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RATGEBER & TERMINE

Im Sommer einen kühlen Kopf bewahren

An besonders heißen Tagen kann Salz im Mineralwasser helfen. [Foto: Mona Belinskiy]
17.07.2021 11:22 - Mona Belinskiy

Ein Phänomen des deutschen Sommers: Von heute auf morgen schießen die Temperaturen schnell und steil in die Höhe. Dann ruft der See oder der Park. Doch eigentlich kommt unser Körper bei der schnellen Umstellung nicht ganz hinterher. Für jede Bewegung ist es zu heiß, der Schweiß tropft und die Sonne brennt. Wir geben Tipps, wie ihr trotz Hitze einen kühlen Kopf und gesunden Körper bewahrt

Hohe Temperaturen stellen unseren gesamten Organismus vor große Herausforderungen. Glücklicherweise ist unser Körper mit einem komplexen Kühlsystem ausgestattet: Bei enormer Hitze fängt unsere körpereigene Wärmeregulation an zu arbeiten, unsere Blutgefäße weiten sich und wir schwitzen. „Wenn Wasser an unserer Körperfläche verdunstet, wird dem Körper Wärme entzogen. Und das kühlt“, weiß die medizinische Doktorandin Lara Schöler aus Essen. Leider funktioniert das nicht immer so leicht. „Ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, funktioniert das Verdampfen des Wassers auf der Haut nicht“, erklärt Schöler. „So wird keine Wärme mehr entzogen. In heißen, feuchten Gebieten kann sich der Körper durch Schwitzen also nicht mehr effektiv abkühlen.“ Dann könne es zu Störungen in der Regulation kommen und die Wärmebelastung sei besonders stark.

Gefahr: Flüssigkeitsmangel 

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Zwar kühlt unser Körper durch das Absondern von Schweiß etwas ab, doch mit jedem Tropfen gehen uns wichtige Elektrolyte verloren, die bei der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktion helfen und so den Wasserhaushalt stabil halten. Um das auszugleichen, müssen wir ausreichend trinken. Am besten eigenen sich elektrolythaltige Getränke wie Mineralwasser oder Saftschorlen. An besonders heißen Tagen kann ein Gramm Salz ins Getränk gegeben werden, um den Elektrolythaushalt aufzustocken. Zudem hat Minze in einem Glas Wasser eine kühlende Wirkung.

Laut Schöler sei es schwer, eine genaue Mengenangabe für die Tagesration Flüssigkeit zu treffen, da jeder Organismus unterschiedlich tickt. Dabei kann es auf Körperproportionen, Aktivität oder Alter ankommen. Wichtig sei nur, dass überhaupt getrunken werde, sonst könne es schnell ernst werden. „Zum Beispiel kann ein plötzlicher Funktionsverlust der Niere flüssigkeitsbedingt sein. Schlimmstenfalls kann es auch zu verschiedenen Schockformen kommen“, warnt die Essenerin. Natürlich kommt es nicht immer zu so schweren Reaktionen. Meist warnt der Körper mit Kreislaufschwäche und Schwindel vor einem Flüssigkeitsmangel. 

Ice Ice Baby? 

Auch wenn ein eiskaltes Glas Sprudelwasser an Sommertagen verlockend klingt, ist Vorsicht geboten. „Eiskalte Getränke kosten den Körper noch einmal extra Energie“, weiß Schöler. Die aufgenommene Flüssigkeit sollte kühl bis lauwarm sein, so müsse der Körper nicht viel arbeiten, um sie im Verdauungstrakt zu erwärmen. 

Eiskaltes kann auch an anderen Stellen gefährlich sein: Besonders nach einem langen Sonnenbad ist die Verlockung auf eine Abkühlung im See groß. Doch der erhitzte Körper sollte vorsichtig an das kalte Wasser gewöhnt werden, denn große Temperaturunterschiede bedeuten eine große Belastung für unser System. „Es kann schlagartig zu einer Gefäßverengung kommen. Das ist eine extreme Belastung für den Kreislauf und kann schlimme Folgen haben“, erklärt die Doktorandin. Daher empfiehlt es sich, den Körper Stück für Stück an die Wassertemperatur zu gewöhnen. 
Ähnlich steht es um die anschließende kalte Dusche. Kaltes Wasser aktiviert die körpereigene Heizung und wir fangen wieder an zu schwitzen. Am besten sollte das Duschwasser lauwarm sein. Kleiner Tipp: sich nach dem Duschen nicht ganz abzutrocknen, simuliert dem Körper Schweiß. Das Wasser verdunstet und kühlt die Haut. 

Ein Leben in Maßen 

Alles was den Körper zu stark belastet, sollte in Maßen betrieben werden. Dazu zählt fettiges und schweres Essen, Sport oder schwere körperliche Arbeit. Für all das gibt es genügend kühle Tage im Jahr. Wenn es doch mal sein muss, bietet sich besonders der kühle Morgen an einem heißen Tag an. 

Eine gute Nacht bedeutet für unseren Körper 18 Grad Celsius. Um im Hochsommer wenigstens in die Nähe dieser Temperatur zu kommen, hält man das Schlafzimmer am besten abgedunkelt. Doch trotz dunklem Zimmer kann in einer heißen Sommernacht rund ein halber Liter Schweiß fließen. Daher empfiehlt es sich, mit Naturfasern wie Leinen und Baumwolltextilien durch die Nacht zu gehen. So kann der Schweiß am besten aufgenommen werden. 

Kleine Soforthilfen 

Wenn gar nichts mehr geht und die Schweißproduktion auf Hochtouren läuft, könnte ein kaltes Fußbad den Kreislauf wieder in Schwung bringen. Auch ein kalter Waschlappen im Nacken, kaltes Wasser über den Handgelenken und Unterarmen kann dem Körper helfen, etwas runterzukühlen. Lara Schöler erklärt: „Peripher kommt es dabei in den Gefäßen zu einer Erweiterung. Das heißt, die Gefäße vergrößern sich und es kommt zu einer besseren Durchblutung.“ Generell gelte aber: nicht jeder Mensch reagiert gleich auf plötzliche Hitze. Seine eigenen Grenzen kennen, dem Körper Schatten- und Trinkpausen gönnen und den Kopf vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, könne uns aber gut und sicher durch den Sommer bringen. 

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