben ein großes Netzwerk an Firmenkunden und versuchen dann natürlich diese mit den Start-Ups zusammenzubringen.“ Früh an Aufträge zu gelangen, hält er für die oberste Priorität. Schließlich sei es wichtiger „einen bezahlten Auftrag zu bekommen, als einen Kredit.“

„Wir versuchen den Studier-enden ein Rüstzeug mitzugeben, womit sie ihr Unternehmen langfristig entwickeln können.“

Für besonders vielversprechende Projekte sei es auch sinnvoll, sich für ein EXIST Stipendium für Gründer*innen zu bewerben. „Das ist eine vom Bund geförderte Stipendienmaßnahme. Für zwölf Monate bekommt man Geld und einen Mentor zur Betreuung. Zum Beispiel einen Professor aus dem Studium.“ Für Studierende gibt es dabei stolze 1.000 Euro pro Monat, für Absolvent*innen mit Hochschulabschluss sogar 2.500 Euro. Hinzu kommt die Förderung von Sachausgaben von bis zu 10.000 Euro über den Förderzeitraum.

Das IDE ist eine wichtige Anlaufstelle für Gründer*innen an der UDE. Doch natürlich gibt es auch außerhalb der Universität zahlreiche Förderprogramme mit teils eigenen Schwerpunkten, wie Jennifer Raab weiß. „Es gibt Angebote, die es Frauen erleichtern wollen zu gründen, zum Beispiel das Gründerinnen Netzwerk Ruhr. Dann gibt es von der Stadt Duisburg ein Netzwerk für Gründerinnen mit verschiedenen Veranstaltungen, die sich primär mit dem Schwerpunkt als Frau zu Gründen und unternehmerische Tätigkeiten auszuüben, auseinandersetzen.“ Andere Netzwerke würden beispielsweise migrant*innenspezifische Angebote bieten.

Zwischen den universitären und den außeruniversitären Angeboten bewegen sich die studentischen Unternehmensberatungen. Ihre Leistungen zeichnen sich im Vergleich zum IDE-Kompetenzzentrum als „reine Beratungsprojekte“ aus, sagt Jennifer Raab. Klassische Aufgaben sind „Branchen-Analysen“ oder der Aufbau „einer Customer-Relationship“. Im Gegensatz zu den hochschuleigenen Angeboten sind die Angebote der studentischen Unternehmensberatung oft nicht kostenlos.

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