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RATGEBER & TERMINE

Blase entzündet – was nun?

Viel trinken ist besonders wichtig. [Foto: laj]

05.07.2020 11:40 - Lena Janßen

Ein Harnwegsinfekt ist unangenehm, schmerzhaft und gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten des Menschen. Frauen sind davon besonders häufig betroffen, Männer eher selten. Wir haben uns den Infekt einmal genauer angeschaut und fassen in diesem Ratgeber zusammen, wie man einer Entzündung der Blase vorbeugen kann, welche Hausmittel und Medikamente hilfreich sein können und wann dringend ein*e Ärzt*in aufgesucht werden sollte.

Schon beim ersten Gang zur Toilette am Morgen schmerzt das Wasserlassen und auch danach bleibt ein Brennen im Schritt bestehen. Wer schon einmal an einem Harnwegsinfekt erkrankt ist, weiß spätestens dann, dass sich die Blase möglicherweise entzündet haben könnte. Hauptsächlich erkranken Frauen an einem Infekt, Männer seltener. Grund dafür ist die verkürzte Harnröhre bei Frauen. Meist gelangen die Bakterien von außen über die Harnröhre in die Blase und lösen dort eine Entzündung oder eine Reizung der Blasenwand aus. Seltener sind Viren oder Pilze Auslöser eines solchen Infektes. Ein geschwächtes Immunsystem oder eine Unterkühlung der Blase können eine Blasenentzündung zusätzlich begünstigen.

Klassische Symptome einer Blasenentzündung sind Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie andauernder Harndrang und ein Ziehen im unteren Bauchraum. Die Gründe für das Eindringen von Bakterien in die Blase sind unterschiedlicher Natur. Die häufigste Ursache: Darmbakterien. Hier liegt ein weiterer Grund dafür, dass Frauen deutlicher häufiger von einem Infekt betroffen sind als Männer. Denn ihr Harnröhrenausgang liegt näher am After. Auch Sex kann zu einer Entzündung der Blase führen, denn hier können Bakterien von außen in die Harnröhre gelangen. Ein scherzhafter Ausdruck für eine Blasenentzündung nach häufigem Geschlechtsverkehr ist daher „Honeymoon“-Krankheit. Zusätzlich ist während einer Schwangerschaft die Möglichkeit eines Infektes erhöht: Durch die Umstellung des Hormonhaushaltes weiten sich die Harnwege und Bakterien haben dadurch leichteres Spiel in die Blase zu gelangen.

Was also tun, wenn sich die Blase erkältet hat? In den meisten Fällen ist der Krankheitsverlauf harmlos und kann in Eigenregie behandelt werden. Möglichst sollten zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden. Dafür eignen sich am ehesten Wasser und Blasen- und Nierentees. Diese sind in der Apotheke erhältlich und enthalten unter anderem Bärentraubenblätter. Diese sollen eine antibakterielle Wirkung haben. Durch die Flüssigkeitsaufnahme wird der Harndrang angeregt, denn die Blase sollte möglichst oft gespült werden, damit Keime die Blase schnell verlassen können.

Wasser und Wärme

Außerdem hilft es, den Bereich der Blase warm zu halten: durch eine Wärmflasche, Wärmepflaster oder warme Bäder wird die Muskulatur der Blase entspannt und somit Schmerzen und Brennen gelindert. Auch pflanzliche Mittel wie zum Beispiel Angocin oder Mannose können bei einem Infekt zusätzlich angewandt werden. Dabei besteht Angocin aus antibakteriell wirkenden Pflanzen wie Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel. Mannose ist ein bestimmter Zucker, der über die Blutbahn in die Blase gelangt. In der Blase angekommen, bindet sich der Zucker an die Härchen der Bakterien und neutralisiert sie dadurch. Beide Produkte bekommt man in der Apotheke oder den gängigen Drogeriemärkten. Auch Ibuprofen kann zur Bekämpfung des Infekts eingenommen werden, denn es wirkt entzündungshemmend. Bis zu 400mg bekommt man in der Apotheke rezeptfrei.

Möglichst
sollten zwei
bis drei Liter
Flüssigkeit am
Tag getrunken
werden.

Sollten die Beschwerden nach drei bis fünf Tagen durch die häusliche Behandlung nicht besser werden, wird es Zeit eine*n Ärzt*in aufzusuchen. Das kann der*die Hausärzt*in, Frauenärzt*in oder Urolog*in sein. Gefährlich wird es nämlich, wenn der Infekt über die Harnleiter zu den Nieren weiterzieht. In der Praxis wird dann eine Urinprobe genommen, aufgrund dessen und der beschriebenen Symptome die Diagnose gestellt und ein Antibiotikum verschrieben. Bei einer leichten Entzündung reicht meist ein leichtes Medikament zur einmaligen Einnahme. Ist der Infekt bereits weiter ausgereift, wird ein Medikament zur mehrtägigen Einnahme verschrieben.

Wie kann ich vorbeugen?

Doch wie kann man einen Infekt schon im voraus vermeiden? Es gibt verschiedene Methoden einer Blasenentzündung vorzubeugen. Da wäre zum einen beim Gang auf die Toilette von vorne nach hinten abzuputzen. Dadurch wird es für die Darmbakterien schwieriger, vom After in die Harnröhre zu gelangen. Viel trinken und häufiges Wasserlassen schützt ebenfalls, da die Blase häufiger durchgespült wird. Auch Mannose kann helfen, einen Infekt zu vermeiden. Es ist tauglich zur täglichen Einnahme und schützt die Blase vor einer Ausbreitung von Keimen. Nach dem Sex empfiehlt es sich ebenfalls auf die Toilette zu gehen und danach viel zu trinken. Auch eine gute Intimpflege ist hilfreich zur Vorbeugung: Waschen mit Wasser ist dabei vollkommen ausreichend und es sollten keine Seifen verwendet werden. Unterwäsche sollte bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, um Keime im Voraus abzutöten. Es existieren zusätzlich Verhütungsmittel, vor allem mit Spermiziden versehene Kondome, die bei Verwendung eine Entzündung begünstigen können. Hierbei vor der Nutzung am Besten über die Beschaffenheit des Produktes informieren. Außerdem sollten kalte Füße oder das Sitzen auf kalten Oberflächen vermieden werden. Und besonders im Sommer: Nach dem Schwimmen die Badekleidung wechseln, damit einer Verkühlung der Blase vorgebeugt werden kann.
 

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