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RATGEBER & TERMINE

Schnipp, Schnapp, geholfen

Hier werden die Perücken gelagert. [Foto: Lisa Wissing]

25.06.2019 13:42 - Laura Lindemann

In unserem Ratgeber erfahrt ihr, wie man mit den eigenen Haaren andere glücklich macht. Haare spenden ist ganz einfach. akduell hat mit Lisa Wissing und Funda Aydemir gesprochen, die beide schon einmal ihre Haare gespendet haben und es auch immer wieder tun würden.

„Ich finde es schön, mit so einer kleinen Sache so viele Leute glücklich zu machen.“ Lisa Wissing hat vor knapp sechs Jahren angefangen, ihre Haare zu spenden. Da war sie gerade einmal 16 Jahre alt. „Damals hatte ich immer so starke Kopfschmerzen. Meine Mutter riet mir dann, mir die Haare abschneiden zu lassen“, erzählt Lisa. „Mein Friseur fragte mich, ob ich die Haare nicht vielleicht 20 oder 30 Zentimeter abschneiden lassen möchte, damit ich sie hinterher spenden kann.“ Gespendet wird an Menschen, die unter anderem durch Krebserkrankungen ihre Haare verloren haben. Diese müssen später nichts für die fertige Perücke bezahlen. 

„Ich merkte sofort, dass es die richtige Entscheidung war.“

Ab einer Länge von 15 Zentimetern ist es möglich, eine Kurzhaarperücke zu knüpfen, die Ideallänge fängt jedoch bei 25 Zentimetern an. Für einen Vortrag ist Lisa vor Ort bei der Rieswick Zweithaar-Manufaktur im münsterländischen Velen gewesen. Hierhin werden die abgeschnittenen Haare kostenlos gespendet und zu Perücken verarbeitet. Wenn man sich entscheidet, die eigenen Haare abzugeben, müssen diese vorher gewaschen, ausgebürstet und anschließend zu einem Zopf geflochten werden, damit sie sich nicht verfilzen können. Dann kommen die abgeschnittenen Haare in einen festen Umschlag und können verschickt werden. Das geht mit Naturhaar und auch gefärbten Haaren. Eine genaue Anleitung könnt ihr euch hier (haare-spenden.de) herunterladen.

Einige Friseursalons bieten einen kostenlosen Haarschnitt an, wenn die Haare anschließend gespendet werden. Oft wissen Friseur*innen jedoch gar nicht, dass Haare überhaupt gespendet werden können. So auch bei Funda Aydemir. „Ich habe mir vor ein paar Monaten 37 Zentimeter Haar abgeschnitten, die ich anschließend spenden wollte. Früher habe ich oft Komplimente wegen meiner langen Haare bekommen“, erzählt sie. „Irgendwann wollte ich eine Veränderung, habe mich aber nicht getraut. Dass ich damit zusätzlich etwas Gutes tun kann, hat mir dann die notwendige Motivation gegeben. Kurz davor war ich trotzdem ziemlich nervös.“ Allerdings wollte Funda ihr Vorhaben selbst in die Hand nehmen. Im Salon schnitt sie sich eigenständig die Haare ab. Ihre neue Frisur wurde dann später vom Friseur korrigiert. Ihre Haare musste Funda dann selbst verschicken. „Ich merkte sofort, dass es die richtige Entscheidung war.“

Persönlicher Brief an die Empfänger*innen

Bevor man die Haare verschickt, ist es wichtig, ein Formular auszufüllen, in dem Informationen über die Haarstruktur, Haarlänge, Haarfärbungen, der Name und die eigene Adresse enthalten sind. Diese Informationen bleiben bei der Organisation und gelangen nicht an den*die spätere Perückenempfänger*in. Den Spender*innen ist es freigestellt, ob sie einen persönlichen Brief dazu legen möchten. Zwar wissen sie nicht, wer ihre Haare einmal bekommt, können aber eine Nummer hinterlassen. So hat die Person die Möglichkeit, sich zu melden. „Ich habe einen Brief verfasst und wünsche mir, dass sich die Person eines Tages bei mir meldet“, sagt Funda.

Je nach Dicke der Haare besteht eine Perücke aus drei bis vier Zöpfen. Diese werden vor Ort von Knoten und Spliss befreit und anschließend mit einer Häkelnadel geknüpft. Lisa hat sich die Räumlichkeiten angeschaut. „Wenn du als Kunde reinkommst, gibt es verschiedene Räume, die jeweils individuell gestaltet sind. Überall stehen Sofas, Taschentücher und es gibt Bonbons. Fast wie ein gemütliches Wohnzimmer“, berichtet sie. In den Räumen findet die Beratung und Anprobe für die Kund*innen statt. Diese werden bei der zweiten Beratung oder Anprobe dann in einen anderen Raum geleitet, damit sie der meist emotionalen Situation jedes Mal neutral begegnen können. „Im Team arbeiten Menschen, die ausgebildet sind, beispielsweise Krebspatienten gut zu beraten“, erklärt Lisa. Eines ist ihr nach ihrer vergangenen Spende schon klar: Wenn ihre Haare lang genug sind, möchte sie sie wieder spenden.

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