Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

RATGEBER & TERMINE

Welche Finanzierungsmöglichkeiten haben Studis?

Wer Geld will, muss sich durch den bürokratischen Dschungel wühlen und einen Antrag nach dem anderen ausfüllen.​​​​​ [Foto: David Peters]

26.02.2019 12:45 - David Peters

Zu einem erfolgreichen Studium gehören nicht nur Creditpoints oder eine Bachelor-Arbeit, auch über ihre Studienfinanzierung müssen Studierende sich Gedanken machen. Welche Leistungen können beansprucht werden und welche Voraussetzungen muss man dafür erfüllen? Die Sozialberatung des AStAs bietet hier Unterstützung an.

Nicht jede*r Studierende kommt aus gut betuchtem Hause oder hat so viel Geld auf der hohen Kante, dass er*sie das Studium aus der eigenen Tasche finanzieren kann. Dann könnte es sich lohnen, auf gewisse finanzielle Unterstützungen zurückzugreifen. Udo Gödersmann von der Sozialberatung des AStA Duisburg-Essen hilft Studierenden bei Fragen rund um BAföG, Kindergeld oder Sozialversicherungen. Für seinen ersten Rat ist es dann allerdings meistens schon zu spät. „Die Studierenden sollten sich vor Studienbeginn über ihr Budget im Klaren sein und sich um die Finanzierung kümmern“, rät Gödersmann. Auch eine frühzeitige Rücksprache mit den Eltern über die Finanzierung des Studiums sei empfehlenswert. Dies betrifft zum Beispiel das Thema Unterhalt.

Bis zu 844 Euro Unterhalt

Die Sprechstunden der Sozialberatung könnt ihr ohne einen Termin besuchen:

Dienstags (10 bis 14 Uhr) und Mittwochs (12 bis 16 Uhr) in Duisburg in Raum LF026.

Montag (12 bis 16 Uhr) und Donnerstag (10 bis 14 Uhr) in Essen in Raum T02 S00 K07

Die Sprechstunden finden auch während der vorlesungsfreien Zeit statt.

Grundsätzlich müssen die Eltern mit Unterhaltszahlungen die Kosten der ersten Ausbildung finanzieren. Begründet wird das damit, dass von Studierenden nicht verlangt werden könne, neben ihrer Ausbildung ihren gesamten Lebensunterhalt dazuzuverdienen. Die Höhe des Unterhalts orientiert sich an der sogenannten Düsseldorfer Tabelle und ist abhängig vom Einkommen der Eltern. Im Jahr 2019 können Studierende Anspruch auf Unterhalt in Höhe von 527 bis 844 Euro haben. In welchem Zeitraum Unterhalt gezahlt werden muss, ist nicht näher definiert, richte sich aber nach der durchschnittlichen Studiendauer, so Gödersmann. Unterhaltsansprüche werden allerdings immer individuell entschieden und manchmal weigern sich Elternteile auch, Unterhalt zu zahlen. Mehr zu diesem Thema findet ihr in unserem Schwerpunkt zum Thema Unterhalt.

Neben Unterhalt ist wohl BAföG eine der bekanntesten Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. Rund ein Drittel der Studierenden bezieht BAföG, das nach dem Studium zur Hälfte zurückgezahlt werden muss, allerdings nur bis zu einem Betrag von maximal 10.000 Euro. Der Anspruch auf BAföG und dessen Höhe ist abhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern und den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Studierenden selbst. Hierzu zählen auch Nebenjobs. In der Regel wird die Förderung nur für den Zeitraum der Regelstudienzeit gewährt. „Bei Urlaubssemestern  oder Unterbrechungen des Studiums entfällt der Anspruch auf BAföG allerdings“, erklärt Udo Gödersmann. Dennoch lohnt es sich immer einen BAföG-Antrag zu stellen. BAföG wird nämlich rückwirkend ab dem Antragsmonat gezahlt, sofern der Antrag positiv beschieden wird. Elternunabhängiges BAföG kann man beispielsweise bekommen, wenn man bei Ausbildungsbeginn über 30 Jahre alt ist oder wenn man nach einer dreijährigen Ausbildung mindestens drei Jahre lang erwerbstätig war. 

Verständlichere Formblätter

Bei der Antragsstellung helfen das BAföG-Amt oder die Sozialberatung. Das ist oft auch nötig, denn die bürokratischen Formulare überfordern Viele. Gödersmann hat dazu eine klare Meinung: „Die Formblätter halte ich für zu kompliziert.“ Er wünscht sich mehr „bürgernahe Sprache“ und eine zielgruppenorientierte Gestaltung der abgefragten Punkte. In den verantwortlichen

Ausschüssen sitzen in seinen Augen zu viele Menschen, die ihr Leben lang in Ämtern arbeiten und die Formblätter auch dementsprechend gestalten. Aber auch Fragen zu Nebenjobs oder Verdienstgrenzen sind laut Gödersmann in den Sprechstunden der Sozialberatung besonders häufig Thema. Manche Studierende interessieren sich aber auch dafür, wie es mit dem Anspruch auf BAföG bei einem Studium im Ausland aussieht.

Eine weitere Möglichkeit für Studierende ist es, Wohngeld zu beantragen. Das Wohngeld ist als Zuschuss für Menschen gedacht, „die ihre Miete kaum bestreiten können“, erklärt Gödersmann. Wer allerdings Anspruch auf BAföG hat, unabhängig davon, ob er welches erhält, ist vom Wohngeld ausgeschlossen, da im BAföG bereits eine Pauschale für Wohnungskosten enthalten ist. Der Zuschuss beläuft sich auf ungefähr 20 bis 100 Euro monatlich.
Studierende bis zum 25. Lebensjahr haben grundsätzlich bei der Erstausbildung Anspruch auf Kindergeld. Hier können sie bis zu 235 Euro monatlich erhalten. Antrag zu spät gestellt? Kein Problem: „Kindergeld wird bis zu sechs Monate rückwirkend gezahlt“, so Gödersmann.

Die Schwerpunkte der Sozialberatung

  • Bafög
  • Kindergeld
  • Studieren und jobben
  • Fragen zur Sozialversicherung
  • Finanzielle Hilfen beim Studienabschluss
  • Finanzielle Hilfen in Notlagen
  • Finanzielle Hilfen für Studierende mit Kind
  • Stipendien
  • Wohngeld

Auch Waisen- bzw. Halbwaisenrente wird rückwirkend gezahlt, hier gibt es keine Beschränkung. Waisenrente kann man beziehen, bis man 27 Jahre alt ist oder aber seine Ausbildung abgeschlossen hat. Voraussetzung ist, dass der verstorbene Elternteil mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Bei der Waisenrente gibt es außerdem, anders als beispielsweise beim BAföG, keine Grenze für den Nebenverdienst.

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