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RATGEBER & TERMINE

Ersti-Ratgeber: So läuft's mit der Krankenkasse

Symbolbild: Dennis Pesch

01.10.2018 10:22 - Dennis Pesch

 

Ihr seid gerade frisch an der Universität Duisburg-Essen angekommen und fragt euch jetzt, wie das in Zukunft eigentlich mit eurer gesetzlichen Krankenversicherung funktioniert? Kein Problem, wir haben für alle Altersgruppen die wichtigsten Tipps aufgeschrieben, damit ihr möglichst stressfrei ins Studium starten könnt.

Mit eurer Immatrikulation zum Studium an einer öffentlichen Hochschule werdet ihr versicherungspflichtig. Eigentlich. Es gibt Ausnahmen. Viele von euch dürften noch unter 25 Jahre alt sein und das bedeutet, dass die Kasse – sprichwörtlich – noch nicht bei euch geklingelt hat. Von der Krankenversicherung habt ihr vermutlich noch nie was gehört, denn bisher haben das eure Eltern geregelt. Während ihr euer Abitur gemacht habt, wart ihr über eure Familie versichert. Das bleibt vermutlich auch erstmal so.

Wenn ihr unter 25 Jahre alt seid

Es gibt jedoch ein paar Tricks und Kniffe, die euch helfen könnten, eure Kasse ein wenig aufzupolieren und gleichzeitig weiterhin familienversichert zu sein. Ihr könnt pro Monat bis zu 450 Euro mit einem Minijob verdienen und trotzdem in der Familienversicherung sein. Euer mögliches BAföG oder Unterhaltszahlungen zählt dabei nicht als Einkommen. Ist es kein Minijob, liegt das Maximum des monatlichen Einkommens bei 435 Euro. Solltet ihr mehr als 435 Euro oder 450 Euro verdienen, könnt ihr auch in die Versicherung eintreten, wenn ihr unter 25 Jahre alt seid. Wichtig dabei: Ihr könnt bis ihr 25 seid, jederzeit wieder zurück in die Familienversicherung, wenn es sich für euch doch nicht lohnt.

Einen Haken gibt es leider für Kinder von Hartz IV-Empfänger*innen, die noch bei ihren Eltern wohnen. Denn die 450 Euro könnten auf die Grundsicherung eurer Eltern angerechnet werden, weil ihr in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Im Prinzip würde der Großteil des Geldes so zurück an den Staat fließen, der für eure Grundsicherung verantwortlich ist. Ihr oder eure Eltern würden so von eurem Lohn nur maximal 100 Euro sehen. Checkt also vorher, ob das bei euch der Fall sein könnte.

Für Menschen mit Behinderungen, die nicht in der Lage sind sich selbst finanziell zu versorgen, gilt übrigens keine Altersgrenze bei der Familienversicherung. Leider musst du jedoch beweisen, dass du tatsächlich nicht selbst für dich sorgen kannst, zum Beispiel durch Atteste oder andere Bescheinigungen.

Wenn ihr über 25 Jahre alt seid

Bad news: Jetzt wollen die Krankenversicherungen auf jeden Fall an eure Kohle. Ihr müsst eine studentische Kranken- und Pflegeversicherung abschließen und jedes Semester nachweisen, dass ihr eingeschrieben seid und wiederum der Uni, dass ihr krankenversichert seid. Der Betrag ist zum Glück überschaubar. Pro Monat 73,47 Euro für die Krankenversicherung und 18,17 Euro für die Pflegeversicherung werden fällig. 16,55 Euro kostet die Pflegeversicherung für Studierende mit Kindern.

Natürlich gibt es auch hier wieder einiges zu beachten. Zum Beispiel wenn ihr Anspruch auf BAföG habt, denn dann steigt euer Satz auf 86 Euro, da im BAföG eine Pauschale für die studentische Versicherung vorgesehen ist: 71 Euro für die Krankenversicherung und 15 Euro für die Pflegeversicherung. Sollte es nicht dazu kommen, meldet euch beim Amt und macht eure Ansprüche geltend. Der Staat spart bekanntlich oftmals bei den Leuten, die sowieso knapp bei Kasse sind.

Leider könnt ihr die studentische Versicherung nicht für immer in Anspruch nehmen. Der Gesetzgeber regelt das so, um einen Missbrauch der Versicherung zu verhindern. Bis ihr 30 Jahre alt seid oder euer 14. Fachsemester vollendet habt, könnt ihr demnach den günstigen Studierendentarif in Anspruch nehmen. Fachsemester sind übrigens nur die Semester, die ihr für den Studiengang ansammelt, den ihr gerade belegt. Urlaubssemester werden nicht mitgezählt. Trotzdem seid ihr irgendwann über 30 Jahre alt.

Manchmal gibt es auch da Ausnahmen, die ihr aber beantragen müsst. Gründe können zum Beispiel sein, dass ihr gerade euren Bachelor abgeschlossen habt, 29 Jahre alt geworden seid, noch einen unbedingt notwendigen Master dranhängt und während eures Studiums über 30 Jahre alt werdet. Ein Grund kann auch sein, dass ihr euch während eures Studiums um Angehörige kümmert und sie pflegt Ebenfalls kann eine eigene Krankheit dafür sorgen, dass ihr weiterhin studentisch versichert seid, zum Beispiel wenn ihr (nachweislich) über mindestens drei Monate Depressionen habt, euch ein Schlaganfall außer Gefecht setzt, oder andere Gründe vorliegen. Sprecht mit eurer Krankenversicherung darüber und lasst euch beraten, wenn ihr denkt, dass ihr betroffen sein könntet. Und lasst euch nicht am Telefon abwimmeln.

Weitere Gründe für Ausnahmen sind, wenn ihr Kinder bekommt und euch danach um sie kümmern müsst. Volle sechs Semester könnt ihr so theoretisch länger in der studentischen Versicherung bleiben. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Wehr- und Zivildienst sowie – Achtung – Mitarbeit in Hochschulgremien, also die Gestaltung eurer eigenen Studienbedingungen gemeinsam mit euren Mitstudierenden, können eine Verlängerung bringen.

Wenn ihr über 30 Jahre alt seid

Der Zug ist jetzt mit aller Wahrscheinlichkeit leider abgefahren, und nun bleibt euch nur noch die freiwillige Versicherung. Keine Sorge. Eure Krankenkasse wird schon auf euch zukommen, wenn es soweit ist, schließlich winkt eine Beitragserhöhung. Zunächst könnt ihr aber in eine Übergangsphase eintreten, wenn denn in den nächsten sechs Monaten euer Studienabschluss ansteht. 132,15 Euro zahlt ihr dann für Kranken- und Pflegeversicherung, solange euer monatliches Brutto-Einkommen 1015 Euro nicht übersteigt. Wenn ihr noch BAföG bekommt, gibt es hier leider keine Erhöhung der Pauschale mehr.

Nach der Übergangsphase bleibt euch dann nur noch die freiwillige Versicherung. 153,27 Euro Krankenversicherung und 28,42 Euro Pflegeversicherung zahlt ihr mindestens, wenn euer Brutto-Einkommen 1050 Euro nicht übersteigt. Steigt euer Einkommen, steigen auch die Sätze für die Versicherung. Da gibt es dann kein Entkommen mehr, außer ihr kommt beispielsweise in ein Angestelltenverhältnis, wo der Arbeitgeber 50 Prozent der Beiträge für euch zahlen muss.

Weitere Informationen könnt ihr immer auch bei eurer Krankenversicherung ganz naiv erfragen. Angaben über euch solltet ihr dabei am besten nicht machen, außer ihr seid dazu gesetzlich verpflichtet. Haltet auch die Augen auf bei der Verlockung, privat versichert zu sein. Verdient ihr einmal deutlich mehr Geld, wird es schwierig für euch, wieder zurück in die gesetzliche Versicherung zu wechseln, wenn es mal nicht so gut läuft.

 

Im vierten Absatz ist uns leider ein Fehler unterlaufen bei den Angaben zu Hartz IV-Bezieher*innen, die unter 25 sind und bei ihren Eltern wohnen. Dafür möchten wir uns entschuldigen.

Folgende Korrektur haben wir daher vorgenommen: Statt „Weder ihr noch eure Eltern sehen so von eurem Lohn einen einzigen Cent. Checkt also vorher, ob das bei euch der Fall sein könnte“, steht dort nun: „Ihr oder eure Eltern würden so von eurem Lohn nur maximal 100 Euro sehen. Checkt also vorher, ob das bei euch der Fall sein könnte.“

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