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RATGEBER & TERMINE

So bringst du dir selbst ein Instrument bei

 

Ein Instrument zu lernen ist zeitaufwendig, aber lohnenswert.
[Symbolfoto: pixabay] 
​​​​​​​27.03.2021 08:39 - Erik Körner

Das letzte Buch gelesen, die letzte Ecke gereinigt, die letzte Pflanze umgetopft. Was nun? Die Corona-Pandemie hat die Freizeitgestaltung massiv eingegrenzt und Hobbies für drinnen sind gefragt. Der ideale Zeitpunkt, ein Instrument zu lernen. Dieser Ratgeber erklärt, wie der Einstieg kostengünstig und ohne Musikschule gelingt.

Schon die Suche nach einem passenden Instrument kann überfordern. Die Auswahl ist riesig und die Preise oft hoch, zumindest für ein Studierendenbudget. Vor allem nach Jobeinbrüchen durch Corona ist das ein Problem. Praktischerweise ist der Griff zu günstigen Modellen nicht länger verkehrt. In den vergangenen Jahren nahm die Qualität der Instrumente von den Eigenmarken bekannter Musikversandhäuser massiv zu. Vorm Abschicken der Bestellung lohnt sich allerdings Zubehörrecherche. Wer etwa E-Gitarre oder E-Bass lernen möchte, sollte ebenfalls einen Verstärker, Kabel, Plektren und einen Instumentständer in den Warenkorb legen. Stimmgeräte gibt es mittlerweile als kostenlose Apps.

Kommt das Instrument an, steht die erste Frage im Raum: Womit anfangen? Traditionelle Musiker:innen würden wahrscheinlich direkt zum Noten lesen, Tonarten lernen oder Harmonien studieren raten. Erfahrungsgemäß ist die Flut an abstrakten Konzepten und Fachbegriffen jedoch abschreckend – vor allem für die, die erstmal vorsichtig rumprobieren möchten. Ganz vermeiden lassen sich theoretische Basics wie einfache Akkorde leider nicht, denn ohne sie ist das Nachspielen von Lieblingssongs unmöglich. Hierbei helfen professionelle Musiker:innen und Lehrer:innen, die auf ihren YouTube-Kanälen niedrigschwellige Grundlagenvideos anbieten. Steht dadurch das Fundament, können die ersten Songcover folgen, da die meisten populären Songs einfachen Mustern folgen. „When I Come Around“ von Green Day besteht zum Beispiel aus nur fünf einsteigerfreundlichen Akkorden.

Nur regelmäßiges Üben führt zum Erfolg

„Wenn ich einen Tag nicht übe, merke ich es. Nach zwei Tagen merken es die Kritiker und nach drei Tagen das Publikum“, soll Louis Armstrong mal gesagt haben. Egal, ob das stimmt: In der Aussage steckt der wohl wertvollste Rat für junge Musiker:innen. Eine Routine mit klaren, realistischen Zielen ist unabdingbar. Dabei sollten sich Interessierte weniger um den Zeitaufwand sorgen. Auf den komme es, so Gitarrenlehrer Michael Palmisano, weniger an. „Wichtiger sind regelmäßige Wiederholungen. 30 Minuten pro Tag sind besser als zwei Stunden alle paar Tage.“ 

Das verhindert auch Erschöpfung. Schließlich gilt in der Musik wie im Sport, die eigenen Limits zu respektieren. Anfangs ähnelt jedes Instrument einem Fremdkörper, der gebändigt werden möchte und manchen gelingt das schneller als anderen. Laut Tomo Fujita, Professor am Berklee College of Music, ist das normal. Er rät: „Zerbreche dir nicht den Kopf, vergleiche dich nicht mit anderen, erwarte nicht zu viel auf einmal und sei gut zu dir selbst.“ 

Ebenfalls darf die korrekte Technik nicht vernachlässigt werden. Langes Spielen beansprucht Finger und Handgelenke; bei Blasinstrumenten arbeitet zusätzlich die Lunge stärker. Schonende Finger- und Handgelenkspositionen sowie Atemtechniken minimieren diese Belastung. Videoanleitungen dazu bieten YouTube und ähnliche Plattformen zuhauf. Vollständig vermeiden lassen sich Schmerzen nicht bei jedem Instrument. So kämpfen etwa angehende Gitarrist:innen und Drummer:innen in den ersten Wochen mit Blasen und teils mit blutenden Fingern. Auch hier sollte auf den Körper gehört werden. Sobald der Schmerz drastisch zunimmt, ist eine Pause fällig.

Irgendwann kommt die Zeit für Theorie

Wer sein Instrument nach den ersten Monaten trotz aller Schwierigkeiten weiterhin liebt, dürstet wahrscheinlich nach mehr – zum Beispiel nach dem Schreiben eigener Lieder. Ab hier lohnt sich die Auseinandersetzung mit der Musiktheorie. Sie lehrt zum Beispiel, welche Noten in welchen Akkorden vorkommen, welche Töne wann zusammenpassen und wie sich bestimmte musikalische Regeln kreativ brechen lassen. Hierfür finden sich ebenfalls unzählige Tutorials im Netz, von den Grundlagen der Harmonielehre bis zu komplexer Jazz-Theorie.

Lohnt sich dann überhaupt ein Besuch der Musikschule? Definitiv. Lehrer:innen weisen auf Fehler hin, erstellen bedürfnisorientierte Lehrpläne und können Fragen unmittelbar beantworten. Ebenso organisieren sie den beizeiten intransparenten Berg der Musiktheorie. Und nicht zuletzt verweist dieser Artikel mehrfach auf die Weisheiten, die sie kostenfrei bereitstellen. Sollte es die aktuelle finanzielle Lage zulassen, kann eine Probestunde zumindest nicht schaden. Die bieten viele Musikschulen mittlerweile digital an.  

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