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Die Waffe der Integration

24.11.2013 12:30 - Friedrich von Einhalt

Es ist uns lange ein Rätsel geblieben, wie der Bürger einerseits mit seiner antichristlichen Philosophie gegen die Schöpfung aufbegehren kann, andererseits aber weiterhin die Fahne des Christentums hoch hält. Uns ist dadurch bewußt geworden, daß das Bürgertum einst die Kirche mit ihrer eigenen Waffe geschlagen hat, und zwar mit der Waffe der Integration.

Die Kirche hatte die geistige Herrschaft über ganz Europa errungen, indem sie einerseits die Ketzerei mit der nötigen Härte bekämpfte, andererseits aber auch integrierte. Feste und Kulte, die der eigenen Tradition widersprachen, wurden der Lehre gemäß umgedeutet und wanderten schließlich in die eigene Kulturschatzkammer.
Als der Bürger nun emporkam, war er zu feige, sich offen gegen Throne und Kirchen zu stellen. Als besseren Herrscher sah man sich allemal, sich gleich noch als besseren Gott anzuempfehlen, hätte als überdehnt gelten können. Also bog der Bürger sich das Christentum zurecht, wie es seinen Bedürfnissen entsprach. Im Wesentlichen müssen dies wohl finanzielle Bedürfnisse gewesen sein. Wo der Christ etwa die Wintersonnenwende zum Weihnachtsfest gemacht hatte, machte der Bürger das Fest zum Konsumspektakel.
Mit der Waffe der Integration gelang es dem Bürgertum schließlich, die Religion zu Tode zu umarmen und ihre Frohe Botschaft grotesk zu verfremden. Heutige Religiosität ist selten mehr als ein bürgerliches Kitsch-Produkt, das zu feierlichen Anlässen hervorgeholt wird.

Hochachtungsvoll,


Friedrich von Einhalt

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