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RATGEBER & TERMINE

Reisen in Corona-Zeiten

Reisen nur mit Maske und Desinfektionsmittel im Gepäck
[Foto: Magdalena Kensy]
03.08.2020 13:23 - Magdalena Kensy

April. Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland sind abgeriegelt und kein Rein- oder Rauskommen mehr. An Reisen oder Ausflüge nicht zu denken. Im Juli, fast drei Monate später, kann man die lang geplante Reise antreten oder spontan eine buchen. Ob eine Reise ins Ausland möglich ist, worauf ihr achten solltet und welche Hürden auf euch zukommen können, hat das Reiseportal Urlaubsguru für euch beantwortet.

Wer den Sommer nicht in den eigenen vier Wänden verbringen möchte, denkt über einen Urlaub nach. Ans Meer, in die Berge oder vielleicht doch in die City? Mit der Entscheidung für ein Reiseziel kommen Verantwortung und Pflichtbewusstsein auf die Reisenden zu.
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Wer die Füße doch nicht stillhalten kann oder sogar schon eine Reise gebucht hat, kann mit Beschränkungen im In- und Ausland rechnen. Die Reisewarnung ist zwar aufgehoben, dennoch besteht diese für Nicht-EU Länder bis zum 31. August fort. Das Reiseportal Urlaubsguru verweist auf die Website des Auswärtigen Amtes: „Die Informationen dort werden fortlaufend aktualisiert, sodass man immer auf dem neusten Stand ist.“ Besonders im Vorfeld sollte man sich über die Maßnahmen zum Infektionsschutz im Reiseland informieren, da die Regelungen von Land zu Land unterschiedlich sind, so die Pressesprecherin Annika Hunkemöller von Urlaubsguru weiter.

Sicher Reisen mit App im Gepäck: Diesen Service bietet das Auswärtigen Amt allen Smartphone-Nutzer*innen an. Auf einen Blick Reise- und Sicherheitshinweise zu Themen wie Einreisebestimmungen, Zoll- und strafrechtliche Vorschriften und allgemeine Hinweise. Hunkemöller bewertet die App Sicher Reisen als sehr gut: „In der App sind: Eine Checkliste für die Reisevorbereitung, aktuelle Reisehinweise und Infos zum richtigen Verhalten in Notsituationen bis hin zu Adressen der deutschen Vertretungen im jeweiligen Land.“

Fliegen nur mit Test im Gepäck

Flüge sind durch das Coronavirus drastisch reduziert worden, „aber auch kurzfristig sollten noch genügend Plätze frei sein“, lautet das Urteil der Pressesprecherin Hunkemöller. Die Annahme, dass Flugzeuge aufgrund der Abstandsregelungen nur zur Hälfte besetzt werden, stimmt nicht. Bei einem Flug sollte jedoch beachtet werden, dass „den gesamten Flug über jeder Passagier eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss.“, gibt Hunkemöller zu bedenken. Doch wie einen Urlaub planen, wenn man sich nach Ankunft im Zielland noch in Quarantäne begeben muss? „Die Quarantäne-Regelungen werden je nach aktueller Corona-Lage von den Ländern individuell angepasst.“, betont das Reiseportal.

Ein Corona-Test vor Reiseantritt kann Abhilfe schaffen. Bei einem negativen Ergebnis müssen Reisende nicht mehr in Quarantäne. Jedoch sollte der Test nicht älter als 24, 36 oder 48 Stunden sein - je nach Reiseziel. Jedes Land hat seine eigenen Regeln. „In den meisten Fällen wird bei den Passagieren aber erst einmal nur Fieber gemessen. Sollte der Verdacht einer Infektion vorliegen, wird ein Test verlangt“, erklärt das Reiseportal Urlaubsguru den Vorgang. Schaden kann ein negatives Testergebnis jedoch nicht. An deutschen Flughäfen, wie Frankfurt, München und Köln, bieten unter anderem die Johanniter Tests für Reisende an, bei denen Ergebnisse innerhalb von sechs bis acht Stunden vorliegen. Wer solch einen Test in Anspruch nimmt, muss mit zusätzlichen Kosten in Höhe von mindestens 59 Euro pro Test rechnen. Bei einer schnelleren Anforderung im Rahmen von drei Stunden eines Ergebnisses muss auch tiefer in die Tasche gegriffen werden - das kann 139 Euro kosten.

Auch in Deutschland steht momentan zur Debatte, ob Reiserückkehrer*innen ein Testergebnis vorlegen müssen. Das Bundesland Berlin setzt dies seit neustem voraus, bietet jedoch kostenlose Tests an. Das beliebte Urlaubsziel Griechenland bietet ebenfalls kostenlose Tests für Reisende an. Urlauber*innen, die nach Italien, Spanien oder in die Türkei möchten, müssen vor Antritt der Reise negativ auf das Coronavirus getestet sein.

Zweite Infektionswelle: Lockdown – Geld weg?

„Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Lockdown innerhalb weniger Stunden eingeführt wird. Es sollte genügend Zeit bleiben, um die Rückreise zu planen. Ansonsten wird sich der Aufenthalt unfreiwillig verlängern“, versucht Hunkemöller die Sorge zu nehmen. Rückholaktionen wie im Frühjahr, als über 240.000 Deutsche aus aller Welt zurück nach Deutschland geflogen wurden, wird die Bundesregierungen nach eigenen Angaben nicht mehr durchführen. Pro Person kostete es Deutschland 200 bis 800 Euro, die Menschen aus dem Urlaub zurück nach Deutschland zu holen. Diese Kosten wurden den Reiserückkehrer*innen inzwischen in Rechnung gestellt. Bei einem erneuten Lockdown versichern einige Reiseveranstalter, Rückholaktionen für ihre Urlauber*innen zu organisieren. Dies sollte jedoch eigenständig in Erfahrung gebracht und nicht vorausgesetzt werden.

Urlaub ist nicht immer günstig. Gerade jetzt ziehen viele Hotels und Restaurants die Preise an, um die verloren gegangen Einnahmen wieder gut zu machen. Wie steht es also um Rückerstattung, wenn die Reise aufgrund des Coronavirus gecancelt werden muss? Hier solltet ihr die Stornierungsbedingungen eures Anbieters gut durchlesen.. Viele Reiseveranstalter sind nachsichtig und gewähren eine kurzfristige Stornierung von bis zu 14 Tagen vor Abreise. Hunkemöller von Urlaubsguru empfiehlt: „Für alle, die es in das europäische Ausland zieht, ist momentan die Buchung einer Pauschalreise mit am sichersten.“

Besonders das eigenständige Buchen von Flügen und Unterkünften ist weit verbreitet, daher versuchen Reiseportale wie Urlaubsguru ihre Kunden bestmöglich über die aktuellen Entwicklungen und Gegebenheiten in den Ländern zu informieren. Wer Unterkunft und Flug separat bucht, kann nicht mit einer einheitlichen Rückerstattung rechnen. Wenn die Reise nicht stattfinden kann, rät Hunkemöller, zum Telefon zu greifen: „Bei Unterkünften lohnt es sich, den*die Betreiber*in direkt per Telefon zu kontaktieren und um Umbuchung zu beten - persönliche Gespräche wirken oft Wunder.“ Wenn die Reise gebucht ist, das Coronatestergebnis vorliegt und dem Urlaub nichts mehr im Weg steht: Vergesst die Maske und das Desinfektionsmittel nicht!

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