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RATGEBER & TERMINE

Arbeit und Freizeit am Laptop

Frust am Laptop muss nicht sein. [Symbolbild: pixabay]
​​​​​​​24.04.2021 16:10 - Özgün Ozan Karabulut

Am Computer führt momentan kein Weg vorbei, egal ob virtueller Museumsrundgang oder die Sprechstunde mit der Dozentin. Psychologe Dr. Frank Hofmann vom Studierendenwerk der Universität Heidelberg gibt Tipps, wie es gelingen kann, Arbeit und Freizeit am Rechner voneinander zu trennen.

Gerade hat man noch fleißig für die Uni gelernt und Erklärvideos angeguckt und ehe man sich versieht, ist man bei Katzenvideos oder dem neuesten Let’s Play gelandet. Statt zu Lernen oder zu Arbeiten verschwimmt im Home-Office die Arbeits- mit der Freizeit. Selbstmanagement ist im Studium eine wichtiger Bestandteil, nun verstärkt das Online-Semester die Anforderungen an einen selbst, die vorhandene Zeit effektiv und zielorientiert einzusetzen. Wie soll das gehen, wenn man gefühlt den ganzen Tag am Rechner verbringt?
Dr. Frank Hofmann, leitender Psychologe der Beratungsstelle für Studierende an der Universität Heidelberg, rät zu festen Arbeitszeiten. Der Lernbeginn und der Übergang in die Freizeit können durch Rituale, wie sich vor der Lernphase eine Tasse Tee oder Kaffee zu holen, erleichtert werden. Da momentan die An- und Abreise zur Uni nicht stattfinden, entfallen Situationen, in denen man sich innerlich auf die Arbeit oder Freizeit einstellt. „Daher empfiehlt es sich, so etwas zu simulieren, zum Beispiel durch Auf- oder Zuklappen der Bücher, Wegräumen der Sachen, eine kurze Runde um den Block nach der Arbeit.”

Sich selbst zu organisieren ist schwieriger geworden, da feste Strukturen in Form von Vorlesungen und Seminare wegfallen sind. Ein Wochenplan kann laut Hofmann helfen, organisiert vorzugehen. Man sollte bei der Erstellung des Plans berücksichtigen, welche Verpflichtungen man hat und beachten, zu welchen Zeiten wann einem das Lernen leichter fällt. Für Hofmann können die täglichen Mahlzeiten als Ankerpunkte dienen,um die man herumplanen kann. „Dadurch bekommt man definierte Zeiträume, die man wiederum mit Aufgaben und Aktivitäten füllen kann – damit ist aber nicht nur Arbeit gemeint, auch Freizeitaktivitäten können da vorkommen. Im Prinzip also alles, was wichtig ist”, meint Hofmann. Um die eigenen Verpflichtungen und Aufgaben zu priorisieren, kann die Eisenhower-Matrix Abhilfe schaffen. Sie unterteilt eure Anliegen in Wichtigkeit und Dringlichkeit. Während wichtige und dringend zu erledigende Angelegenheiten sofort zu erledigen sind, legt ihr für wichtige aber nicht eilende Aufgaben einen Termin fest.  

Im Flugmodus und Arbeitskleidung

Routinen und Rituale zu entwickeln ist maßgeblich, um die Tagesstruktur von Arbeits- und Freizeit einzuhalten. Es kann hilfreich sein, beim Bearbeiten von Arbeitsaufgaben eine Bluse beziehungsweise ein Hemd anzuziehen. Damit signalisiert ihr euch selbst, dass ihr euch in der Arbeits- oder Lernphase befindet und eure Aufgaben einen verbindlichen Charakter aufweisen. Seid ihr mit euren Aufgaben fertig, könnt ihr wieder in eure Freizeitkleidung wechseln. 

 

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Ein überfüllter Schreibtisch ist eine äußere Ablenkung. [Symbolfoto: Magdalena Kensy]


Befindet sich man am Schreibtisch oder Arbeitsplatz, gilt es Ablenkungen wie das Handy so gut es geht zu reduzieren. Für Hofmann existieren neben externen Faktoren wie ein klingelndes Handy auch Ablenkungen, die von einem selbst kommen: „Innere Ablenkungen, zumeist Grübeleien und Gedanken an anstehende Aufgaben, lassen sich durch Aufschreiben ,parken’, später kann man dann gezielt darauf zurückkommen.” Auch kann es einen Versuch wert sein, den Rechner in den Flugmodus zu versetzen. Bei Bedarf kann auf einem Zettel notiert werden, was man im Internet nachgucken möchte. Bei mehreren Einträgen könnt ihr für einen vorher festgelegten Zeitraum mittels Timer das Internet kurz einschalten und eure Suchanfragen nachgucken.

Homeoffice, Lernen für Klausuren und die Freizeitgestaltung abzugrenzen und unter einem Hut zu bekommen, ist nicht einfach. Wichtig ist, die zur Verfügung stehende Zeit gut einzuteilen. „Zeit ist die begrenzte Ressource und es geht darum, für sich zu entscheiden, wie viel Zeit man für die einzelnen Bereiche aufwenden möchte, kann oder muss”, so Hofmann. Er schlägt vor, trotz der vielen verschiedenen zu erledigenden Aufgaben bewusst Pufferzeiten und Freiräume in den eigenen Plänen einzubauen: „Wichtig ist auf jeden Fall, alle individuell wichtigen Bereiche ausreichend zu berücksichtigen und sich nicht zu einseitig auszurichten.”

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