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RATGEBER & TERMINE

Augen auf bei der WG-Suche

Die Einrichtung eures WG-Zimmers ist euch überlassen. [Foto: pixabay]

31.10.2021 11:52 - Özgün Ozan Karabulut

Das neue Semester hat begonnen, viele Studis sind auf der Suche nach einem Platz in einer Wohngemeinschaft in der Nähe ihrer Uni. Wir geben Tipps, was ihr bei der Suche nach einem WG-Zimmer beachten solltet und wie ihr WG-Castings mühelos meistert.

Zweck-WG oder echtes WG-Feeling?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von WGs: Man lebt miteinander oder nebeneinander her. Letzteres ist die Zweck-WG, in der jede:r nur aus Kostengründen wohnt. Das hat seine Vor- aber auch Nachteile. Für Erstsemester ist das eher nicht zu empfehlen, für ältere Semester, die ihre Ruhe haben wollen, schon. Wenn ihr keine Lust habt, am Leben eurer Mitbewohner:innen teilzunehmen, ist euch eine Zweck-WG nahezulegen. Die klassische WG wiederum ist eine Mischung aus familiärer und distanzierter Atmosphäre. Sie reicht von WGs, die ihr Essen und Passwörter für Streaming-Portale miteinander teilen, bis hin zu WGs, bei denen jede:r ihr:sein eigenes Essensfach hat und die Grenzen klar abgesteckt sind. Wenn ihr wisst, welcher WG-Typ ihr seid, befindet ihr euch bereits einen Schritt näher am Ziel. 

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Kosten, Kaution und Ablöse

Miete und Nebenkosten solltet ihr im Blick haben. Falls eine Kaution zu zahlen ist, darf sie höchstens das Dreifache der monatlichen Kaltmiete des WG-Zimmers betragen.
Manche Vermieter:innen oder Hausverwaltungen verlangen beim Einzug eine SCHUFA-Auskunft von euch; bei anderen WGs wiederum ist eine Bürgschaft Voraussetzung für euren Einzug. Es gibt auch Mietkautionsversicherungen, falls eine Bürgschaft nicht möglich ist. Hierbei ist zu beachten, dass die Versicherungen eure Zah­lungs­fä­hig­keit überprüfen und Informationen bei der SCHUFA einholen. Typischerweise ist bei einem WG-Einzug eine Ablösevereinbarung für die WG-Einrichtung wie beispielsweise Küchengeräte fällig, die ihr an den:die Vormieter:in des WG-Zimmers zahlt.

Lage, Lage, Lage!

Wenn ihr euer Budget kennt, ist der Ort eurer WG zu entscheiden. Je nach Stadt sind einige Viertel beliebter als andere, was sich auch in den Mietpreisen widerspiegelt. Wer mehr Quadratmeter zum Wohnen haben möchte, ist in einem gefragten Stadtteil eher schlecht aufgehoben, außer das Geld spielt bei euch keine Rolle. Wie sind die Verkehrsanbindungen, wie weit entfernt ist der nächste Supermarkt, ist es eine ruhige Gegend oder bekommt man von draußen viel mit? Gerade für Studis ist es wichtig, einfach und schnell zur Uni zu gelangen und nicht am Wochenende ewig für eine Hin- und Rückfahrt in die Innenstadt oder von der Bar nach Hause zu brauchen.

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Die Küche ist oft der Mittelpunkt einer WG. [Foto: pixabay]

Was für 1 WG-Leben

Das wichtigste in einer WG sind natürlich eure Mitbewohner:innen. Ein respektvoller und offener Umgang miteinander sollte das Minimum sein. Wenn eine christliche Frauen-WG eine neue Mitbewohnerin sucht oder eine rein vegane WG auf der Suche nach Zuwachs ist, solltet ihr euch im Vorfeld Gedanken machen. Passt das zu euch? Im Gegensatz zu Familienmitgliedern kann man sich zum Glück die Mitbewohner:innen aussuchen. In einer WG gibt es verschiedene Vorstellungen vom zusammenleben. Ihr solltet euch bewusst sein, dass die Vorstellungen eurer zukünftigen Mitbewohner:innen mit euren Vorstellungen einigermaßen übereinstimmen. Wenn viel unternommen wird und ihr euch vor dem gemeinsamen Spieleabend in eurem Zimmer verkriechen wollt, passt das eher nicht zusammen.

„Nenne deine Stärken und Schwächen”?

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Wer die WG-Anzeige gründlich gelesen hat, eine darauf abgestimmte Nachricht gesendet hat und zum Gespräch eingeladen wurde, hat schon die halbe Miete. Das WG-Casting ist eine Welt für sich, hier werden die skurrilsten Sachen gefragt. Manchmal kann die Situation wie ein Bewerbungsgespräch für einen Job oder ein Verhör auf der Polizeiwache anmuten. Wenn das der Fall sein sollte, sprecht an, dass ihr euch unwohl fühlt. Ihr müsst keine intimen Dinge von euch preisgeben oder über Themen sprechen, die euch belasten. Auf typische Fragen wie „Warum möchtest du in eine WG ziehen?” oder “Wie stellst du dir das WG-Leben so vor?” solltet ihr auf jeden Fall eine Antwort parat haben. Lasst euch nicht von Fragen berieseln, stellt selbst welche und baut ein Gespräch auf. Egal ob ihr fragt, welche Sachen ihr beisteuern könntet oder wie so ein klassischer WG-Abend in eurem potenziellen neuen Zuhause aussieht: Zeigt Interesse und scheut euch nicht, auch bei Unklarheiten nachzuhaken.

Viel Erfolg!

So banal es auch klingen mag: Hört auf euer Bauchgefühl. Ihr solltet euch im Klaren sein, dass ihr mit den Personen zusammenleben werdet. Probleme sind vorprogrammiert. Wichtig ist nur, dass ihr euch vorstellen könnt, damit umzugehen. Mit diesen Tipps sollte euch nichts mehr im Wege stehen. Falls es auf Anhieb mit den Bewerbungen nicht klappen sollte: Keine Sorge, Übung macht den:die Meister:in. Nicht locker lassen, die passende WG findet ihr bestimmt!

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