Der Bürger hört sich gerne reden und erfindet munter zahlreiche Gremien und Institutionen, die allein dazu dienen, sein übermäßiges Redebedürfnis zu stillen. Wie wir hören müssen, führt ein Universitätsrektor in Essen nun sogar geschlossene Veranstaltungen durch, in denen offenes Denken gepflegt werden soll. Was schon ähnlich paradox klingt, wie die Aufforderung „Sei spontan!“, kaschiert nur mit Notdurft den Mangel an einer Identität, oder zumindest an einem Konzept.">
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Offen im Denken - Beschränkt im Handeln

13.05.2013 14:35 - Friedrich von Einhalt

EkelbaronDer Bürger hört sich gerne reden und erfindet munter zahlreiche Gremien und Institutionen, die allein dazu dienen, sein übermäßiges Redebedürfnis zu stillen. Wie wir hören müssen, führt ein Universitätsrektor in Essen nun sogar geschlossene Veranstaltungen durch, in denen offenes Denken gepflegt werden soll. Was schon ähnlich paradox klingt, wie die Aufforderung „Sei spontan!“, kaschiert nur mit Notdurft den Mangel an einer Identität, oder zumindest an einem Konzept.


Die Amtszeit des Rektors hat der Universität bisher bunte Türme und weiße Wolken beschert. Während ersteres zu häufigen Verwechselungen mit einer Buchhandelskette führen kann, weckt letzteres Assoziationen mit Broschüren von religiösen Sekten oder Beerdigungsinstituten. „Offen im Denken“ lässt dabei offen, was sich die Angesprochen dabei denken. Die Wolken vernebeln die Sicht auf den Inhalt, den es bei näherer Betrachtung gar nicht gibt.


Das Motto einer Universität ist wie das Wappen eines Geschlechtes. Das Wappen der UDE zeigt heißen Dampf, und verspricht das Selbe. Der Bürger will Identität, Charakter und Rederecht selbst noch, wenn der Inhalt fehlt und das Gequatsche Selbstzweck bleibt. Ehrlicher wäre es, sich mit der gottgegebenen Identität zu bescheiden, anstatt diese mit immer neuen Worthülsen zu verhüllen. Allerdings ist Bescheidenheit wohl das Letzte, was wir von bürgerlicher Selbstdarstellung erwarten können.


Hochachtungsvoll,


Friedrich von Einhalt

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