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Vögel füttern: Das muss man beachten

Bei Meisenknödeln sollte auf Plastiknetze verzichtet werden. [Foto: David Peters]
13.01.2021 17:32 - David Peters

Im Winter füttern viele Menschen die Vögel auf ihrem Balkon oder Garten und erfreuen sich an den kleinen Besuchern vor ihren Fenstern. Doch was muss man dabei beachten? Der NABU (Naturschutzbund) NRW gibt Tipps für die richtige Fütterung.

Welches Futter ist für die Vögel im heimischen Garten das Richtige? Und in welcher Form sollte man es anbieten? Wer sich mit der Thematik auseinandersetzen möchte, steht vor einer Vielzahl von Fragen. Zuerst sollte es darum gehen, das richtige Behältnis für das Vogelfutter auszuwählen. Der NABU NRW empfiehlt hierzu einen Futterspender, der das Futter vor Nässe und Witterungsbedingungen schützt, denn nasses Futter könne zur Ausbreitung von Krankheitserregern beitragen. Statt eines offenen Futterhäuschen sei ein sogenanntes Futtersilo besser geeignet, weil offene Futterhäuschen täglich gereinigt werden müssten, um eine Verunreinigung durch Vogelkot zu verhindern.

Auch der Standort spielt eine wichtige Rolle: „Der Futterspender wird am besten an einer übersichtlichen, gut einsehbaren Stelle platziert, so dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können“, so der NABU. Zeitgleich begünstige ein solcher Standort auch die ungestörte Beobachtung der Vögel. Neben Katzen können auch Fensterscheiben eine Gefahr für die Vögel darstellen. „Sie können leicht zur tödlichen Falle werden, wenn sich zum Beispiel Bäume im Glas spiegeln.“ Um Zusammenstöße zu verhindern, könne man Aufkleber an der Scheibe anbringen.

Richtige Futterauswahl – Brot vermeiden

Bei der Auswahl des Futters empfiehlt der NABU Sonnenblumenkerne oder Futtermischungen, die verschiedene Samen unterschiedlicher Größe enthalten. „Weichfutterfressern wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amseln und Wacholderdrosseln kann man Rosinen, Äpfeln oder Haferflocken in Bodennähe anbieten“, so der Naturschutzbund. Hierbei sollte man aber darauf achten, dass dieses Futter nicht verdirbt. Auch die bekannten Meisenknödel sind eine geeignete Wahl. „Bei Meisenknödeln muss man immer darauf achten, dass sie nicht in Plastiknetzen eingewickelt sind“, erklärt Christian Härting, Vogelexperte beim NABU NRW. „Die Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen.“

 

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Auch mit Nüssen kann man die Vögel im Garten füttern. [pixabay.com]

 

Unbedingt vermeiden sollte man eine Fütterung mit Brotresten: „Brot ist viel zu salzig, quillt im Magen der Vögel auf und verdirbt schnell. Das vertragen die Tiere überhaupt nicht. Das gilt übrigens auch für Enten“, betont Härting. Laut NABU sollte auch auf die Qualität des Vogelfutters geachtet werden: „Billige Futtermischungen sind oft mit Samen der allergieauslösenden Ambrosia oder anderen nicht erwünschten Pflanzen verunreinigt.“

Wirklicher Beitrag zum Naturschutz ist umstritten

Welchen Beitrag man mit der Vogelfütterung zum Naturschutz leistet, ist umstritten. Die Deutsche Wildtierstiftung gibt zu bedenken: „Wer Gartenvögel füttert, hilft den wirklich bedrohten Arten, die kaum in der Nähe von Menschen leben, nicht. Trotzdem ist die Fütterung für Blaumeise, Kohlmeise, Buchfink oder Rotkehlchen eine wichtige Hilfe in kargen Zeiten.“ Diese kargen Zeiten würden meist in der zweiten Winterhälfte beginnen, wenn die Temperaturen die Energiereserven der Vögel aufzehren und eine Schneedecke die Nahrungssuche erschwert.

Auch der NABU erklärt, dass für den Schutz einer artenreichen Vogelwelt die „Erhaltung von vielfältigen, naturnahen Lebensräumen“ vorrangig sei. „Ein naturnaher Garten mit vielen Stauden und heimischen Sträuchern ist die beste Ganzjahreshilfe für unsere gefiederten Freunde im Siedlungsbereich. Hier lassen sich Vögel dann ebenso gut beobachten wie am Meisenknödel oder Futterhäuschen“, so Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW.

In den Gemeinden und Städten gäbe es laut NABU ebenfalls noch Handlungsbedarf: „Neben Dach- und Fassadenbegrünungen, strukturreichen Grünflächen und Parkanlagen mit altem Baumbestand und heimischen Wildpflanzen würden mehr Nisthilfen sowie eine Verminderung des Vogelschlags an Gebäuden deutlich zum Erhalt der Artenvielfalt in Städten beitragen.“

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