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RATGEBER & TERMINE

Wascht eure Hände

Mindestens 20 Sekunden lang waschen!
[Foto: Erik Körner]

24.03.2020 14:03 - Erik Körner

Wer momentan das Haus verlassen muss, läuft Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Glücklicherweise gibt es neben Social Distancing ein weiteres praktisches Wundermittel, das eine Infektion verhindern kann: Handseife.

Die meisten Viren bestehen aus drei Dingen: Der RNA, Proteinen und Lipiden, also Fetten. „Die RNA trägt das genetische Material eines Virus‘. Die Proteine haben verschiedene Aufgaben, zum Beispiel in die Zielzelle zu brechen oder bei der Virusreplikation zu helfen“, erklärt Pall Thordarson, Professor für supramolekulare Chemie an der School of Chemistry der Universität Südwales auf Twitter. Er fügt hinzu: „Die Lipide bilden einen Mantel um das Virus. Der dient unter anderem seinem Schutz.“

„Beim Husten, und insbesondere Niesen, können kleine Tropfen bis zu zehn Meter weit fliegen; größere Tropfen, die das Virus eher übertragen, bis zu zwei Meter“

Seife enthält fettähnliche Substanzen, die sogenannten Amphiphile. „Sie sind den Lipiden in der Virusmembran sehr ähnlich. Sie ‚konkurrieren‘ nicht nur mit den Lipiden, sondern auch weiteren Verbindungen, die dabei helfen, die Proteine, RNA und Lipide zusammenzuhalten“, erläutert der Wissenschaftler. Aus diesem Grund reicht es auch nicht, sich nur mit Wasser die Hände zu waschen. Laut Thordarson konkurriert Wasser nur mit den „starken, Kleber-ähnlichen Interaktionen zwischen der Haut und dem Virus mittels Wasserstoffverbindungen.“ Zwar besteht so die Chance, den Viruskörper von der Haut abzuspülen. Ihn mit Seifenwasser ab- und aufzulösen ist dennoch die sicherste Option.

Bitte unbedingt in die Armbeuge niesen

Reinigungsmittel auf Alkoholbasis können ebenfalls helfen. Allerdings empfiehlt Thordarson einen Alkoholgehalt von mindestens 60 Prozent. Ist er niedriger, löst der Alkohol den Virus nicht schnell genug auf. Der Griff zum desinfizierenden Handgel sollte also niemals eine gründliche Reinigung mit Seife ersetzen.

Da ihr nun wisst, wie ihr euch selbst vor dem Virus schützt, ist es Zeit darüber zu reden, wie ihr andere schützt. Dass Social Distancing die effektivste Methode ist, ist selbstverständlich. Selbst die, die im Home Office arbeiten dürfen, müssen irgendwann einkaufen gehen. Achtet dann darauf, in eure Armbeuge zu husten oder zu niesen. „Beim Husten, und insbesondere Niesen, können kleine Tropfen bis zu zehn Meter weit fliegen; größere Tropfen, die das Virus eher übertragen, bis zu zwei Meter“, so Thordarson.

Laut dem Wissenschaftler trocknen diese Tropfen zwar schnell aus, das Virus bleibt aber weiterhin aktiv. Wie lange sie aktiv bleiben, hängt von der Oberfläche, auf der sie landen, und diversen Umweltbedingungen ab. „Auf glatten Oberflächen, wie Stahl, Porzellan oder Teflon formt das Virus kaum Wasserstoffbindungen, wodurch er sich nicht stark an diese Oberflächen bindet“, schreibt Thordarson. „Auf ihnen kann das Virus mehrere Stunden, teils sogar bis zu einem Tag aktiv bleiben. Sonnenlicht, Feuchtigkeit oder Hitze können diese Zeit minimieren.“ Deshalb solltet ihr besonders gründlich die Hände waschen, wenn ihr beispielsweise Haltestangen in einer Bahn oder einen Einkaufswagen angefasst habt.

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