Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

RATGEBER & TERMINE

900 Mio. Euro BAföG-Mittel nicht ausgeschöpft

Vielleicht kann der Staat eure Kasse aufpäppeln.

[Symboloto: David Peters]

06.04.2020 11:17 - Sophie Schädel

2019 blieb fast eine Milliarde Euro übrig, die vom Bund für die Bildungsfinanzierung BAföG eingeplant worden war. Geld, das einige von euch sicherlich gut gebrauchen könnten. Wie beantragt man BAföG? Ein Ratgeber für Anfänger*innen, aber auch für die, deren Antrag schon mal abgelehnt wurde.

Wer BAföG als Studi bekommen will, muss an einer staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben sein, die deutsche Staatsbürgerschaft haben – abgesehen von einigen Ausnahmeregelungen für Internationale – und Vollzeit studieren. Das bedeutet: Ihr müsst 30 ECT-Punkte pro Semester sammeln.

Wer die Regelstudienzeit überschreitet, bekommt in der Regel kein BAföG mehr. Das Studium sollte die Erstausbildung sein – das heißt aber nicht, dass ihr euren Studiengang nicht wechseln dürft, hier geht es um einen fertigen Abschluss. Und wer BAföG beantragt, darf im Bachelor maximal 30, im Master 35 Jahre alt sein. Je nach Situation kann man mit bis zu 853 Euro monatlich gefördert werden.
900 Millionen Euro davon sind im letzten Jahr ungenutzt liegen geblieben. Genau an der Stelle könnt ihr nun aktiv werden und schauen, ob ihr nicht doch BAföG-berechtigt seid. Sicherlich würden viele von euch das intuitiv verneinen. Vielleicht, weil eure Eltern viel verdienen oder ihr schon mal BAföG beantragt habt, aber abgelehnt wurdet. Aber wie wäre es, einfach nochmal einen Antrag zu stellen? In einigen Fällen kann das funktionieren, wenn sich bei euch bestimmte Lebensumstände geändert haben.

Neuer Antrag, neues Glück

BAföG wird grundsätzlich nur ausgezahlt, wenn eure Eltern oder Lebenspartner*innen nicht für eure Ausbildungsförderung aufkommen können. Schaut nach, ob ihre Einkünfte gesunken sind! Liegen die erwarteten Einkünfte für den Bewilligungszeitraum nun unterhalb der Grenzen, könnt ihr einen Antrag auf Einkommensaktualisierung stellen. Die Freibeträge für das Einkommen von Eltern liegen dieses Jahr bei 1.890€ monatlich, wenn eure Eltern verheiratet oder Lebenspartner*innen sind und bei 1.260€ pro Elternteil in anderen Fällen, beispielsweise wenn die beiden getrennt leben. Aber auch da gibt es in Härtefällen Ausnahmen, beispielsweise bei einer schweren Behinderung.

Übrigens kann euch auch ein zusätzliches Darlehen ausgezahlt werden.

In bestimmten Situationen könnt ihr auch elternunabhängiges BAföG beantragen. Beispielsweise, wenn ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht euch gegenüber nicht nachkommt, weil ihr keinen Kontakt mehr habt. Oder wenn ihr nach fünf Jahren im Job ein Studium beginnen wollt. Oder ihr nach dem Bachelor erst mindestens drei Jahre lang gearbeitet habt und jetzt einen Master dranhängen wollt. Auch Vollwaisen können elternunabhängiges BAföG beantragen.

Übrigens kann euch, wenn ihr BAföG-berechtigt seid, auch ein zusätzliches Darlehen ausgezahlt werden, wenn ihr finanziell in der Patsche sitzt und das euer Studium gefährdet, ohne dass ihr etwas dafür könnt. Zum Beispiel, wenn ihr behindert oder krank seid, keinen Nebenjob findet und euch das kommende Semester nicht leisten könnt oder ihr kurz vor dem Abschluss plötzlich kein Geld mehr habt. An der UDE ist das Studierendenwerk dafür zuständig, die BAföG-Anträge zu bearbeiten. Die Antragsformulare findet ihr unter stw-edu.de. Normalerweise berät das Studierendenwerk Antragstellende, wegen der Corona-Pandemie wurde die Beratung vor Ort allerdings auf’s Telefon verlegt. Details dazu findet ihr ebenfalls auf deren Homepage.

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