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RATGEBER & TERMINE

Prokrastination im Online-Semester

Gerade im Online-Semester fällt es vielen Studierenden schwer,
sich tagtäglich zu motivieren. [Foto: Sophie Schädel]
25.02.2021 12:30 - Helena Wagner

Das zweite Online-Semester neigt sich langsam dem Ende zu. Die meisten Studierenden haben besonders durch die Corona-Pandemie mehr Erfahrung mit dem Thema Prokrastination gemacht, als ihnen lieb ist. Thomas Interbieten von der Psychologischen Beratung für Studierende der Universität Duisburg-Essen verrät der akduell, was man dagegen tun kann.

„Oh, eine Nachricht! Mal schauen was sonst so auf Instagram los ist…“ Und bevor man sich versieht, ist eine Stunde vergangen und die Studienleistung liegt immer noch unbearbeitet auf dem Schreibtisch. Sich im Online-Semester für das Studium, den Job oder auch den Haushalt zu motivieren, fällt vielen extrem schwer. Daher wird viel aufgeschoben, es bleiben viele Aufgaben länger liegen als geplant und es entstehen Zeitdruck und Stress. Dann hört man oft Sätze aus dem Umfeld wie: „Du bist doch den ganzen Tag zuhause, womit verbringst du denn deine ganze Zeit?“ Ein Trugschluss: Denn das Arbeitspensum ist durch das Online-Semester nicht kleiner geworden.

Thomas Interbieten von der Psychologischen Beratung für Studierende an der Universität Duisburg-Essen rät, die Tagesstrukturen, die man während des Präsenzunterrichts hatte, so gut wie möglich beizubehalten: „Aufgrund der Verfügbarkeit vieler Onlineangebote ohne feste Zeitbindung, wie zum Beispiel Vorlesungen oder Seminare, die selbstständig auf der Plattform Moodle durchgearbeitet werden und an keinem festen Termin stattfinden, kann es passieren, dass die feste Tagesstruktur beginnt sich aufzulösen. Eine feste Tagesstruktur [mit Lern-Routinen] ist aber für das erfolgreiche Studieren sehr wichtig, da dadurch auch die Motivation aufrechterhalten werden kann.“

Routinen als Motivationsbooster

Das größte Problem dabei stellt für die meisten Studierenden die fehlende räumliche Trennung dar. Man steht morgens auf, setzt sich zwei Meter weiter an den Schreibtisch und legt sich abends wieder ins Bett. Der Alltag spielt sich häufig auf den gleichen wenigen Quadratmetern ab, die Abwechslung fehlt und damit schwindet bei vielen auch die Motivation. Interbieten rät, trotz dessen zu versuchen, Freizeit und Studium klar zu trennen: „Durch Routinen wird eine deutliche Abgrenzung zwischen Studium und Freizeit geschaffen, was zu einer guten Balance beiträgt.“ Sich also bewusst Zeiten einzuteilen, zu denen man lernt und zu denen man aufsteht, telefoniert oder Sport macht, könne helfen, den Alltag nicht als eine nie endende Zeitschleife wahrzunehmen.

Auch das Smartphone und die damit verbundene ständige Ablenkung spielt eine große Rolle. Die Bildschirmzeit vieler Studierenden geht gerade im Lockdown durch die Decke. Interbieten hat dazu nur einen Rat: „Die einfachste und beste Empfehlung ist, die Ablenkungen während des Lernens so gering wie möglich zu halten. Das bedeutet konkret, das Smartphone eine Zeit lang auf lautlos zu stellen oder ganz wegzulegen.“ Auch wenn es schwerfällt: Das Smartphone in einem anderen Raum oder einer Schublade zu lagern, während man konzentriert arbeitet, ist die beste Lösung. Außerdem kann hilfreich sein, Benachrichtigungen auf dem Smartphone zu deaktivieren.

Die Universität bietet Unterstützung

Das Prokrastinieren wird von Außenstehenden oft nur als Faulheit und Unlust abgestempelt. Was aber, wenn man nicht nur für das Studium keine Kraft hat, sondern auch die restliche Freizeitgestaltung auf einmal viel zu anstrengend erscheint? Die Universität bietet Hilfe bei solchen Situationen. „Gerne stehen wir allen Studierenden der UDE mit unseren Angeboten in der psychologischen Beratung des Akademischen Beratungs-Zentrum zur Seite. Es können gemeinsam Strategien entwickelt werden, um die Prokrastination oder andere Probleme zu überwinden“, verspricht Interbieten.
 

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