Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

RATGEBER & TERMINE

Vom Echten und Rechten

29.11.2013 15:00 - Friedrich von Einhalt

Zwei Dinge scheint der Bürger zu benötigen, um sich als vollwertiger Mensch zu fühlen: Zum einen sind dies Rechte, zum anderen das Echte. Recht will er haben, echt hingegen will er sein. Mit Wahrheit oder Richtigkeit hat hierbei allerdings keiner der beiden Begriffe noch etwas gemein. Vielmehr geht es hier einmal mehr darum, die bürgerliche Gesellschaft aus sich selbst heraus zirkulär zu begründen.Was der Bürger tut, nennt er das Recht. Recht hat er und das hat er per Definition, da er sonst kein Bürger mehr wäre, sondern ein bloßer Krimineller.

Immer wieder tönt er laut und lauter, daß dieses und jenes Recht ihn vor Willkür schütze, dabei besteht offenkundig ein himmelweiter Unterschied zwischen dem Besitz des Rechtes und der Macht, ein solches geltend zu machen. Die bürgerliche Gesellschaft kann nur weiterbestehen, solange sie diese Illusion aufrechterhält.

Was der Bürger hingegen ist oder vielmehr sein will, das nennt er das Echte. Wer sonst nichts ist, ist zumindest echt. Eine solche Echtheit ließe sich sicherlich fremdwörtelnd zur Authentizität aufblasen und abgrenzen von Eigenschaften wie Verschlagenheit, Maskenhaftigkeit oder Künstlichkeit. In Wahrheit allerdings ist die vermeintliche Echtheit doch eben jene Maske, die der Bürger zu tragen hat, um nicht als künstlich zu gelten. Mit Gottes Schöpfung hat sie nichts gemein.

Oh du Fröhliche!

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