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RATGEBER & TERMINE

Guide für einen nachhaltigeren Kleiderschrank

Fast Fashion Geschäfte bringen jährlich bis zu 50 Mikrokollektionen auf den Markt. [Foto: pixabay]
03.09.2021 13:38 - Ayssa Maiß

Das Thema Nachhaltigkeit hat einen immer größer werdenden Stellenwert und kann nicht nur in Lebensbereichen wie Ernährung oder Mobilität Einzug finden. Auch der eigene Kleiderschrank und das Kaufverhalten sollten unter die Lupe genommen werden, um die Umweltbelastung zu verringern.

Fast Fashion

Besonders zu Beginn der Corona-Pandemie und den Bergen an nicht verkaufter Neuware, die im Januar auf eine halbe Milliarde Teile geschätzt wurden, ist der Fokus auf die Fast Fashion Industrie gerückt. Die Fast Fashion oder „schnelle Mode“ Industrie zeichnet sich durch genau das aus: Schnell und günstig produzierte Kleidung, die beim nächsten Trend ausgetauscht wird. 

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Die unzähligen Herstellungsschritte in der Modeindustrie bedürfen eines hohen Strom- und Wasserverbrauchs, es entstehen Industrieabfälle und nicht selten gelangen Chemikalien in örtliche Gewässer der Produktionsorte. Laut verschiedener Studien produziert die Modeindustrie zwischen acht und zehn Prozent der globalen CO2 Emissionen. Neben der direkten Umweltbelastung sind auch die Arbeitsbedingungen oft sehr schlecht. Seit dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch im April 2013 wurde zwar mehr Wert auf faire Arbeitsbedingungen gelegt, jedoch berichten auch 2021 Näher:innen noch von unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Um diese Auswirkung zu minimieren, haben wir Möglichkeiten für einen Kleiderschrank zusammengetragen, der nicht die Welt kostet.

Weiterverwenden

Möglicherweise einer der wichtigsten Aspekte eines nachhaltigeren Lebensstils ist es, Ressourcen so lange es geht wieder und weiter zu verwenden. Daher ist unser erster Tipp das Upcycling. Ziel ist es, die Teile durch Veränderungen nach den eigenen Wünschen wieder passend zu machen oder zu ändern. Als Anfänger:in kann man sich am Färben, Kürzen oder enger Nähen probieren, eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr nicht mehr weiterkommt, fragt doch mal bei eurer lokalen Änderungsschneiderei. Standardänderungen kosten um die zehn Euro und ihr unterstützt den lokalen Kleinhandel. Falls der eigene Kleiderschrank doch zu langweilig werden sollte, veranstaltet Kleidertauschpartys, bei denen jede:r ein paar ungeliebte Teile mitbringt und mit neuen Schätzen wieder geht. Auch in Second-Hand Shops könnt ihr ein paar Schnäppchen ergattern und eventuell zuhause nach den eigenen Wünschen anpassen. 

Fair Fashion

Falls es doch Zeit für neue Teile wird, gibt es ein breit gefächertes Angebot an Fair Fashion Labels. Die folgenden Labels werden aufgrund von Transparenz, ökologisch sinnvoller Materialien, Langlebigkeit der Teile, fairer Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen empfohlen.

Weitere Labels findet ihr unter Utopia.de. Bei der Suche helfen außerdem strenge und unabhängige Textil Siegel. Greenpeace hat zuletzt 2018 alle größeren Siegel überprüft. Am besten abgeschnitten haben Global Organic Textile Standard (GOTS), Made in Green und das Siegel des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN). Wenn ihr eine Marke nicht kennt, solltet ihr ebenfalls Ausschau nach Siegeln des Arbeitsstandards halten, wie dem Fairtrade und dem Fair Wear Foundation (FWF) Siegel.

Ebenfalls eine gute Alternative, um die Outfit Auswahl zu bereichern, sind Leihfirmen. Online-Stores wie Unown-fashion.com und Myonbelle.de bieten ein Abo-Modell an. Bei Kleiderei.com könnt ihr eine Mitgliedschaft im Kölner Laden abschließen und jederzeit vier geliehene Teile mitnehmen und tauschen.

Das richtige Entsorgen

Falls eure Klamotten wirklich nicht mehr brauchbar sind, geht es um das richtige Entsorgen. Second-Hand Läden sind mittlerweile meist übersättigt und vor allem Fast Fashion Artikel werden oft aufgrund ihrer schlechten Qualität nicht angenommen. Also bleibt nur das fachgerechte Entsorgen über Kleidertonnen wie die der DRK oder Caritas. Über Fairwertung.de könnt ihr seriöse Kleidertonnen in eurer Nähe finden.

Auf dem Laufenden bleiben

Die Modeindustrie hat augenscheinlich einen enorm hohen Einfluss auf unsere Umwelt und alle Zusammenhänge können nur schwer erfasst werden. Daher bleibt auf dem Laufenden und bildet euch eine eigene Meinung. Ein großer Akteur in der Bewegung ist die Kampagne FASHION REVOLUTION, auf dessen Homepage und Instagram Kanal immer aktuelle Themen behandelt werden. Weitere Infos und Einblicke in die Modeindustrie liefert das Buch der Gründerin Orsola de Castro – „Loved Clothes Last“ mit Zahlen und Fakten sowie alltagstauglichen Tipps fürs Umnähen. Aber der erste Schritt – ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen – ist bereits getan!

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