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RATGEBER & TERMINE

Mehr als Blut: Lass’ mal über deine Periode reden

 Erdbeerwoche ist eine beschissene Beschönigung der weiblichen Periode. [Symbolbild: pixabay]

01.07.2019 12:07 - Jacqueline Brinkwirth

Warum haben Menschen mit Uterus überhaupt eine Regelblutung? Was passiert da im Körper? Kann man während der Periode schwanger werden? Und was ist zu tun, wenn die Blutung verspätet kommt? Die Antworten findest du hier:

Mit viel Glück und etwas Verstand kommt nicht nur die Periode einmal im Monat, sondern mit ihr auch PMS, Unterleibsschmerzen, Kreislaufprobleme und Stimmungsschwankungen. Wir haben mit Gynäkologin Dr. Elena Eder über den weiblichen* Zyklus gesprochen und unangenehme Fragen geklärt.

„Der Uterus bereitet sich während der ersten Zyklusphase auf eine Schwangerschaft vor. Das heißt, eine Eizelle reift in der Gebärmutter und eine Gebärmutterschleimhaut bildet sich. Wird man nicht schwanger, wird diese Schleimhaut mit Blut zusammen am Ende des Zyklus ausgeschieden.“ Die Regelblutung dauert durchschnittlich zwischen drei und sieben Tagen. Abhängig ist das von Hormonen, Alter oder Faktoren wie Stress oder Gewicht. „Dabei werden durchschnittlich zwischen 60 und 80 ml, also ungefähr eine halbe Tasse Blut ausgeschieden“, erklärt Dr. Eder. Neben äußeren Einflüssen können sich auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille oder Spirale auf Zyklus und Periode auswirken: „Minipillen, also Pillen ohne Östrogen, oder die Hormonspirale können eine Blutung unterdrücken. Bei der Kupferspirale können die Blutungen noch stärker und schmerzhafter werden.“

Regelmäßig unregelmäßig – wann zum Arzt?

Unregelmäßigkeiten bei der Periode sind also bis zu einem gewissen Grad normal. „Der Zyklus dauert im Durchschnitt zwischen 23 und 35 Tagen. Das heißt aber nicht, dass der Zyklus bei einer Frau immer gleich lang ist. Deswegen ist eine verspätete Regelblutung von bis zu einer Woche noch nicht besorgniserregend“, meint die Gynäkologin. Unnötige Panik vermeiden kann ein Zykluskalender, zum Beispiel in Form einer App. Dort können nicht nur deine Regelblutung, sondern auch Begleitsymptome eingegeben werden. Die App berechnet dann den wahrscheinlichen Beginn der nächsten Blutung, den Eisprung und die voraussichtliche Zykluslänge.

„Zuallererst sollten aber alle Frauen auf sich und ihren Körper Acht geben.“

Aber: zur Empfängnisverhütung eignet sich der Kalender nur bedingt, da über die fruchtbaren Tage nur eine informierte Vermutung getroffen werden kann. Deshalb lieber zusätzlich verhüten. „Ich habe immer wieder Patientinnen, die berichten, dass sie während ihrer Periode mehr Lust auf Sex haben, sich aber aus Scham nicht trauen. Leider ist die Regelblutung da immer noch ein Tabu“, erzählt Dr. Eder.

Von Zärtlichkeiten abhalten sollte das nicht, meint sie. „Wichtig ist hier, offen mit dem Partner oder der Partnerin zu sprechen und die eigenen Wünsche klar zu machen. Nur die Verhütung bitte nicht vergessen!“ Denn auch während der Periode ist das Risiko einer Schwangerschaft gegeben. Für die Hygiene sind neben Tampons und Einwegbinden auch Menstruationstassen oder Stoffbinden eine Alternative. Für Letztere spricht, dass sie eine geringere Infektionsgefahr darstellen und nachhaltiger als Tampons sind. Das kann nicht nur das toxische Schocksyndrom, sondern auch Pilzinfektionen verhindern.

PMS ist für Viele ein großes Problem 

Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme – das alles können Symptome sein. Das prämenstruelle Syndrom betrifft rund 40 Prozent aller Frauen. „Ausgelöst wird PMS durch hormonelle Schwankungen vor der Periode. Meist haben Betroffene drei bis fünf Tage vor ihrer Blutung die ersten Symptome“, berichtet Dr. Eder. 

Helfen können Tees, Wärme, pflanzliche Medikamente oder Ruhe: „Häufig überlasten Frauen sich gerade in dieser Zeit, weil sie nicht schwach erscheinen wollen oder es ihnen unangenehm ist, ‚wegen sowas’ nicht umgänglich zu sein. Zuallererst sollten aber alle Frauen auf sich und ihren Körper Acht geben.“ Bei starken Regelschmerzen können Schmerzmittel, aber auch leichte Bewegung oder Sex helfen: „Sex trägt dazu bei, die verkrampfte Muskulatur im Unterleib zu entspannen. Beim Orgasmus zum Beispiel ist die Entspannungswirkung nicht nur mental sehr stark“, sagt Dr. Eder lachend.

Bei allem was den Zyklus oder die Monatsblutung betrifft, ist dein*e Frauenärzt*in der*die richtige Ansprechpartner*in. Dafür musst du allerdings offen darüber sprechen, was vielleicht gerade nicht richtig läuft: „Ich rate allen Frauen, offen über ihre Menstruation zu sprechen. Und wer auch immer das Thema unangenehm finden mag, muss eben einfach lernen, damit umzugehen“, verabschiedet sich Dr. Eder.

Bildquelle: lizenzfreies Foto, pixabay

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