Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

SCHWERPUNKT

Ratgeber: Wie du dich für ein Stipendium bewirbst

Was brauche ich für eine gute Bewerbung?
[Symbolfoto: Lena Janßen]

24.03.2020 11:20 - Lena Janßen

Du denkst darüber nach, dich für ein Stipendium zu bewerben, aber bisher fehlen dir Informationen und Anhaltspunkte? Wir haben mit Dr. Oliver Neuhoff und Jina Joseph Vazhavelil vom Akademischen Beratungszentrum (ABZ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) darüber gesprochen: Was sind die ersten Schritte? Und wie geht es nach der Online-Bewerbung weiter?

Wer auf der Suche nach einem Stipendium ist, sollte sich zu Beginn der Recherche darüber informieren, welche bestehenden Förderwerke es gibt. Denn das Angebot ist groß und zwischen den Anforderungen der Förderer und den Kandidat*innen sollte es passen.

Studieren mit Stipendium: Kein Einserschnitt nötig

Unser Schwerpunkt im März dreht sich um das Thema Studieren mit Stipendium.
 

Dabei geht es nicht ausschließlich um sehr gute und gute Noten, sondern auch um die Persönlichkeit der Bewerber*innen, ihr soziales Engagement und die familiäre Situation. So kommen zum Beispiel auch Menschen, die seit mehreren Jahren ein Ehrenamt bekleiden oder aus einer finanzschwachen Familie stammen, für ein Stipendium in Frage. Durch eine Art Markt der Möglichkeiten bietet das ABZ im Rahmen des Projektes „Stipp Stipp Hurra“ für interessierte Studierende die Gelegenheit, mit Fördernden, Expert*innen der UDE und anderen Stipendiat*innen vor Ort ins Gespräch zu kommen und erste Stipendiumsluft zu schnuppern. Dabei ist es möglich, die einzelnen Förderwerke kennenzulernen und Fragen zu stellen. Diese Veranstaltung findet zwei Mal jährlich an beiden Campussen statt. Zusätzlich bietet das ABZ eine Vielzahl von Infomaterialien auf der zugehörigen Webseite und ist im Rahmen der Orientierungswoche auf den Einführungsveranstaltungen der Erstsemester vertreten. 

Die Workshops

Hauptsächlich bietet die UDE zur Vorbereitung auf den Weg ins Stipendium Workshops im Zuge des Projektes „Stipendienkultur Ruhr“ an. Hier kooperiert die UDE mit sechs weiteren Hochschulen im Ruhrgebiet. Es werden drei Workshops angeboten, die thematisch aufeinander aufbauen. Der erste Workshop nennt sich „Wie finde ich mein passendes Förderungswerk?“. Inhaltlich beschreibt Jina Joseph Vazhavelil ihn folgendermaßen: „Wir möchten den Stipendieninteressierten zunächst einen Überblick über die Förderungswerke verschaffen. Welche Förderungswerke gibt es? Wie unterscheiden sie sich voneinander? Was sind meine Vorteile als Stipendiat*in und worauf sollte ich bei der Recherche achten?“

Nach dem ersten Workshop gehen die Teilnehmer*innen mit einem sogenannten Profil-Check-Bogen nach Hause. Dieser soll die Bewerber*innen dabei unterstützen, sich für das geeignete Förderwerk zu entscheiden. Ist diese Entscheidung gefallen, muss ein Motivationsschreiben verfasst werden. Auch hier bietet ein Workshop Unterstützung an. Dr. Neuhoff empfiehlt den Bewerber*innen, frühzeitig mit dem Schreiben zu beginnen, da viel Zeit und Energie investiert werden muss. Im zweiten Workshop bekommen die Interessent*innen dann Tipps und Tricks für das Motivationsschreiben an die Hand: „Dieser Workshop findet in Kooperation mit der Schreibwerkstatt der UDE statt, bei dem die Teilnehmer*innen den Aufbau und die Struktur eines solchen Schreibens kennenlernen und hilfreiche Leitfragen mit auf dem Weg bekommen.“ Wie kann ich meine Persönlichkeit bestmöglich präsentieren? Wie schildere ich meinen Werdegang am idealsten? Diese Leitfragen sollen als Unterstützung dienen, um im Schreiben die eigene Persönlichkeit, Werte und Ziele und die Gründe für eine Stipendiumsbewerbung in eigenen Worten darzustellen.

Übung macht den*die Meister*in

Wenn der Bewerbungsvorgang abgeschlossen ist, lässt sich die darauffolgende Zeit für die Vorbereitung auf ein Auswahlgespräch nutzen. Zu diesem Thema findet auch der dritte und letzte Workshop des ABZ statt. „Dort haben die Interessierten die Möglichkeit, potenzielle Anforderungen im Auswahlprozess kennenzulernen“, erläutert Neuhoff. Dieser Workshop findet in Kooperation mit dem Forum für mündliche Kommunikation (FMK) statt. Die Teilnehmenden bekommen  Gelegenheit, ein Vorstellungsgespräch zu üben, aktiv an Diskussionen zu fachfremden Themen teilzunehmen oder vor einer Gruppe zu referieren.

„Die Möglichkeit, Stipendiat*innen zu interviewen, wird gerne genutzt.“

Wenn sich die Möglichkeit ergibt, lädt Joseph Vazhavelil auch Stipendiat*innen ein, die im Rahmen der Workshops Fragen zum Bewerbungsprozess beantworten und von ihren eigenen Erfahrungen im Auswahlgespräch berichten: „Diese Möglichkeit, eine*n Stipendiat*in zu interviewen wird sehr gerne genutzt. Teilnehmer*innen berichteten danach oft, dass sich durch das Gespräch mit einem*einer Stipendiat*in Hemmungen und Ängste abgebaut haben“.

Die Teilnahme an den Workshops muss nicht nach der Reihenfolge stattfinden. Es kann immer der Workshop gewählt werden, der im Bewerbungsprozess gerade am sinnvollsten erscheint. Bei terminlichen Schwierigkeiten ist es außerdem möglich, die Workshops an einer der kooperierenden Hochschulen des Projektes „Stipendienkultur Ruhr“ (unter anderem die Ruhr Uni Bochum, die TU Dortmund oder die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) zu besuchen und nicht direkt an der UDE. Es soll somit ein hochschulübergreifendes Informations- und Workshopangebot entstehen. Wichtig dabei ist die Homepage des Projektes, die als zentraler Anlaufpunkt und Informationsquelle dient.

Dort finden sich auch alle Termine für die kommenden Workshops. Somit soll ein verbessertes, strukturiertes Monitoring der Stipendiendaten in der Region gewährleistet werden. „Im Rahmen des Projekts möchten wir möglichst mit vielen verschiedenen Institutionen der UDE zusammenarbeiten. Dafür ist es wichtig, mit vielen Akteuren der UDE zu kooperieren, um das Thema mehr und mehr in den Alltag der Hochschule zu integrieren“, ist es Joseph Vazhavelil wichtig zu betonen. Denn das Ziel dieses Projekts wäre es, bis zum Jahr 2022 eine Stipendienkultur an den Hochschulen im Ruhrgebiet zu schaffen. Zusammengefasst: Wer an der UDE oder an einer der kooperierenden Hochschulen im Ruhrgebiet studiert und sich für ein Stipendium interessiert, ist mit den Informationen und den vielfältigen Angeboten des Projektes „Studienkultur Ruhr“ bestens beraten und betreut. Auf geht’s!

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