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RATGEBER & TERMINE

Wie schreibe ich eine gute Bewerbung?

Sei keine Basic Bitch bei deinen Bewerbungen. [Symbolbild: Pixabay]
13.05.2019 16:22 - Julia Segantini

„Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich als…“ Schreibt man das überhaupt noch? Wir haben bei Ramona Tasci, Leiterin des Essener Standortes der Stiftung Bildung & Handwerk, nachgefragt, welche Fehler beim Schreiben von Bewerbungen häufig gemacht werden und worauf man bei einem guten Anschreiben achten sollte. 

Früher oder später sitzen wir alle vor einem leeren Word-Dokument und überlegen, wie wir unsere*n potentielle*n Arbeitgeber*in von uns überzeugen können. Wie uns das am besten gelingt, weiß Ramona Tasci. Vor allem solle man sich keine Vorlagen aus dem Internet ziehen oder gar ganze Textbausteine übernehmen, betont die Expertin.

„Standardsätze sollte man tunlichst vermeiden. Sowas wie ‚Bei der Jobbörse habe ich erfahren, dass…‘ und ‚Hiermit bewerbe ich mich als…‘. Besser ist zum Beispiel: ‚Ihre Stellenausschreibung entspricht genau dem Tätigkeitsfeld, welches meinen beruflichen Zielen am besten entspricht. Da ich mich die letzten Jahre via XY-Studium und YZ mit gutem Erfolg auf AB vorbereitet habe, bewerbe ich mich hiermit in Ihrem Unternehmen‘“, schlägt sie vor. „Es sollte von Anfang an klar sein, dass das mal eine andere Bewerbung ist“, meint sie. Deshalb sei es auch nicht immer ratsam, sich an DIN-Normen zu halten. Diese legen Standards von zum Beispiel Geschäftsbriefen hinsichtlich Seitenränder, Leerzeichen, Absätze und Hervorhebungen fest. Überwiegend seien diese Normen veraltet, sagt Tasci. 

Sich selbst gut verkaufen

Inhaltlich sollte man den Schwerpunkt darauf setzen, die wichtigsten Fähigkeiten hervorzuheben und zu umschreiben, statt sie einfach nur herunterzurattern, so die Expertin. Dazu gehören nicht nur Fertigkeiten aus dem Studium. „Hobbys und Interessen können auch der Grund sein, warum man bestimmte Dinge gut kann“, betont sie. Auch dabei sei Vorsicht geboten. „Es wird nicht gut angesehen, wenn man Hobbys wie Fußball reinbringt, bei denen der Chef schon absehen kann, dass man sich häufig verletzt“ , sagt sie. Andererseits zeigten Mannschaftssportarten wie Fußball, dass man teamfähig sei. Man müsse deshalb immer abwägen, was wichtiger ist. Auch ein Hobby wie Joggen könne erwähnenswert sein, denn es zeige, dass man gesundheitsorientiert ist, gibt sie zu bedenken.

„Standardsätze sollte man tunlichst vermeiden.“

Aber wie trifft man den richtigen Ton? „Heutzutage bewirbt man sich nicht mehr mit ‚ich möchte bitte bei Ihnen arbeiten‘, man verkauft sich eher. Man sollte sich ein bisschen als Produkt sehen und dem Arbeitgeber klar machen, warum man der beste Mitarbeiter ist. Man darf also ruhig ein bisschen arroganter sein“, sagt Tasci.
Hilfreich sei, sich vorab gründlich über den Betrieb zu informieren. „Mit wem hat man es dort zu tun, was ist das Leitbild des Unternehmens. Auf der Homepage bekommt man auch schon raus, ob der Betrieb eher locker oder spießig ist“, meint Tasci. Deshalb sei es sinnvoll, die Ansprechpartner*innen zu googeln. „Die meisten Leute haben ein Profil bei Xing, da sieht man auch, mit wem man es da zu tun hat und was man sich erlauben kann und was nicht“, sagt sie.

Mit dem Layout beeindrucken

Auch beim Layout gelte es einiges zu beachten. „Ich möchte, dass mein Arbeitgeber weiß, dass ich ein bisschen verrückt bin und aus der Reihe tanze. Das zeige ich, indem ich mit dem Layout arbeite und den Text nicht ganz so konventionell verfasse“, berichtet Tasci. Wie ausgefallen man sein Anschreiben gestalten kann, hänge davon ab, wo man sich bewirbt. Bei kreativen und lockeren Betrieben sei es aber in jedem Fall empfehlenswert, so Tasci. Auch auf diese Weise könne man zeigen, was man drauf hat. 

„Word hat gute Vorlagen, mit denen mal spielen und beispielsweise auch die Farben ändern kann“, empfiehlt sie. Dort gebe es mehrere, teilweise sehr ausgefallene Motive für Bewerbungsschreiben und Lebensläufe. „Man sollte das aber nicht überfrachten. Und ich orientiere mich immer an den Farben des Betriebs und an meinem Foto. Wenn ich etwas Blaues trage, achte ich darauf, dass ich das Layout in der Farbe halte und sich nicht sticht“, rät sie. Wer sich besondere Mühe geben will, kann auch versuchen, das Firmenlogo nachzustellen. „Nicht kopieren, denn die Logos sind geschützt. Aber durch meine Grafikdesign-Kenntnisse konnte ich das schon mal nachbasteln“, erzählt sie.  Formal gelte die Faustregel: Nicht mehr als eine Seite Anschreiben. „In Ausnahmefällen gehen auch mal zwei, wenn man wirklich viel erzählen muss, weil die Ausschreibung sehr viel erfragt hat.“ 

Individualität zeigen

Die häufigsten Fehler seien Mängel in der Rechtschreibung und Zeichensetzung, unvollständige Unterlagen, kein Foto oder unpassende Kleidung auf Fotos. „Das kann  übrigens auch ein Bauarbeiter sein, der sich mit Hemd und Schlips bewirbt“, sagt Tasci. Ein häufiges Manko sei aber vor allem die fehlende Individualität. „Man muss seine eigene Note mit einbringen, sich interessant machen“, betont sie. „Ich stelle mir immer bildlich den Stapel an Bewerbungen vor, den die da haben. Man muss irgendwie herausstechen“, sagt sie. Deshalb solle man nie die gleiche Bewerbung an mehrere Unternehmen schicken, das falle sofort auf.

Überwiegend sind DIN-Normen veraltet.

Eine gute Methode sei, sich an der Anzeige entlang zu hangeln. „Man sollte alles aufgreifen, was in der Stellenausschreibung erfragt wird“, sagt sie. Das ginge zum Beispiel indem man schaut, welche der eigenen Kompetenzen wie auf die verlangten Fähigkeiten passen. Dabei könne man natürlich auch auf Praktikumszeugnisse verweisen, allerdings solle man diese nur anhängen, wenn diese auch wirklich mit dem Beruf zu tun haben, so Tasci. Sollten Computerkenntnisse erwünscht sein, die man nicht besitzt, sollte man seine Lernbereitschaft betonen. Erwähnen sollte man außerdem unbedingt, welcher Aspekt an der Stelle eine*n besonders interessiert. 

Bildquelle: lizenzfreies Bild, pixabay

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