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Warum Gesundheitsvorsorge auch für junge Menschen wichtig ist

Ein wichtiger Termin [Foto: Jacqueline Brinkwirth]

08.06.2020 11:10 - Jacqueline Brinkwirth

Gesundheit ist etwas, das zum Menschsein elementar dazugehört. Denn sie beeinflusst maßgeblich, wie wir unser Leben verbringen. Um möglichst lange gesund zu bleiben hat die Medizin Methoden entwickelt, um Erkrankungen vorzubeugen oder diese möglichst früh zu erkennen und zu behandeln: Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen. Wir haben bei der Ärztekammer Nordrhein nachgefragt, warum Vorsorge besonders auch für junge Menschen wichtig ist. 

Gesundheit ist erst einmal ein sehr abstrakter Begriff. Es gibt unterschiedliche Definitionen und (philosophische) Perspektiven, um zu erklären, was Gesundheit eigentlich bedeutet. Allen gemeinsam ist, dass Gesundheit elementarer Bestandteil eines Menschenlebens ist. Innerhalb der Medizin hat sich deswegen ein eigener Zweig ausgebildet, der die Erhaltung der Gesundheit in den Blick nimmt: die Präventionsmedizin. Gerade für junge Menschen ist Gesunderhaltung jedoch häufig kein Thema, weil die eigene Gesundheit als selbstverständlich betrachtet oder erst bewusst wahrgenommen wird, wenn Krankheiten das Fehlen von Gesundheit deutlich machen.

„Wenn wir ausfallen, würden die Krankenhäuser in Keimen ersticken“

 

Worauf sollten junge Menschen also achten, um möglichst lange gesund zu bleiben? „Sicher gehören ausreichende Bewegung, eine gute Ernährung, Nichtrauchen und ein sparsamer Genuss von Alkohol zu den wesentlichen Faktoren, die jeder Mensch für seine eigene Gesundheit tun kann“, erklärt die Ärztekammer Nordrhein dazu. Über einen gesunden Lebensstil hinaus werden Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. „Impfen gehört zum Besten, was je für die Gesundheit entwickelt wurde. Denn wer erfolgreich geimpft ist, wird erst gar nicht krank.“ Der medizinische Nutzen von Impfungen ist erwiesenermaßen groß, Langzeitschäden durch Impfstoffe können bis heute nicht belegt werden. Dennoch wächst innerhalb der Gesellschaft die Skepsis gegenüber Impfempfehlungen.

Impfen schützt

Da in Deutschland keine Impfpflicht besteht, sind die Impfquoten beispielsweise bei Masern seit Jahren rückläufig. Das Bundesgesundheitsministerium, Gesundheitsexpert*innen und die deutsche Ärztekammer sprechen sich weiterhin entschieden für Impfungen aus. Besonders aus solidarischer Sicht sei ein Impfschutz wichtig und richtig, da einige Menschen aufgrund von Vorerkrankungen oder Schwangerschaft nicht geimpft werden können und so ein höheres Risiko haben, sich mit leicht übertragbaren und potentiell tödlichen Krankheiten wie Masern, Polio oder Hepatitis B anzustecken. „In sehr vielen Aufklärungskampagnen wird meist nur der individuelle Nutzen von Impfungen betont. Der gleichzeitig einsetzende Nutzen und Schutz für die Gemeinschaft wird dabei oft nicht ausreichend verdeutlicht“, heißt es hierzu seitens der Ärztekammer.

In Deutschland decken die gesetzlichen Krankenkassen alle Standardimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene finanziell ab. Dazu gehören unter anderem Diphterie, Hepatitis B, Masern, Meningokokken C, Mumps, Pneumokokken, Tetanus und Windpocken. Seit 2006 gehört zudem die Schutzimpfung gegen HP-Viren (HPV) dazu. Diese Viren können Gebärmutterhalskrebs, Penis- oder Analkrebs auslösen. Rund 80 Prozent aller Frauen* infizieren sich Hochrechnungen zufolge im Laufe ihres Lebens mit HPV, bei Männern* wird das Risiko deutlich geringer eingeschätzt. Zwar lösen nicht alle HP-Viren eine Krebserkrankung aus, sinnvoll ist die Impfung dagegen dennoch. Empfohlen wird diese zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr, spätestens jedoch bis zur Volljährigkeit. Solltet ihr noch nicht gegen HPV geimpft sein, gilt grundsätzlich, dass die Impfung noch bis zum Alter von 27 Jahren einen gewissen Schutz gegen sogenannte Hochrisiko-HPV bietet. Deswegen übernehmen viele Krankenkassen die Kosten der Impfung auch über die Volljährigkeit hinaus. Informationen dazu findet ihr meist auf der Website eurer Krankenkasse.

Wurdet ihr im Kindesalter umfassend geimpft, so ist es wichtig, den Impfschutz für bestimmte Krankheiten im Erwachsenenalter aufzufrischen. Hierzu zählen vor allem Schutzimpfungen gegen Diphterie und Tetanus, die alle 10 Jahre erneuert werden sollten. Ein Hinweis darauf, wann die nächste Impfung ansteht, gibt euch der Impfpass. Hier wird der gesamte Impfschutz eines Menschen ärztlich dokumentiert. Grundsätzlich darf jede*r Ärzt*in impfen, in der Regel übernehmen dies jedoch Hausärzt*innen, Internist*innen oder auch Frauenärzt*innen. 

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Neben Schutzimpfungen sind auch Vorsorgeuntersuchungen wichtig, gerade zur Vorbeugung von Krebserkrankungen. „Krebs kann heute in vielen Fällen geheilt werden. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt wird“, erläutert die Deutsche Krebsgesellschaft. Für fünf Arten von Krebs werden seitens der Ärztekammer Früherkennungsuntersuchungen empfohlen: Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Hautkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs. Abhängig von Geschlecht und Alter übernehmen die Krankenkassen die Untersuchungen jeweils in bestimmten Abständen. „Ab 20 Jahren können Frauen einmal jährlich eine Genitaluntersuchung und einen Abstrich durchführen lassen. Ab 35 kommt zur Krebsvorsorge eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung hinzu.“

„Ab 20 Jahren können Frauen einmal jährlich eine Genital-Untersuchung und einen Abstrich durchführen lassen.“

Jüngere Frauen können ihre Brust prophylaktisch selbst abtasten, um ein besseres Gespür für Veränderungen des eigenen Körpers zu bekommen. Eine Anleitung, wann und wie ihr eure Brust richtig abtastet, stellt zum Beispiel die Deutsche Krebsgesellschaft zur Verfügung. Allerdings macht sie dort auch deutlich: „Die Selbstuntersuchung der Brust ist kein Ersatz für die Teilnahme an ärztlichen Früherkennungs-Untersuchungen.“ 

Ein Hautkrebs-Screening wird grundsätzlich erst ab 35 Jahren alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings empfiehlt es sich hier, einen Blick in den Leistungskatalog eurer Krankenkasse zu werfen: Die AOK Nordwest übernimmt die Kosten der Untersuchung zum Beispiel bereits für Versicherte ab 20 Jahren. Auch wenn Vorsorgeuntersuchungen anstrengend erscheinen und in vielen Fällen unangenehm sein können, solltet ihr – wenn möglich – regelmäßig hingehen. Bei vielen Krebsarten können so bereits Vorstufen erkannt und behandelt werden oder die Heilungschancen um ein Vielfaches gesteigert werden. Gesund zu sein und zu bleiben ist keine Selbstverständlichkeit. Grund genug also, das Möglichste dafür zu tun.

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