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Tipps, um sicher durch Bachelor- und Masterarbeit zu kommen

Recherche läuft [Foto:Jacqueline Brinkwirth]

12.09.2020 13:16 - Jacqueline Brinkwirth

Sie markiert das Ende eines Studiums oder den Übergang vom Bachelor zum Master: die Abschlussarbeit. Für viele Studierende ist das Nachdenken über die schriftliche Prüfungsleistung mit Angst verbunden, denn in den meisten Studiengängen macht sie einen großen Teil der Gesamtnote für den Abschluss aus. Redakteurin Jacqueline Brinkwirth schreibt gerade an ihrer Masterarbeit und hat auf dem Weg hilfreiche Tipps gesammelt, um euch den Schreibprozess eurer Abschlussarbeit zu erleichtern.

Die Abschlussarbeit ist die letzte Hürde, die Studierende vor einem spezifischen Bildungsabschluss nehmen müssen. Dabei ist es erst einmal egal, ob es die Bachelor- oder Masterarbeit ist, denn eine solche wissenschaftliche Arbeit erfordert in beiden Fällen gute Organisation, Zeitmanagement und vor allem Durchhaltevermögen. Im Dschungel der Ratgeber über wissenschaftliches Arbeiten und die perfekte Hausarbeit kann man jedoch leicht den Überblick verlieren und am Ende immer noch vor der Frage stehen: Wo fange ich eigentlich an?

Abschlussarbeiten sind auch nur Hausarbeiten

Im Normalfall ist die Abschlussarbeit nicht die erste wissenschaftliche Arbeit, die ihr in eurer Unikarriere verfassen müsst. Auch wenn die Ansprüche bei Bachelor- oder Masterarbeit natürlich höher sind, gibt es vor allem beim Planungs- und Schreibprozess einige Gemeinsamkeiten. Wichtig ist in erster Linie, dass ihr euch mit einem Thema eurer Wahl in der Tiefe auseinandersetzt, eine Arbeitshypothese oder Fragestellung entwickelt und euch dann eine:n passende:n Korrektor:in sucht. Zwar könnt ihr euch auch erst eine:n Dozierende:n aussuchen. Dann müsst ihr euch allerdings an sein:ihr Fachgebiet anpassen, was eure Themenauswahl unter Umständen stark einschränkt. 

Hilfreich ist an dieser Stelle, erst einmal zu brainstormen, zu welchen Themen ihr gern intensiver arbeiten würdet, was euch interessiert und in welchen Bereichen ihr vielleicht schon Vorkenntnisse habt. Gab es zum Beispiel in bestimmtes Seminar, das euch inhaltlich fasziniert hat? Das alles sind Vorteile, die euch den Arbeitsprozess erleichtern können. Es lohnt sich deswegen, die alten Uni-Unterlagen heraus zu kramen und durchzublättern. 

Habt ihr Thema, These und Korrektur geklärt, geht es an die Literatursuche. Meist geben Dozierende bereits Tipps, welche Werke für welches Thema zur Grundlagenliteratur gehören. Falls nicht, scheut euch nicht zu fragen. Denn oft haben Professor:innen einen tieferen Einblick in Bezug auf wissenschaftliche Publikationen, vor allem wenn es um aktuelle Problemstellungen geht. Wenn ihr unsicher seid, welche Datenbanken und Tools ihr nutzen könnt, hilft euch unser Ratgeber zur Literaturrecherche auf akduell.de weiter. 

Erst erarbeiten, dann anmelden

Gerade bei Abschlussarbeiten gilt: Je mehr ihr vor der Anmeldung erledigt, desto mehr Zeit bleibt euch danach für die eigentliche Arbeit am Text. Bei Bachelor- und Masterarbeiten habt ihr zwar schon eine großzügige Frist zwischen sechs bis zwölf Wochen beziehungsweise vier bis sechs Monaten. Dennoch ist es immer sinnvoller, ungeliebte Aufgaben wie Literaturrecherche, Strukturpapier oder Analysen im Vorhinein abzuhaken und sich dann voll und ganz auf das Schreiben zu konzentrieren. Ein weiteres Plus: Etwaige Fragen, Unsicherheiten oder Verständnisprobleme könnt ihr so schon vor der Bearbeitung mit euren Korrektor:innen klären. Das erspart unnötige Unterbrechungen im Arbeitsprozess. 

Habt ihr die Anmeldung geschafft, steht Lesen auf dem Programm. Denn die Recherche wichtiger Theorien, die Aufarbeitung des Forschungsstands und wissenschaftlicher Erkenntnisse ist der Hauptteil eurer Abschlussarbeit. Viel Zeit in Büchern und Artikeln zu verbringen kann ermüdend und anstrengend sein und suggerieren, dass ihr keinen wirklichen Fortschritt macht. Lasst euch davon nicht entmutigen. Ist der Berg an Literatur erst einmal abgehakt, wird es danach nur spannender, versprochen!

Sowohl bei Bachelor- als auch bei Masterarbeiten gibt es einen sogenannten Forschungsanspruch. Das heißt, dass ihr zu eurem Thema nicht nur den bereits vorhandenen wissenschaftlichen Diskurs wiedergebt, sondern auch eigene Erkenntnisse erarbeitet. In einigen Fachrichtungen werden diese eher kleiner ausfallen, in anderen eher größer. Das sagt jedoch nichts über die Qualität eurer Arbeit aus. Denn das Wichtigste ist, dass ihr den Forschungsdiskurs in einem bestimmten Bereich erweitert habt. Und das allein ist schon eine wirklich gute Leistung. 

Das Wichtigste ist, dass ihr den Forschungs-diskurs in einem bestimmten Bereich erweitert habt.

Die Argumentationslinie eurer Arbeit sollte sich im Idealfall wie folgt aufbauen: Grundlagen und Theorien, bestehender Forschungsdiskurs, eigene Erkenntnisse. Beachten solltet ihr, dass ihr eure Forschungsfrage oder -these dabei nicht aus dem Auge verliert. Verstrickt ihr euch, könnt ihr euer Thema (natürlich in Absprache mit eure:r Korrektor:in) eingrenzen. Reicht eure Argumentation nicht aus, könnt ihr eure These um einen Bereich erweitern. Solche Probleme tauchen im Arbeitsprozess immer mal wieder auf. Das ist kein Grund zur Panik, eure Betreuer:innen stehen euch in diesen Situationen mit Rat zur Seite. Deshalb: lieber einmal zu viel nachfragen als einmal zu wenig, auch wenn es vielleicht schwerfällt. 

Herkulesaufgabe Schreiben

Der Umfang der jeweiligen Arbeit variiert von Fach zu Fach. Informiert euch früh genug, welche Anforderungen eure Abschlussarbeit erfüllen muss, damit ihr euer Thema gegebenenfalls darauf anpassen könnt. Und auch wenn 30, 60 oder sogar 100 Seiten erst einmal viel erscheinen, ist euer Text am Ende schneller fertig als ihr euch vorstellen könnt. Das Wichtigste ist, dass ihr nicht versucht, den Text als ein zusammenhängendes Gebilde zu betrachten. Sinnvoller ist es, euren Text gedanklich und arbeitstechnisch in Abschnitte oder Kapitel aufzuteilen. So habt ihr einerseits bereits eine sinnvolle Gliederung und andererseits könnt ihr eure Bearbeitungszeit besser durchplanen. 

Abseits vom Schreiben gilt natürlich Folgendes: Seid achtsam mit euch selbst! Macht Pausen, nehmt euch einen freien Tag und schafft euch einen Ausgleich. Manche Tage werden produktiver, andere weniger produktiv, das ist ganz normal. Und auch wenn manchmal die Panik überhand nimmt oder ihr beim Schreiben verzweifelt: tief durchatmen! Ihr seid durch euer Studium bereits gut darauf vorbereitet, eure Abschlussarbeit zu bestehen. Den Rest schafft ihr mit ein bisschen Engagement und Organisation dann auch noch.
 

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