Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

SCHWERPUNKT

Kommt Bewegung ins KKC?

[Foto: Maren Wenzel]

17.06.2019 13:53 - David Peters

Das Kunst- und Kulturcafe, kurz KKC, am Essener Campus ist seit September 2015 geschlossen. Ein Raum, der am Campus fehlt, für Partys, kulturelle und politische Veranstaltungen aller Art. Nun könnte Bewegung in die Sache kommen: Eine mögliche Wiedereröffnung steht zur Debatte. Es gab bereits erste Gespräche zwischen Studierendenwerk, AStA und der Universität.

Ursprünglich lag das KKC in der Hand der Studierendenschaft, wurde aber später in die neugegründete AStA Service GmbH ausgegliedert. Die Geschäftsführer der GmbH waren zeitgleich auch die AStA-Vorsitzenden und zahlten sich somit auch selbst Gehälter aus. Sie standen unter anderem wegen Veruntreuung in über 100 Fällen vor Gericht. Der Prozess endete im November 2016 mit einem Freispruch.

Am Ende stand eine finanziell ruinierte AStA Service GmbH da, die die Nutzungsrechte des KKC 2012 schnell für nur 25.000 Euro an das Studierendenwerk verkaufte. Im September 2015 musste das KKC dann wegen Brandschutzmängeln und einer millionenschweren Sanierung endgültig schließen. Schon der Ankauf der Nutzungsrechte durch das Studierendenwerk führte zu Unmut unter den Studierenden, noch mehr aber die Schließung. Immer wieder organisierten sie sogar Proteste für eine Neueröffnung – ergebnislos.

KKC soll den Essener Campus beleben

Nun scheint wieder Bewegung in die Geschichte rund um das KKC zu kommen. Der Kanzler der Universität Duisburg-Essen Rainer Ambrosy äußerte sich auf Anfrage der akduell: „Ich bin sehr an einer Wiedereröffnung des KKC interessiert und versuche alles Mögliche, dies in meiner mir noch verbleibenden Amtszeit zumindest auf einen guten Weg zu bringen. Mit dem kommissarischen Geschäftsführer des Studierendenwerks, Herrn Lüken, bin ich mir in diesem Wunsch einig.” Ambrosys Amtszeit läuft noch bis zum August 2019.

Auch AStA-Vorsitzende Amanda Steinmaus wünscht sich eine Wiedereröffnung: „Es gibt kein Campusleben hier in Essen. Es ist das Minimum, dass das KKC überhaupt wieder aufmacht.” In Duisburg steht den Studierenden für Veranstaltungen wie Vorträge oder Partys der AStA-Keller oder der Freiraum zur Verfügung. In Essen gibt es seit der Schließung des KKC keine Räumlichkeiten für solche Dinge.

Doch ganz so einfach ist es mit der Neueröffnung nicht, gibt der kommissarische Geschäftsführer des Studierendenwerks Jörg Lüken zu Bedenken: „Die Schwierigkeit wird darin liegen, ein Budget und einen Rahmen festzulegen, zu welchem wir das KKC instand setzen können. Ich habe Kontakt zu einem Planungsbüro aus Bochum hergestellt, das auch mit herausfordernden Situationen arbeiten kann. An das Sanierungskonzept in Millionenhöhe, das einmal im Raum stand, können wir einen Haken setzen. Wir wollen, dass das KKC in einem vernünftigen Rahmen wieder eröffnet werden kann.” 

„Mein Ziel ist es, den Studierenden das KKC zu überlassen.”

Obwohl Lüken einer kompletten Sanierung des KKC eine Absage erteilt, steht auch diese Möglichkeit im Raum. Dieser Plan wurde auch schon im Verwaltungsrat des Studierendenwerks diskutiert, so die ehemalige Vorsitzende Joey Strasdat: „Es gab erst die Überlegung, eine Sanierung vorzunehmen, um das komplett aufzumachen. Da beliefen sich die Kosten auf mehrere Millionen Euro, da ging es auch darum, dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb als Eigentümer des Gebäudes sich beteiligen muss. Da gab es wieder das typische Kompetenzgerangel und dann hat man überlegt, dass erstmal auf Eis zu legen, weil wir kein Geld haben.”

Ursprünglich war das KKC für 800 Menschen ausgelegt, das sei heute nicht mehr möglich, so Lüken: „Das KKC ist nicht geeignet für große Events – das geht unter den heutigen Bedingungen nicht mehr. Wir sprechen über maximal 199 Gäste. Bei einzelnen Veranstaltungen kann versucht werden, über die Stadt eine Sondergenehmigung zu erhalten, aber 800 Leute passen da heute nicht mehr rein. Das ist ein Traum und funktioniert heute nicht. Das liegt vor allem am Brandschutz und dem Thema Fluchtwege.”

Auch für einen Betrieb mit 199 Gästen müssten gewisse Mängel behoben werden, wie beispielsweise bei den Sanitäranlagen, aber auch bei den bereits erwähnten Brandschutzmaßnahmen. „Es stellt sich jetzt gerade die Frage, mit wieviel Kosten dies verbunden ist. Wir haben hier immer noch keine klaren Aussagen, werden diese aber in Kürze haben”, so Kanzler Ambrosy. „Dann wird es sich um die Frage drehen, wie man die entsprechenden Finanzmittel gemeinsam zwischen AStA, Studierendenwerk und Universität aufbringen kann.” Auch in diesem Punkt ist er sich mit Lüken einig. „Wir wollen es uns aber natürlich nicht leicht machen. Wir wollen einen fairen, gut überlegten Vertrag mit drei Partnern: Dem AStA, der Hochschule und dem Studierendenwerk”, führt der Leiter des Studierendenwerks aus.

Zurück in die Hand der Studierenden?

Jörg Lüken würde das KKC zudem am liebsten in den Händen der Studierenden sehen: „Mein Ziel ist es, den Studierenden das KKC zu überlassen.” Die Fehler des „Skandal-AStA” sollen sich nicht wiederholen, deswegen möchte Lüken dem Studierendenwerk eine Eingriffsmöglichkeit vorbehalten. „Wir überlegen jetzt gemeinsam mit dem AStA, wie wir es betreiben können. Dann schließen wir einen gegenseitigen Vertrag mit der Möglichkeit, bei Schwierigkeiten einzugreifen. Es kann immer sein, dass eine Einrichtung missbräuchlich genutzt wird. Da muss eine Möglichkeit bestehen, zu sagen: Das wollen wir nicht.”

Der Wunsch des AStAs ist es allerdings, die Nutzungsrechte des KKC zurückzuerlangen und nicht nur einen gemeinsamen Vertrag mit dem Studierendenwerk zu schließen. Unklar bleibt auch, wer die Kosten der Sanierung übernehmen wird und wie diese Aufteilung vertraglich geregelt wird. Vermutlich wird es also darauf hinauslaufen, dass bei der Finanzierung alle drei Parteien beteiligt sein werden. „Wir hoffen, mit allen sprechen zu können und eine Begehung zu machen”, so Steinmaus.
 

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