Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

SCHWERPUNKT

Was wir euch gerne sagen möchten

Foto: caro

11.06.2018 12:08 - Sarah Dannehl

Was sollte die Gesellschaft über psychische Erkrankungen und psychisch erkrankte Menschen wissen? Wir haben Betroffene und Angehörige nach ihren Wünschen gefragt:

Max*: „Ganz allgemein sollte man emotionale Intelligenz entwickeln und Grundlagen der psychischen Hygiene lernen. Man sollte eine adäquate Vorstellung von den meistverbreiteten Störungen haben und die mit dem Unwissen verbundenen Ängste abbauen. Man muss wissen, dass 99,99 Prozent aller Menschen mit einer psychischen Störung ganz normal sind. Sie sind nicht gefährlich und sie sind nicht infektiös. Sie wollen möglichst ein normales Leben führen und nicht als krank stigmatisiert werden.“

Annika*: „Auch wenn die Erkrankungen psychisch sind und die Betroffenen mit einer Maske noch zu funktionieren scheinen, ist dem nicht so. Es ist genauso sehr eine Krankheit wie jede körperliche, die man sehen kann. Diese Leichtfertigkeit und Stigmatisierung ist mit das Schlimmste, was ihr einer psychisch kranken Person sagen könnt, weil ihr genau damit die Angst dieser Person davor, sich zu öffnen, fördert. Dadurch verhindert ihr effektiv, dass diese Personen das eh schon geringe Selbstwertgefühl zusammenraffen können, um sich Hilfe zu holen.“

Christian*: „Hört auf mir zu sagen, ich solle mich nicht so anstellen. Wäre es so einfach, dann hätte ich das Problem nicht.“

Lena*: „Es sollte generell mehr aufgeklärt werden, was sowas eigentlich ist und wie es sich äußert – vielleicht auch in Schulen, dort müssen wir alle hin. Damit man weiß, worauf man zum Beispiel auch bei anderen achten muss. Ich wünsche mir, dass Leute lernen, dass Depressivsein nicht heißt, man ist einfach traurig, dass Leute lernen, dass es sich um eine reale Erkrankung handelt und es nicht damit getan ist zu sagen 'reiß dich mal zusammen!'.“

Tom*: „Ich kann lachen und Spaß haben, obwohl ich depressiv bin. Ich habe zwischendurch gute Tage und muss mich dann rechtfertigen, nach dem Motto: ‚Der hat doch gar nichts’ oder ‚So schlecht kann es ihm dann ja nicht gehen’.“

Marie*: „Mich nervt es, dass es mittlerweile fast schon Trend geworden ist, lachend vorzugeben, man sei ein bisschen OCD (zwanghaft). Für Menschen, die tatsächlich darunter leiden, ist es kein Spaß, sondern eine ernste Einschränkung der Lebensqualität. Zudem führen solche leichtfertigen Aussagen dazu, dass Betroffene nicht ernst genommen werden.“

*Namen von der Redaktion geändert

/Beyond Borders/

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