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RATGEBER & TERMINE

Kampf dem Schlaf

[symbolbild: flickr]
30.10.2018 16:48 - Erik Körner

Mein Bett und ich führen eine komplizierte Beziehung. An manchen Tagen sind wir absolut unzertrennlich, an anderen Tagen könnte es gar nicht unattraktiver wirken. In unregelmäßigen Abständen kommt es sogar vor, dass ich mein Bett mit meinem Sofa betrüge und mir jedes Mal nach der gemeinsamen Nacht denke: „Irgendwie war es das nicht wert.“ Schließlich ist mein Sofa nicht einmal breit genug, um mich komfortabel in voller Länge auszustrecken. 

Ich leide seit einiger Zeit an Schlafproblemen. Die haben schon im Abitur vor vier Jahren ihren Anfang genommen und wurden im Verlauf des Studiums nicht unbedingt besser. Ich schlafe entweder viel zu lang, teils über zwölf Stunden am Stück, bin nicht dann müde, wenn ich müde sein sollte, oder komme, egal wie sehr ich es versuche, morgens nicht aus dem Bett. Wenn ich am nächsten Tag wegen eines wichtigen Treffens früh raus muss, muss ich mich regelrecht zum Schlafen zu einer normalen Uhrzeit zwingen und beten, dass ich trotzdem nicht verschlafe. Mittlerweile assoziiere ich Schlaf nicht mehr mit Entspannung. Vor kurzem hat mir meine Freundin eine Wecker-App empfohlen, die sich nicht mit dem Drücken der Schlummertaste beruhigen lässt. 

Schlafstörungen nicht unterschätzen 

Während die App sich auch als normaler Wecker verwenden lässt, machen sie ihre außergewöhnlichen Funktionen für Leute mit Schlafproblemen erst so richtig interessant. Um den Wecker auszuschalten, kann man sein Smartphone entweder schütteln, eine Matheaufgaben lösen, oder ein Bild von einem vorher fotografieren Gegenstand schießen. Jede dieser Optionen ist anpassbar. 

Die Matheaufgaben reichen von simpler Plus-und Minusrechnung mit einstelligen Zahlen zu komplexeren Multiplikationen, inklusive Klammern, mit bis zu vierstelligen Zahlen. Wem 50 Mal schütteln nicht reicht, kann man 995 Mal probieren. Bisher war es mir möglich, immer dann aufzuwachen, wann ich aufwachen wollte. Ich sage nicht,dass 200 mal Schütteln oder Punkt-vor- Strich-Rechnungen einen besseren Job als eine heiße Tasse Kaffee erledigen. Aber mit dieser Hilfe kam ich, wenn auch etwas widerwillig, aus dem Bett. 

Laut Gesundheitsreport 2017 der DAK-Gesundheit fühlen sich 80 Prozent der Arbeitnehmer*innen von Schlafstörungen betroffen. Hochgerechnet auf die Bevölkerung sind das etwa 34 Millionen Menschen.“ Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, sagt dazu: „Die zunehmenden Schlafstörungen in unserer Gesellschaft sollten uns wachrütteln. Viele Menschen kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie können ihre eigenen Batterien nicht mehr aufladen.“ Probleme mit dem Schlafen sollten nicht einfach auf die leichte Schulter genommen werden. „Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Depressionen und Angststörungen“, so Storm.

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