Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

RATGEBER & TERMINE

Sport in der Lockdown-Edition

Die Basics für ein Home-Fitnessstudio.

[Foto: Julia Segantini]

19.02.2021 14:52 - Julia Segantini

Dass Fitnessstudios und Sportvereine in absehbarer Zeit wieder öffnen, ist unwahrscheinlich. Weil Viele im Lockdown mehr am Schreibtisch sitzen, ist es wichtig, sich ausreichend zu bewegen. Wir haben uns bei der Fachschaft Sport und bei Helena Sträter vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der UDE ein paar Tipps geholt, wie man das Fitnessprogramm ins WG-Zimmer holen kann. 

Ein harter Lockdown und ein anhaltendes Homeoffice sind nicht die besten Voraussetzungen für sportliche Höchstleistungen. Aber nur, weil momentan das Fußballtraining oder das Bankdrücken im Fitnessstudio ausfällt, heißt das nicht, dass man auf Bewegung verzichten sollte. Im Gegenteil: Gerade wer viel sitzt, sollte darauf achten, den Muskeln genügend Anreize zu bieten und das Herz-Kreislauf-System in Schuss zu halten. Dafür gibt es auch in kleinen WG-Räumen und Ein-Zimmer-Wohnungen genügend Möglichkeiten. Ein Nachteil am heimischen Training ist sicherlich die fehlende Unterstützung durch ein:e Trainer:in.

SGS-Essen-Chef: „Frauenfußball muss mehr in der Medienlandschaft stattfinden.“

Geschäftsführer Florian Zeutschler im Interview über die Herausforderungen der Pandemie und die Entwicklung des Frauenfußballs.
 

Wie sich Fehler in der Ausübung am besten vermeiden lassen, erklärt Helena Sträter. Sie befasst sich am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der UDE mit Sportpädagogik und Sportdidaktik. Grundsätzlich könne man auf vertraute Übungen aus Sportkursen zurückgreifen. „Wenn ich dabei Schmerzen habe, ist meistens irgendwas falsch. Das muss gar nicht an einer inkorrekten Ausführung, sondern kann an der Beschaffenheit des Körper liegen“, so die Sportpädagogin. Liegestütze an der Bettkante würden zum Beispiel die Schultern schonen. Zusätzlich sollte man keine zu schwierigen Übungen wählen und „im Zweifel lieber bei Basis-Übungen bleiben“, raten Pauli und My von der Fachschaft Sport. Sie haben einen zusätzlichen Tipp parat: „Im Prinzip funktioniert hier jede normale Video-Funktion am Handy. Es geht darum, sich selbst aufzunehmen und sich nach der Übung Bewegungskorrekturen zu geben. Es gibt verschiedene Apps, die in Slow-Motion aufnehmen und die Aufnahme in einer Dauer-Replay-Schleife abspielen.“ 

Sei wählerisch bei Video-Workouts 

Videoformate sind ohnehin das Stichwort, was Sport zu Hause betrifft. „Gerade Sportvereine investieren zurzeit viel in videogestütztes Training. Dort ist man in Anleitung eines Trainers, der in den Videos kontrollieren kann, ob Übungen richtig ausgeführt werden“, sagt Sträter. Besonders Anfänger:innen empfiehlt sie daher, interaktive Angebote von Vereinen zu nutzen. Ohnehin sollte man Workout-Videos aus Sozialen Medien kritisch beäugen und sich nicht mit Fitness-Influencer:innen vergleichen. Wichtig sei, sich selbst realistische Ziele zu setzen und Überforderung zu vermeiden, denn das könne im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen. Wenn man den ersten Schritt geschafft hat, sollte man sich langsam steigern. „Dann darf man nicht vergessen, dem Körper genügend Pausen zu gönnen“, mahnt die Sportpädagogin. Auch Pauli und My betonen: „Das Ziel kann man nicht von heute auf morgen erreichen und für einen gesunden Lebensstil ist der Weg das Ziel. Hör’ auf deinen Körper.“

Sport2.jpg
Mit Yoga kann man den Rücken stärken. [Foto: pixabay]

 

Kontraproduktiv sei ein einseitiges Training: „Sit-Up-Challenges – dann muss auch zwingend der Rücken trainiert werden!“ Die Fachschaft empfiehlt neben festen Trainingszeiten und festgelegten Trainingszielen unter anderem eine gute Playlist und gegenseitige Challenges mit Freund:innen. Nach Meinung von Sträter könne man sich auch selbst herausfordern: „Man kann sagen, ich bewege mich jeden Tag 120 Minuten – Alltagsbewegungen miteingeschlossen. Der Weg zum Supermarkt mit dem Fahrrad oder zu Fuß kostet vielleicht schon 45 oder 60 Minuten.“

Ein sportliches Upgrade fürs WG-Zimmer

Eine solide Grundausstattung kann bei einem ausgewogenen Sportprogramm helfen. Wer für ein sportliches Upgrade Geld ausgeben will, dem empfiehlt Sträter zunächst eine Yogamatte: „Die bekommt man für wenig Geld. Die Isomatte vom Zelten ist aber genauso gut.“ Wer von Vormieter:innen einen Haken an der Decke hat, könne diesen für TRX-Bänder oder Schlingentrainer nutzen. „Das sind Gurte, die man an den Haken an der Decke hängen kann. Da kann man sich zum Beispiel dranhängen, den Körper steif machen und die Beine abwechselnd ranziehen und durchstrecken. Das muss natürlich sicher sein, deswegen sollte man unbedingt prüfen, ob der Haken nicht aus der Decke reißen kann“, betont Sträter. Auch Therabänder seien kostengünstig und platzsparend. Die elastischen Kunststoffbänder sind besonders aus dem Rehasport und aus Übungen zur Steigerung von Kraft, Mobilität und Flexibilität bekannt. 

Zwingend notwendig sei ein solches Equipment aber nicht, meint auch die Fachschaft. Der Vorschlag von Pauli und My: „Kreativ werden; Dehnübungen gehen im Bett oder Liegestütze auf dem Tisch.“ Sträter hat noch einen Tipp für alle, die Kraftübungen machen möchten: „Ein Wasserkasten eignet sich gut als Gewicht, er hat den charmanten Vorteil, dass man das Gewicht steuern kann. Wenn einem der volle Kasten zu schwer ist, packt man ein paar Flaschen raus.“ Und was empfiehlt die Fachschaft, wenn gar nichts mehr hilft? „Denk an den Sommer, auch der kommt zurück!“

Die 10 nervigsten Sätze während der Pandemie

Corona hier, Corona da. Unser Smalltalk ist verständlicherweise ebenfalls von der Pandemie infiziert worden.
 

Prüfungsstress im Wohnzimmer

Die digitale Prüfungsphase stellt viele Studierende vor unbeantworteten Fragen. Was ihr vor den Prüfungen wissen solltet, erfahrt ihr hier.
 

PELÉ – Nicht nur Fußball

Am 23. Februar erscheint die Netflix-Dokumentation PELÉ. Unser Redakteur durfte den Film bereits vor dem Start sehen und rezensieren.
 
Konversation wird geladen