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RATGEBER & TERMINE

Nachhaltiger November: Zwischen Spülmittel und E-Mobility

Beim Workshop legten die Teilnehmer*innen selbst Hand an.
[Foto: Laura Lindemann]
17.11.2019 12:01 - Laura Lindemann

Das regelmäßige Geschirrspülen und Badputzen ist schnell ein echter Umweltkiller. Oft gelangen schädliches Mikroplastik oder andere giftige Substanzen ins Abwasser. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) hat sich im November zur Aufgabe gemacht, in Form von Vorträgen und Workshops an der Universität Duisburg-Essen (UDE) über das Thema Nachhaltigkeit zu informieren. Beim Workshop Nachhaltigkeit im Haushalt lernten die Teilnehmer*innen, Putzmittel aus natürlichen Inhaltsstoffen herzustellen. Wir haben drei DIYs für euch und erklären außerdem die Idee hinter dem Nachhaltigkeitsnovember. 

Die Vorbereitungen für den Nachhaltigkeitsnovember starteten bereits im Frühjahr. Der AStA hatte viele Ideen, Studierenden das Thema Nachhaltigkeit durch Infoveranstaltungen und Workshops näherzubringen. „Grundsätzlich sollte es um Klimathemen gehen, gleichzeitig auch um nachhaltige Energieformen, den Ausstieg aus der Braunkohle und um unterschiedliche Positionen von Parteien dazu“, erklärt Thomas Hörren vom Ökoreferat des AStAs. „Wir haben bei der Planung versucht, all diese Themen, die wir uns im Vorfeld überlegt hatten, so gut wie möglich mit einzubeziehen. Einiges hat funktioniert, anderes nicht.“

Als der Beschluss vom Studierendenparlament (StuPa) fiel, „begannen wir, etwas auf die Beine zu stellen“, so Hörren. Heraus kam der Aktionsmonat, der zeitgleich mit dem Studienbeginn der neuen Erstis startete. 22 Tage, 13 Veranstaltungen. Bei den Infoveranstaltungen dreht sich alles um E-Mobility, die Energiewende, das Green Office, die grüne Hauptstadt Europas Essen oder nachhaltige Wirtschaftsmodelle. Bei den Workshops geht es um Upcycling im Haushalt oder es werden Putzmittel selbst hergestellt. 

„Der Gedanke war, konsequent einen kompletten Monat mit diesen Themen zu befüllen“, erläutert Hörren. Meist beginnen die Veranstaltungen nach Unischluss, damit alle mitmachen können. Die Angebote sind öffentlich und nicht auf die Uni beschränkt, sodass andere Interessierte ebenfalls kostenlos an den Infoabenden und Workshops teilnehmen können. Der Schwerpunkt der Reihe liegt am Campus Essen. Hörren erklärt das so: „Im Vergleich zum Campus Duisburg finden am Campus Essen nicht so viele Kulturveranstaltungen statt. Deshalb haben wir hier den Fokus auf Essen gelegt.“ 

Nachhaltigkeit für Zuhause

 Dort fand auch der Workshop Nachhaltigkeit im Haushalt statt. „Zuerst ist es wichtig sich klar zu machen, welche Substanzen dringend vermieden werden sollten und welche natürlichen Alternativen es gibt“, erklärt Johanna Angona.

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Sie studiert Energy Science an der UDE und leitet den Workshop, bei dem Putzmittel auf natürliche Weise selbst hergestellt werden. Verzichten solle man bei der Herstellung unter anderem auf Phosphate, Farb- und Konservierungsstoffe, synthetische Tenside und Chlor. Die genannten Stoffe können Allergien und trockene Haut verursachen und sind zudem schädlich für die Umwelt. „Mikroplastik ist ganz schlecht, da es nicht aus dem Abwasser herausgefiltert werden kann“, betont Angona.

Nachhaltige Alternativen, die ebenfalls zur Reinigung von schmutzigen Oberflächen, fettigen Tellern oder der Toilette dienen, sind in fast jedem Haushalt vorhanden. „Für schmutzige Oberflächen eignet sich in erster Linie Essig gut. Der basische Gegensatz dazu ist Natron, der auch hartnäckiges Fett, beispielsweise am Ofen, reinigt“, so Angona. Aus vorzugsweise pflanzlicher Kernseife lasse sich gut Spülmittel herstellen. Zitronensaft bekämpfe unter anderem Schimmel. Und Kochsalz sei ein gutes Scheuermittel. „Für den Duft, kann man nach Belieben ätherische Öle verwenden. Sie sind antibakteriell und ersetzen synthetische Duftstoffe“, rät Angona. 

Und so geht’s:

Geschirrspülmittel
Für das DIY- Geschirrspülmittel benötigt ihr 400 ml Wasser, 1 gehäuften EL Bio Kernseife, 1 gehäuften EL Natron und 5 Tropfen Ätherisches Öl.

Mit einer Reibe etwa 10g Kernseife möglichst fein abreiben. Das Wasser in einem Topf aufkochen lassen, beiseitestellen und die Seife hinzugeben. Wenn sich die Seife unter Rühren aufgelöst hat, das Natron hinzugeben und ebenfalls gut verrühren. Wenn die Flüssigkeit etwas abgekühlt ist, wird das ätherische Öl dazu gegeben. Zum Schluss wird das Spülmittel in eine leere Flasche gefüllt. 

WC-Reiniger
Für den DIY- WC-Reiniger benötigt ihr 2 EL Speisestärke, 2 EL Zitronensäure, 10 ml Bio- Spülmittel, 500 ml kaltes Wasser und 100 ml abgekochtes Wasser. 

Zuerst werden die 100 ml Wasser abgekocht und zur Seite gestellt. Die Speisestärke wird zu den 500 ml kalten Wasser gegeben und verrührt. Anschließend wird die Mischung unter stetigem Rühren aufgekocht. So entsteht eine milchige Masse. 
In das zuvor abgekochte Wasser wird Zitronensäure gegeben und so lange gerührt, bis sich alle Kristalle im Wasser aufgelöst haben. Nun wird das Spülmittel hinzugefügt und vermengt. Je nach Belieben, kann man zu Schluss 5 bis 10 Tropfen ätherisches Öl hinzugeben und dann das Ganze in einen leeren Behälter füllen.
*Alle Veranstaltungen des Nachhaltigkeitsnovembers, könnt ihr auf der AStA-Website einsehen. 

Backofenreiniger
Für den DIY- Backofenreiniger benötigt ihr 50 ml Bio-Spülmittel, 150g Natron, 250 ml Wasser und ätherisches Öl. 

Hier werden alle Zutaten in eine Flasche gegeben und vor jedem Gebrauch kräftig geschüttelt. Für dich richtige Anwendung werden ein bis zwei Tassen Wasser auf das Backblech gegeben, sodass dieses komplett mit Wasser bedeckt ist. Dazu die Reinigung großzügig verteilen. Anschließend wird der Backofen auf 200 Grad eine halbe Stunde lang aufgeheizt. Nach dem der Ofen wieder ausgestellt ist, muss die Oberfläche es Blechs ein wenig abkühlen. Zum Schluss wird der Ofen mit einem Schwamm gesäubert. 
Auf die gleiche Weise wird auch die Ofeninnenseite gereinigt. Die Mischung großzügig verteilen und mit einem angefeuchteten Baumwoll-Lappen abdecken. Der Boden und die Wände erhitzen sich schneller, weshalb eine Temperatur von 100-120 Grad bei einer halben Stunde ausreicht. Wenn der Ofen etwas abgekühlt ist, kann er mit einem Schwamm abgeschrubbt werden. 

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