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RATGEBER & TERMINE

Wie erstelle ich einen Lernplan?

Wissen, was zu tun ist [Foto: Sophie Schädel]
​​​​​​​27.06.2020 20:44 - Sophie Schädel

Einen Lernplan zu schreiben, kostet euch ein paar Stunden. Und die sind gut investiert: Ohne Plan lernt ihr ins Blaue hinein. Entweder zu viel, oder ihr habt vielleicht ständig das miese Gefühl, dass es nicht reicht. Mit Lernplan habt ihr die Ruhe, euch ganz aufs Lernen zu konzentrieren, weil ihr genau wisst, dass die Zeit bis zur Klausur für alles, das ihr euch vorgenommen habt, ausreicht. Wichtig zu Beginn: Das hier ist ein Ratgeber für einen optimalen Lernplan. Wenn ihr erst knapp vor euren Klausuren anfangt zu lernen, müsst ihr einige der Tipps aus diesem Artikel etwas anpassen oder ganz über Bord werfen.

Damit das Ganze hier nicht nur graue Theorie ist, nehme ich euch mit, wie ich meinen fiktiven Lernplan erstelle. Da meine Klausuren ein paar Wochen nach Vorlesungsende liegen, muss ich keine Univeranstaltungen mehr einplanen, sondern kann die Tage komplett zum Lernen nutzen. Aber auch im laufenden Semester ist lernen möglich, dann muss man sich die festen Termine eben freihalten. Ich schreibe einen Plan, der jede Woche von neuem beginnt und in festen Lernblöcken funktioniert. Ein zweistündiger Block pro Lerneinheit – meist der Stoff einer Vorlesung oder Übung.

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Ich plane immer rückwärts. Soll heißen: Am Donnerstag, den 24. September, schreibe ich meine Statistikklausur. Ab Montag in dieser Woche lerne ich dafür nichts Neues mehr, sondern wiederhole nur noch. Davor plane ich eine Woche Puffer ein, sollte ich krank werden oder mit dem Stoff langsamer durchkommen als gedacht. Ich lerne ab eine Woche nach Vorlesungsende, dazwischen ist Urlaub. Also lerne ich Statistik in den Wochen zwischen dem 27. Juli und dem 13. September.

Ich will erst jede der zehn Vorlesungen einmal komplett wiederholen – macht zehn Lernblöcke. Außerdem will ich jedes Übungsblatt zweimal rechnen – je zwei Lernblöcke - und am Ende Extrazeit für meine Problemfälle haben – macht also nochmal 25 Lernblöcke. So rechne ich auch für die anderen Klausuren aus, wie viele Lerneinheiten ich brauche und verteile dann alles auf die Zeit bis zum jeweiligen Stichtag.

Macht auch Pausen, Leute. Ehrlich.

Ich starte täglich um 8 Uhr und mache um 19 Uhr Feierabend. Das ist zwar ein langer Tag, aber ich plane lieber großzügig und bin früher fertig als gedacht, statt gegen Ende in Panik auszubrechen. Außerdem ist das keine reine Lernzeit: Pausen sind inclusive. Ich lerne gerne mit der Pomodorotechnik – immer 25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause. Ihr könnt aber auch wie in Univeranstaltungen alle Zeiten als c.t. betrachten – also startet der erste Lernblock um 8.15 Uhr und endet um 9.45.

Denn ähnlich wichtig wie Lernen sind die Pausen dazwischen. Von 12 bis 13 Uhr ist meine Mittagspause und um 19 Uhr mache ich Feierabend, sonst ist mein Kopf am nächsten Morgen nicht wieder fit. Samstags ist mein Puffertag. Da hole ich auf, was unter der Woche nicht nach Plan lief – nicht verstanden, keine Zeit gehabt, fehlende Motivation. Sonntags ist definitiv frei, das hat man sich verdient und es ist bitter nötig für die Regeneration und weil man ja auch in der Lernphase Freund*innen hat und schöne Dinge unternehmen will.

Das war der grobe Rahmen für meinen Lernplan. Jetzt zur Einteilung der Lernblöcke: Ich schreibe vier Klausuren - Statistik, VWL, Philosophiegeschichte und Einführung in die Philosophie. Statistik und VWL fallen mir recht schwer und ich muss viel Zeit einplanen, um zusätzlich zum Auswendiglernen der Fachbegriffe die ganzen Übungsblätter durchzurechnen. Für Philosophiegeschichte muss ich trockene Fakten auswendig lernen, aber die Klausur gibt nur wenige Credit Points, also lasse ich es hier ruhiger angehen. Und in der Einführungsvorlesung muss ich nur bestehen und bekomme keine Note, da lerne ich also auf Lücke und brauche nicht viel Zeit.

In der Woche der jeweiligen Klausur werfe ich meinen Lernplan über Bord und konzentriere mich auf Wiederholung und Altklausuren. Allerdings solltet ihr nicht mehrere Tage am Stück nur für ein Fach aufwenden, sondern wenigstens kurz auch die anderen wiederholen: Nach Ebbinghausens Vergessenskurve sinkt mit der Zeit unsere Erinnerung an den Stoff exponentiell. Der Lichtblick, wenn diese Lernphase sich mal wieder wie Kaugummi ziehen sollte: Irgendwann sind die Klausur vorbei, und wenn ihr euch an euren Plan haltet, könnt ihr die auch ohne schlechtes Gewissen hinter euch bringen. Viel Erfolg!

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