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RATGEBER & TERMINE

Mit Social Media fit für die Arbeitswelt

Viele Arbeitgeber:innen schauen sich die sozialen Netzwerke der Bewerber:innen an.

[Foto: saz]

19.02.2021 15:03 - Saskia Ziemacki

Social Media spielt nicht nur in unserem Alltag, sondern auch für Unternehmen eine immer größere Rolle. Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin Sophie Greve verrät, worauf es bei einer Bewerbung ankommt und wie man einen Account richtig aufbaut und pflegt.

Ob sich Arbeitgeber:innen die Social-Media-Kanäle der Bewerber:innen anschauen, hängt vom Digitalisierungsgrad des Unternehmens ab. Aber meistens tun sie das, erklärt Sophie Greve, Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin der punktbar Agentur in Essen Rüttenscheid. Die Agentur definiert für Kunden jeder Branche eine Online-Marketing-Strategie, erstellt Social-Media-Profile, Websites und betreut diese.

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Daher weiß Greve, wie wichtig soziale Netzwerke für Unternehmen geworden sind: „Arbeitgeber:innen verlinken sich oft schon vor dem Bewerbungsgespräch auf LinkedIn und Xing mit ihren Bewerber:innen.” Auch andersherum sei es sinnvoll, nach Arbeitgeber:innen auf diesen Plattformen zu suchen, um auf sein Profil aufmerksam zu machen. Man präsentiere sich mit seinen Kanälen und bleibe damit im Gedächtnis. Doch nicht nur bei den klassischen Unternehmensplattformen wie LinkedIn und Xing wird vorher geschaut: Viele Arbeitgeber:innen inspizieren auch die Facebook-, Instagram- und Twitter-Accounts ihrer Kandidat:innen. Da gehe es dann nicht darum, wie viele Follower:innen Bewerber:innen haben, sondern um die Einschätzung, welchen Charakter und welche Ansichten die Person besitzt.

Bleibe im Dialog mit deinen Follower:innen und pflege deinen Account

Zu Greves täglicher Arbeit in der Agentur gehört das Community Management. Denn ohne das, so Greve, funktioniere Social Media nicht. Dabei gehe es um die Kommunikation mit der Follower:innenschaft. „Wenn du da nicht dran bist, dann hast du zwar ein Profil auf einer Plattform, das immer wieder Postings in die Online-Welt schickt, jedoch überhaupt nicht im Dialog mit seiner Community steht. So wird es sehr schwierig, eine Follower:innen-Gemeinschaft aufzubauen und zu halten.“ Viele würden die Arbeit, die dahinter steht, unterschätzen. Denn wichtig sei auch, dass man die sozialen Kanäle nicht einfach nur vor sich hinlaufen lässt, sondern hin und wieder ermittelt, ob man seine Ziele erreicht hat. Sei es, eine größere Reichweite erzielt oder potentielle Arbeitgeber:innen darauf aufmerksam gemacht zu haben. 

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Sophie Greve ist Absolventin der UDE und arbeitet als Social-Media-Managerin und Online-Redakteurin. [Foto: Sophie Greve]

 

„Im Moment ist der Begriff des ‚Personal Branding‘ sehr groß“, erklärt Greve. Aus jedem Privat-Account könne man etwas Professionelles aufbauen. Wenn man also möchte, dass Arbeitgeber:innen etwas bestimmtes über die eigene Person sehen, könne man Sachen zeigen wie: Was mache ich gerade? Woran arbeite ich? Welche Artikel habe ich geschrieben? Möchte man das nicht, sollte man sein Profil privat stellen. Es gebe jedoch keine absoluten No-Go’s mehr – zumindest in Sachen Bildern. Die digitale Welt ist zum Standard geworden: „Wegen Selfies und Urlaubsbildern werden dich Arbeitgeber:innen nicht ablehnen“, so Greve. Lediglich Meinungen könnten schwierig sein. Gerade im Bildungsbereich werde auf Twitter-Posts geachtet. Twitter sei eine „Bildungs-Medien-Bubble“, so die Online Redakteurin: „Wenn du dich bei einer Stiftung bewirbst, die bestimmte Ziele verfolgt und sie an deinem Profil merkt, dass du politisch ganz anders getaktet bist, kann es sein, dass sie dich nicht zum Bewerbungsgespräch einlädt. Das Bild von deinem Hund im Schnee ist dann in dem Moment egal.“ 

„Mache jeden Trend mit, lade dir jede neue Plattform runter und schaue dir genau an, wie diese funktionieren“, rät Sophie Greve. Es sei immer ein Vorteil, sich mit allen geläufigen Plattformen auszukennen. Bewerben sich zwei Personen und eine davon kann mit TikTok umgehen, die andere aber nicht, dann ist es – selbst wenn das Unternehmen noch nicht damit arbeitet – ein Vorteil für die Person, die es kann. Denn in Zukunft wird dieses Unternehmen mit Sicherheit darüber nachdenken, TikTok zu nutzen. Um immer up-to-date zu sein, gebe es laut Greve Kanäle, denen man folgen sollte: Die Social Media- und Marketing-Expertin Ann-Katrin Schmitz informiert über neue Trends. Martin Gerecke, Anwalt für Medienrecht, erklärt die Gesetzeslage auf Social-Media-Plattformen. Allfacebook liefert hingegen regelmäßige Updates zu sozialen Netzwerken.

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