Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

SCHWERPUNKT

Was kostet ein Essen in der Hauptmensa am Campus Essen?

Auf der Suche nach einem schönen Plätzchen

[Foto: Lorenza Kaib]

06.06.2019 08:44 - Dennis Pesch

Studierende können in der Hauptmensa am Campus Essen Schlemmen bis zum Abwinken. Drei Hauptgerichte, ein Wok- oder Grillgericht, Eintopf und Beilagen bietet das Studierendenwerk von Montag bis Freitag dort an. Doch was genau kostet das Studierendenwerk ein Besuch von euch in der Hauptmensa im Durchschnitt und welche Kosten müssen da berechnet werden? Für unseren Schwerpunkt haben wir nachgefragt.

Sagen wir mal, ihr geht nach einem harten und interessanten Seminar in die Hauptmensa am Campus Essen und gönnt euch ein Truthahnsteak mit Estragonsauce für 1,80 Euro, einen Salat mit Dressing für 60 Cent und eine Club Mate für 1,30 Euro. Dann seid ihr nicht nur fit fürs nächste Seminar, sondern hättet etwas mehr Geld ausgegeben als das was im Jahr 2018 durchschnittlich bei einem Mensabesuch in Essen ausgegeben wurde: 3,48 Euro. Das teilte auf unsere Anfrage hin Johanne Peito, die Kommunikationsleiterin des Studierendenwerks, mit. Der Betrag errechnet sich aus dem Durchschnitt von 472073 Belegen, die in der Hauptmensa des Essener Campus im Jahr 2018 gebucht wurden.

Zurück zum Truthahnsteak mit Estragonsauce: Wie ihr euch vorstellen könnt, ist das eine ganz Menge Arbeit für die Mitarbeiter*innen des Studierendenwerks die Steaks zuzubereiten. Zudem muss es zuvor auch noch beschafft werden. 1,96 Euro von den 3,48 Euro Umsatz, die das Studierendenwerk mit dem Essen macht, gehen für die Beschaffung drauf, also über die Hälfte. 2,73 Euro gehen an die Mitarbeiter*innen, die das Essen für euch zubereiten und verteilen, die putzen, den Küchenbetrieb organisieren und alles was sonst noch dort an Arbeit anfällt.

Dazu entstehen erhebliche Energiekosten zum Beispiel bei der Zubereitung des Steaks, also bei der Stromversorgung und beim Heizen. 80 Cent entfallen auf die Energie. Gut gereinigt und Instand gehalten wird die Mensa ebenfalls, damit sie mal nicht so endet wie die vor einigen Jahren geschlossene Mensa Bibliothek in Duisburg. 37 Cent kostet das Studierendenwerk die Reinigung pro Beleg, 16 Cent die Instandhaltung.

Personalkosten, aber anders

Wenn sich nicht alle Steaks am Mittwoch verkaufen, werden die Reste vom Studierendenwerk weg geworfen. Das kostet wiederum im Durchschnitt 4 Cent pro Beleg. Ihr merkt wahrscheinlich schon, dass die Kosten deutlich höher sind als die Einnahmen, die das Studierendenwerk mit dem Verkauf von Essen erzielt. 2,59 Euro Miese erzielt das Studierendenwerk bisher nach der Auflistung der bisherigen Punkte – und das war noch nicht alles.

Die Einrichtung muss sich natürlich auch an betriebswirtschaftliche Standards halten. 24 Cent werden für sogenannte Abschreibungen berechnet, was verkürzt für die Verteilung der Abnutzungskosten der Mensa steht. Je länger die Mensa und ihre Einrichtung existiert, desto mehr Wert verlieren zum Beispiel Kochplatten, Stühle, Tische, Spülmaschinen und so weiter. Das muss das Studierendenwerk in die Kalkulation einrechnen.

Für die noch übrigen Overhead-Kosten in der Gastronomie werden dann noch 72 Cent fällig.

Auf sonstige Aufwendungen entfallen 9 Cent pro Kassenbon. „Das sind zum Beispiel Kosten für Versicherungen, Werbemittel, Bürobedarf und Wartungskosten für Hard- und Software“ sagt Peito.
Zwei weitere große Punkte bilden zu dem die sogenannten Overhead-Kosten in der Gastronomie und ganz allgemein. Die allgemeinen „fallen für den Verwaltungsapperat des Studierendenwerks an. Zum Beispiel sind das Personalkosten im Verwaltungsbereich, die auf alle Bereiche des Unternehmens umgelegt werden“, so die Pressesprecherin. Darunter fallen Kosten für die Geschäftsführung, das Rechnungswesen, den Einkauf und die Unternehmenskommunikation, also zum Beispiel auch Peitos Stelle. Für die allgemeinen Kosten fallen so 1,15 Euro an.

Peito erklärt: „Die Personalkosten, die in der Berechnung separat aufgeführt sind, sind die Kosten, die wirklich nur für die Mitarbeiter*innen in der Mensa selbst anfallen.“ Die Unternehmenskommunikation etwa arbeitet übergeordnet für alle Bereiche des Studierendenwerks, deshalb werden die Kosten auch auf alle Bereiche umgelegt und dann anteilig in der Kalkulation für einen Kassenbon in der Mensa eingerechnet.

Verlustausgleich durch Zuschüsse

Für die noch übrigen Overhead-Kosten in der Gastronomie werden dann noch 72 Cent fällig: „zum Beispiel für das Zentrallager, Wirtschafter*innen, Ökotrophologen, also die Ernährungswissenschaftler*innen“, verdeutlicht sie. Insgesamt hat das Studierendenwerk, wenn ihr etwas weniger als das Truthahnsteak, den Salat mit Dressing und eine Club Mate kauft, rund 4,79 Euro Verlust pro Kassenbon gemacht im Jahr 2018.

Damit ihr aber weiterhin jeden Tag günstig Essen könnt, zahlt ihr einerseits den Sozialbeitrag von 95 Euro pro Semester ans Studierendenwerk und andererseits unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen den Mensabetrieb finanziell. Wie sich die beiden Posten jedoch im Einzelnen auf einen Besuch in der Mensa aufteilen, kann das Studierendenwerk nicht genau beantworten, sagt Peito: „Die Posten ‚Zuschuss‘ und ‚Sozialbeitrag‘ finden Sie nicht in der Rechnung, da diese über alle Bereiche des Studierendenwerks verteilt werden und nicht eins zu eins gegengerechnet werden (können).“

Klar ist aber: „Der Verlust wird durch Zuschüsse und Sozialbeiträge ausgeglichen, sodass wir am Ende möglichst bei Null landen“, so die Kommunikationsleiterin. Die Beispielkalkulation gilt außerdem nur für die Hauptmensa am Campus Essen und ist nicht übertragbar auf andere Gastro-Angebote des Studierendenwerks. Würdet ihr also keinen Sozialbeitrag zahlen und das Land keine Zuschüsse zahlen, gäbe es auch keinen funktionierenden Mensabetrieb.

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