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RATGEBER & TERMINE

Musik selber produzieren - Ein Ratgeber

Musikproduktion ist nicht nur etwas für Profis. [Foto: pixabay]
28.08.2021 14:59 - Selome Abdulaziz

Musik-Streamingdienste haben die Musikindustrie revolutioniert. Einerseits verdienen die Artists nur wenige Cents pro Stream, andererseits braucht es heutzutage kein Label mehr, um Songs zu veröffentlichen. Das macht es aufstrebenden Künstler:innen leichter, ihre Musik einem großen Publikum zugänglich zu machen. So gehst du die Produktion eines Songs, einer EP, oder gar eines Albums an.

Das Recording

Ihr habt eine Idee für einen Songtext oder eine Melodie geht euch einfach nicht mehr aus dem Kopf? Wenn ihr euch dazu entscheidet, eure Idee zu produzieren, startet ihr mit dem Recording. Zum Aufnehmen braucht ihr einen Laptop/PC, ein Audiointerface, eine Digital Audio Workstation (DAW) und natürlich eure Instrumente und Mikrofone, sofern ihr keine rein elektronische Musik macht. Das Interface ist die Schnittstelle zwischen dem Computer und euren Instrumenten. Bei der Suche nach dem passenden Gerät ist die wichtigste Frage, wie viele Eingänge benötigt werden. Nehmt ihr nur Gesang und Instrumente wie Gitarre und Bass auf, reicht oft schon ein kleines Interface mit 2 oder 4 Eingängen. Wenn ihr allerdings ein Schlagzeug aufnehmen wollt, benötigt ihr eher 6 oder 8 Eingänge, da man ein Drumset in der Regel mit mehreren Mikrofonen aufnimmt, um den besten Sound zu erreichen. Sobald ihr entschieden habt, wie viele Eingänge ihr braucht, kann es helfen, die Bewertungen zu verschiedenen Interfaces zu lesen. Die DAW ist die Software für eure Aufnahmen und die Musikproduktion. Es gibt viele kostenlose DAWs, zum Beispiel Garageband von Apple oder Cakewalk by Bandlab für Windows. Ihr solltet euch außerdem noch mit Mikrofonierung und Raumakustik auseinandersetzen, das gilt vor allem bei Gesangsaufnahmen. Da ist es wichtig, dass ihr den Raum möglichst gut abdichtet, um Hall und Störgeräusche zu vermeiden. Je besser eure Aufnahmen, desto besser wird auch das Endprodukt.

Mix & Master

Die Grundlagen kann man sich gut anhand von Büchern wie “Mixing Secrets For The Small Studio” und YouTube-Videos beibringen. Allerdings sind brauchbare Monitore wichtig für einen guten Mix. Wenn man über Kopfhörer mischt, ist man immer abhängig von den Charakteristika der Kopfhörer, die heutzutage oft den Bass verstärken. Monitore sind dafür da, um den Sound möglichst neutral zu halten. Ganz wichtig sind Referenztracks zur Orientierung. Das sind Songs, die professionell produziert wurden und die ihr zum Vergleich heranziehen solltet. Das hilft euch, euer Gehör zu verfeinern. Aber Achtung: hier gilt es, den Unterschied zwischen einem guten Song und einem guten Mix zu beachten.Ihr könnt einfach nach geeigneten Songs im Internet suchen, da gibt es für unterschiedliche Genre Best Of Listen. Beim Mastern solltet ihr darauf achten, auch mal Pausen zu machen und andere Songs zu hören. Ansonsten gewöhnt ihr euch zu sehr an eure Produktion und hört keine Nuancen mehr raus.

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So sieht der Arbeitsplatz unserer Redakteurin aus.
[Foto: Selome Abdulaziz]

Distribution

Wenn ihr mit eurem Endergebnis zufrieden seid und es mit anderen teilen möchtet, geht es an die Veröffentlichung. Ein Online-Musikvertrieb oder Distributor stellt eure Musik auf verschiedenen Streamingdiensten wie Spotify, iTunes etc. zur Verfügung. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Bezahlmodelle. Entweder ihr zahlt einen Jahresbeitrag (ca. 15-20€) und könnt so viele Songs, Alben und EPs veröffentlichen, wie ihr wollt, oder ihr zahlt einen einmaligen Betrag (ca. 45€ pro Album). Beides kann Vor- und Nachteile haben - lest euch am besten die Angebote im Detail durch.  Wenn ihr euch für den jährlichen Betrag entscheidet und diesen irgendwann nicht mehr zahlen möchtet, kann eure Musik wieder von den Streamingplattformen entfernt werden. Andererseits könnt ihr für einen geringen Betrag so viele Songs und Alben veröffentlichen, wie ihr wollt. Achtet besonders darauf, dass ihr 100% des Gewinns behaltet. Ihr könnt eure Musik auch über Bandcamp veröffentlichen und selbst bestimmen, ob oder wie viel ein Download eurer Songs kosten soll.

Tipps

Chrisse alias nothhingspecial hat ihre EP "somewhere we don't know" dieses Jahr in ihrem Home Studio produziert. Ihre Tipps sind: „Hört euch den Mix über möglichst verschiedene Geräte an (Stereo-Anlage, Kopfhörer, Bluetooth Box, Auto-Lautsprecher usw.) und bringt viel Geduld und Zeit mit. Bleibt immer dran und lasst euch nicht von kleinen Niederlagen im Prozess aufhalten!”
DIY-Musiker Lukas Mattke hat das erste Album seines musikalischen Hauptprojekts Rabbits on Trees selbst produziert und bezeichnet das Genre als „Bedroom-Punk“. Er empfiehlt, sich die ehrliche Meinung von Freund:innen einzuholen, wenn man im Mixing an irgendeinem Punkt feststeckt. Außerdem sollte man die Veröffentlichung nicht überhasten.„Im Streamingzeitalter geht ein einzelner Albumrelease schnell unter. Wenn man aber zunächst einige einzelne Singles über Monate verteilt veröffentlicht, hat man sehr viel mehr Gelegenheiten, um gesehen zu werden.”

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