Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

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Wie ich vom Geschichts-Noob zur Historikerin wurde

07.10.2019 10:47 - Jacqueline Brinkwirth

Eigentlich wollte ich Journalismus studieren. Aber ein zu hoher NC machte mir einen Strich durch die Rechnung. Also entschied ich mich für Anglistik und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) – eine Notlösung. Wie ich trotz eines furchtbaren ersten Tages schließlich doch noch zur Vollblut-Historikerin wurde.

 Ein Studium zu beginnen, fühlt sich ein bisschen wie Einschulung an: alles ist neu, da sind tausend fremde Menschen und man hat keine Ahnung, was passiert. Mein erster Tag im Geschichtsstudium begann ganz genauso, und zwar montags um 8.30 Uhr mit dem Integrativen Proseminar (IPS). An der RUB bildet das IPS mit zwei anderen Modulen das Grundstudium im Fach Geschichte und vermittelt alles, was man als angehende*r Historiker*in wissen sollte.

Ich war also guter Hoffnung, dass irgendwie schon alles klappen würde. Mit mir saßen ja 35 andere Studis im Raum, die genauso ahnungslos waren wie ich. Dachte ich zumindest. Es waren keine zwanzig Minuten vergangen, als die Dozentin für Antike, die das IPS leitete, nach allen römischen Kaisern und der Dauer ihrer Regierungszeit fragte – und um mich herum jede Menge Hände in die Höhe schossen, um die Frage zu beantworten. Mir waren zu diesem Zeitpunkt lediglich Caesar und Augustus ein Begriff, die Jahreszahlen ihrer jeweiligen Kaiserzeit völlig unbekannt. Das fängt ja gut an, dachte ich und wollte am liebsten sofort das Handtuch werfen.

 Es folgten zwei Semester, in denen mir oft genug vor Augen geführt wurde, dass es a) sehr viele Menschen gibt, die mehr wissen als ich und dass es b) sehr viele Sachen gibt, die man nicht wissen muss, um im Studium erfolgreich zu sein. Denn obwohl ich mir Daten und Namen selten merken konnte und ich mir einige historische Fakten erst anlesen musste, schloss ich meinen Bachelor mit einem guten Notenschnitt und einer historischen Bachelor-Arbeit ab. Was ich dabei gelernt habe: Aller Anfang ist schwer, aber Durchhalten kann sich auch lohnen. Nur wann Caesar Kaiser war, weiß ich immer noch nicht.

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